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Nachricht vom 29.12.2015    

Brücken über kulturelle Unterschiede bauen

Einen sehr lebendigen und informativen Vortrag zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“ von Stephanie Lörsch konnten mehr als 30 ehrenamtliche Helfer im Rahmen eines „Input-Frühstücks“ in den Räumlichkeiten der Westerwald-Werkstätten in Altenkirchen erleben.

Stephanie Lörsch von der Diakonie Altenkirchen warb für den Brückenbau zwischen den Kulturen. Foto: pr

Altenkirchen. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatten die beiden Mehrgenerationenhäuser im Kreis „Mittendrin“ und „Gelbe Villa“, die Ehrenamtskoordinierungsstelle des Kreises sowie die Ehrenamtsagentur der Lebenshilfe.

Stephanie Lörsch vom Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werkes Altenkirchen bot in ihrem Vortrag fundiertes Hintergrundwissen und berichtete anschaulich aus ihrer langjährigen Praxis. Viele Missverständnisse und Schwierigkeiten in der Kommunikation mit Menschen aus anderen Ländern beruhen auf fehlendem Wissen über die verschiedenen Kulturen.

Lörsch machte deutlich, dass Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, oft nicht wissen, wo sie letztlich ankommen, und auch keine Zeit haben, sich auf die neue Kultur vorzubereiten. „Ein zentraler Unterschied zwischen unserer Kultur und der Kultur in vielen anderen Ländern ist zum Beispiel die Bedeutung von Familie“, betonte Lörsch. Während zum Beispiel bei uns junge Menschen ihren künftigen Beruf relativ frei und aus individuellen Gründen wählen, bestimmt in anderen Lebenswelten oftmals die Familie den beruflichen Werdegang. Über die eigene kulturelle Prägung nachzudenken weckt Verständnis für andere Kulturen, regte Stephanie Lörsch an.



Auch im alltäglichen Umgang gibt es Unterschiede. Während es hier völlig normal ist, dass ein Mann einer Frau während einem Gespräch in die Augen schaut, gilt dies in anderen Kulturen als respektlos und aufdringlich der Frau gegenüber. „Viele Menschen aus anderen Kulturen sind sehr bemüht, sich anzupassen, aber sie brauchen Zeit, um unsere Gepflogenheiten kennen zu lernen“, stellte ein Teilnehmer fest.

Auch Befürchtungen, dass die hohe Anzahl Zuflucht suchender Menschen, die zurzeit nach Deutschland kommen, zu Problemen führt, wurden rege diskutiert. Wichtig sei, nicht in der Angst zu verharren, sondern zu sehen, wie man weiter mit der Situation umgeht und welche Chancen sich auch bieten. „Zum Beispiel, indem man den Kontakt zu Flüchtlingen sucht und sie kennen lernt“, so ein weiterer Teilnehmer.


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