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Nachricht vom 07.01.2016    

Druck auf die Milcherzeuger der Region wächst

Der Vorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes im Kreis Altenkirchen, Georg Groß, ist bekannt für seine klaren Worte. Die bekam auch MdB Erwin Rüddel zu hören, als es um die Milchpreise ging. Groß kritisierte unter anderem die Marktmacht der großen Discounter und Handelsketten.

Die Situation der Milchbauern erörterten der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel und der Kreisvorsitzende des Bauernverbandes Georg Groß (rechts). Foto: Reinhard Vanderfuhr

Betzdorf-Dauersberg. Den Hof des Kreisvorsitzenden des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V., Georg Groß, suchte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel auf. Das Interesse galt der aktuellen Situation und den Belangen der Milchbauern in der Region. Die Preisentwicklung für Trinkmilch nahm dabei einen besonderen Schwerpunkt ein.

„Wir haben durch die klimatischen Bedingungen hier in der Höhenregion des Westerwaldes grundsätzlich beste Voraussetzungen, um Futter für Wiederkäuer anzubauen und damit eine prima Grundlage, um Milch- und Rindfleischprodukte zu erzeugen“, sagte Groß und ergänzte: „Die Bauern mussten sich aber bis zum 1. April 2015 der auferlegten Milchquote wegen, einer politischen Ungerechtigkeit beugen.“ Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes erwähnte dabei explizit „Quotenpacht“ und „Quotenkauf“.

Ein weiteres und ganz spezielles Problem bei der Milchpreisgestaltung stellten die Discounter und Handelsketten dar. „Die nehmen in Deutschland entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Milchpreise. Einerseits drücken sie diese, während sie auf der anderen Seite die Milchpreise erhöhen. Große Molkereien tun das Ihrige.“ Einmal mehr wurde die Forderung nach EU-Ausgleichszahlungen laut. „Wer Nahrung produziert, dem stehen die EU-Gelder auch zu“, betonte der langjährige Milchbauer.

Erwin Rüddel äußerte, für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion stehe fest, dass sich die Milchwirtschaft in einer „schwierigen Lage“ befindet und für diese Krise gebe es keine Lösung im Sinne einer Marktregulierung. Doch müsse man sich damit befassen, wie die Landwirte in dieser Lage unterstützt werden könnten. „Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages entlastet landwirtschaftliche Betriebe mit 78 Millionen Euro“, merkte Rüddel an.

Für Georg Groß spielt in die Gesamtsituation der „ökologische Gedanke“ mit ein und er übte in diesem Zusammenhang auch Kritik: „Umweltverbände und Gutmenschen wollen alle mitreden und uns vorschreiben, was wir wie zu machen haben. Demzufolge darf der Bauer nicht mehr selbst denken, sondern nur das tun, was ihm auferlegt und vorgeschrieben wird. Doch auch wir Bauern wissen selbst, wie wichtig es ist Umweltschutz zu praktizieren. Das darf aber nicht heißen: Zurück auf die Bäume!“ Statt zunehmender Auflagen und Reglementierung sprach sich Groß für das von Verantwortung getragene Selbstengagement der Bauern aus: „Unsere tägliche Arbeit ist ohne Berufung, Passion und Herzblut gar nicht zu leisten.“

Das bekräftigte aus eigenem Erleben auch Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel, dessen Eltern ebenfalls einen Bauernhof betrieben haben.


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Kommentare zu: Druck auf die Milcherzeuger der Region wächst

3 Kommentare
Auch, wenn es mancher nicht mehr hören kann und auch, wenn ich damit die Arbeit unserer Landwirtschaft keineswegs in Misskredit bringen möchte: Wenn ein Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert, weil keine Nachfrage mehr existiert oder das Produkt oder die Dienstleistung andernorts günstiger ist - und so ist es nunmal in der Landwirtschaft vielfach seit Jahrzehnten -, dann heißt die Lösung nicht Planwirtschaft und Subvention, sondern Liquidation und Innovation. Das klingt brutal, aber man möge sich an einen gewissen Wirtschaftsminister Guttenberg erinnern, der bereit war, den Opel-Konzern genau vor diese Alternative zu stellen. Marktwirtschaft heißt leider auch Scheitern.
#3 von Maxima Riege, am 09.01.2016 um 18:10 Uhr
Wachsen oder weichen (gefördert mit Steuergeld), das ist das Motto des Bauernverbandes. Und wenn man durch sein unsinniges Wachstum den belieferten (Milch-) Markt mit Überproduktion überschwemmt, dadurch die Preise selbst kaputt macht, schreit wieder der Bauernverband nach staatlichen Beihilfen, damit eben jene geförderte Überproduktion mit Steuergeldern ins Ausland geschafft wird. Das ganze ist an Unverschämtheit dem Verbraucher gegenüber, der ja auch Steuerzahler ist, nicht mehr zu überbieten. Sich dann auch noch zu beschweren, der Verbraucher (bzw. Umweltschützer und Gutmenschen) wolle bei den Produktionsbedingungen mitreden, disqualifiziert Herrn Groß des Klartext redens endgültig. Fakt ist, das die Industrialisierung der Landwirtschaft wie sie vom Bauernverband begrüßt und gefördert wird, dem Bürger nicht zu vermitteln ist. Im Übrigen auch dem Großteil der Landwirte nicht. Somit bedarf es weniger des verbalen um-sich-schlagens, als des Erkennens, das man Teil des Marktes ist und sein eigenes Verhalten zu Wohl oder Wehe beiträgt. Da wird die in Deutschland derzeit 4prozentige Milchmehranlieferung im Vergleich zum letzten Jahr bestimmt nicht zur Preiserholung beitragen. Diese Mehranlieferung ist aber dem Wegfall der Quotenregelung zu verdanken. Da wird sich manch ein Landwirt die "politische Ungerechtigkeit" zurück sehnen. Hoffentlich vergessen die verbliebenen Bauern im "Bauernverband" nicht, wem sie für diese Entwicklung zu danken haben.
#2 von Randy Aller, am 07.01.2016 um 22:17 Uhr
Viele Milchbauern im Westerwald sind schon seit fast 10 Jahren kein Mitglied im Bauernverband mehr.
Wir Milchbauern sind im Bund Deutscher Milchviehhalter organisiert. Wir wollen eine Bedarfsgerechte Milchproduktion. Überproduktion, wie sie im Moment in Europa stattfindet,führt nicht zu stabilen und nachhaltigen Milchpreisen. Leider lehnt die CDU ein Milchkrisenkonzept ab. Westerwaldmilch nach China zu verramschen hilft uns nicht weiter. Hier ein Link.http://bdm-verband.org/html/

#1 von Oliver Koch, am 07.01.2016 um 17:25 Uhr

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