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Nachricht vom 21.12.2015    

Bürgerinitiative Hellertal wählte Vorstand

Die Bürgerinitiative (BI) Hellertal entstand Anfang November, jetzt trafen sich die Mitglieder um die Vorstände und Sprecher zu wählen. Erklärtes Ziel: Den weiteren Bau von Windenergieanlagen zu stoppen. Dabei setzt die BI auf das Thema Wirtschaftlichkeit und Naturschutz.

Vorstände und Kassenführer der BI Hellertal. Vorne Torsten Kluw (links) und Andree van Hövelaken. Stehend von links: Carsten Trojan, Stefan Moll und Norbert Büdenhölzer. Foto: anna

Herdorf. Am 6. November gründete sich die Bürgerinitiative (BI) Hellertal um gegen den geplanten Aufbau von Windkraftanlagen (WKA) rund um Herdorf aufzubegehren. (Der AK-Kurier berichtete) Nun traf sich ein Teil der Mitglieder erneut um Vorstände für die BI zu wählen. Mitbegründer Norbert Büdenhölzer konnte in der Gaststätte „Christians“ 30 Mitstreiter begrüßen. Noch einmal drückte er sein völliges Unverständnis über die Ignoranz aller Ratsfraktionen der Stadt bezüglich dieses Themas aus.

„Liebe politische Entscheidungsträger, Ihr entscheidet wie es künftig rund um Herdorf aussieht“, sagte Büdenhölzer. „Der Naturschutz ist in die Hände von Technokraten gefallen. Was hier im Rat gemacht wurde, ist unredlich“, fasste er zusammen.

Im Anschluss übernahm Gründungsmitglied Torsten Kluw das Prozedere der Vorstandswahl. Vorab wies er aber noch auf die Hompage der BI hin, unter der sich die Mitglieder und alle Interessierten über das Thema ausführlich informieren können. Die Hompage (bi-hellertal.de) werde ständig aktualisiert, auch Mitgliedsanträge könnten nun dort ausgefüllt werden. Da es sich bei der BI Hellertal nicht um einen eingetragenen Verein handelt, gibt es auch keinen ersten und zweiten Vorsitzenden oder Geschäftsführer.

Gewählt wurden Vorstände und Sprecher für bestimmte Aufgaben. Zum Vorstand und Sprecher für rechtliche Angelegenheiten die Windkraftanlagen, Naturschutz und Anwohner betreffen wurde Stefan Moll gewählt. Vorstand und Sprecher für Pressearbeit und Schriftverkehr ist Norbert Büdenhölzer. Vorstand und Sprecher für Kulturlandschaft, Geologie und Altertumsangelegenheiten die durch den Bau von WKA betroffen sind ist künftig Carsten Trojan. Vorstand und Sprecher für Technik und Wirtschaftlichkeit von WKA, sowie die Gestaltung der Hompage (in Kooperation mit Matthias Weber) ist künftig Torsten Kluw. Das Amt des Kassenführers begleitet Andree van Hövelaken.

Zwei weitere Posten konnten noch nicht besetzt werden, zum einen Vorstand und Sprecher für gesundheitliche Fragen und Angelegenheiten rund um WKA und Vorstand und Sprecher für biologische Fragen bezüglich der Belastung durch WKA von Flora und Fauna. Für beide Ämter wünschen sich die übrigen Vorstände entsprechend geeignete Mitstreiter, die sich gerne zur Mitarbeit melden können. Zu Kassenprüfern wählte die Versammlung Hajo Utsch und Silvia Muhl.

Wie es nun weiter geht mit der BI Hellertal, auch dazu haben sich Büdenhölzer und Kluw schon Gedanken gemacht. So ist in naher Zukunft vorgesehen eine der Windindustrieanlagen auf dem Westerwald in der VG Hachenburg zu besuchen. Diesbezüglich sollte aber entsprechend gutes Wetter herrschen, so Kluw, damit die Anlage auch in vollem Betrieb laufe. Nur so könnten sich die Interessenten ein Bild von den Auswirkungen (Geräuschpegel) der Anlage machen. Daher werde zu dieser Fahrt sehr kurzfristig eingeladen, auch möchte man vermeiden, dass die Betreiber die Anlage drosseln, damit kein falscher Eindruck entstehe.

Außerdem möchte die BI Hellertal eine Ertragsrechnung durchführen lassen, denn ihrer Überzeugung nach arbeiten alle WKA die auf dem Westerwald stehen nur Verluste ein. Die angegebenen Windhöffigkeiten würden so gut wie nie erreicht. In der anschließenden Diskussion wurde auch der Vorschlag unterbreitet, gegen die Windkraftanlagen Unterschriften in der Bevölkerung zu sammeln. Eine zwei Drittel Mehrheit wäre notwendig, das Projekt zu stoppen. Ob diese wirklich zu Stande kommen werde, bezweifeln die Vorstände jedoch.

Sie setzen auf das Aufzeigen der Unwirtschaftlichkeit der WKA und auf die Tatsache, dass das Gebiet in dem die Anlagen errichtet werden sollen, die Heimat mehrerer unter Naturschutz stehender Vogelarten ist. Mäusebussard, Sperlingskauz und Haselhuhn siedeln in dem Areal. Erst kürzlich ist bei einer Treibjagd nochmal ein Haselhuhn gesichtet worden, berichtete Büdenhölzer. Auch der Ausbau der L285 wurde vor Jahrzehnten wegen des Haselhuhns gekippt. (anna)



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