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Kultur | - keine Angabe -


Nachricht vom 13.02.2016    

Rezension: René Borbonus: „Klarheit“

"Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse.", ließ Antoine de Saint-Exupéry seinen kleinen Prinzen sagen. Wohl wahr. Die Mitteilungsflut unserer Informationsgesellschaft schafft noch mehr Unklarheit. Ursache sind Mängel in unserer Kommunikation, befindet René Borbonus in seinem Buch über Klarheit.

René Borbonus. Foto: privat.

Region. Wie gelangt man trotzdem zu klaren Informationen? Das setzt Bereitschaft zum Zuhören und der Offenheit gegenüber den Unterschieden, die ein Gespräch erst spannend machen, voraus. Ergo müssen wir mehr miteinander reden. Damit die Botschaft so ankommt, wie sie gemeint ist, müssen wir fragen. Für klärendes Fragen gibt es Methoden, die Borbonus in seinem Buch aufzeigt.

„Um Klarheit zu erlangen, sollten wir uns zunächst unserer inneren Bewertungsmuster bewusst werden, sie offenlegen und sie für die Dauer des Gesprächs suspendieren.“ Das klingt einfach, erfordert jedoch eine Menge Übung und Selbstreflexion. Wer kennt nicht die Ehestreitigkeiten, die sich aus nichtigem Anlass entwickeln? Wer hat nicht schon fruchtlose Diskussionen mit seinen Kindern geführt? Wer hat nicht schon bei Politikerreden innerlich abgeschaltet? Wer hatte nicht schon einmal das Gefühl, in der Informationsflut zu versinken? Wie gelangt man zu klaren Erkenntnissen?

Leider gibt es dafür kein Patentrezept, denn „Klarheit ist nicht gleich Wahrheit. Doch Klarheit in der Kommunikation erlaubt es uns, Menschen und ihre Meinungen zu verstehen und auseinanderzuhalten.“ Kriterien sind Vollständigkeit, Verlässlichkeit und Transparenz. Das altbekannte Prinzip der Reduktion – Weniger ist mehr – gilt auch für die Kommunikation. „Zu viele Worte zu machen, ist der Klarheit abträglich.“ Hindernisse für Klarheit sind Sprachtrends, Harmoniesucht, Angst und Klischees. Beispiele hierfür hat jeder Erwachsene gesammelt.

Komplexität wird durch Ordnung beherrschbar, sonst geht der Überblick verloren. Das heißt, wie müssen innerlich aufräumen, unsere Gedanken strukturieren. „Struktur ist eine entscheidende Bedingung für Klarheit.“ „Wir müssen selektiv konsumieren und selektiv kommunizieren. Und vor allem: selber denken statt denken lassen.“ Vertrauen schafft Klarheit, birgt aber auch die Gefahr des Verführtwerdens, deshalb müssen wir gerade jetzt, in Zeiten digitalen Wandels, mit unserem Vertrauen sparsam umgehen.

Klar kommunizieren bedeutet: Vermeide Schachtelsätze, verschwurbelte Ausdrucksweise, Wortungetüme und viele Fachbegriffe, Beschönigungen und Abwertungen sowie Zuspitzungen. Wer klar argumentieren will, braucht erst einmal klare Ziele und eine strukturierte logische Argumentation und Anschaulichkeit. „Bilder sorgen für Klarheit. Die Fähigkeit, auch schwierige Themen in bildhafter Sprache anschaulich darzustellen, ist im Medienzeitalter auf allen Fachgebieten eine Kernkompetenz.“ Gut zu merken ist der Tipp: „Eine klare Botschaft ist das, was Sie sagen würden, wenn Sie nur einen Satz zur Verfügung hätten.“

Menschen mit kommunikationsbetonten Berufen wie Journalisten, Lehrer oder Vertriebler haben die Prinzipien reduzierter und klarer Sprache in ihrer Ausbildung erlernt – und oft durch überlagernde neue Kommunikationswege wie Facebook wieder vergessen. René Borbonus Sachbuch geht zurück zu den Wurzeln des menschlichen Seins. „Durch Nachdenken entstehen Erkenntnisse. Erkenntnisse bewirken eine Haltungsänderung. Eine Haltungsänderung zieht Konsequenzen nach sich. Selbst zu denken ist gefährlich – für den Status quo.“

Wer nicht in der Erinnerung verharren und fremdbestimmt leben will, wird aus dem Band „Klarheit – Der Schlüssel zur besseren Kommunikation“ Erkenntnisse gewinnen. Er ist in drei Kapitel gegliedert. Teil I Alle Klarheiten beseitigt? Warum wir die Welt nicht mehr verstehen. Teil II: Endlich wieder klar sehen: Wie wir Klarheit gewinnen. Teil III: Klar Kommunizieren: Wie wir einander verständlich machen.

Analyse- und Argumentationsketten werden – wie in web-Artikeln - in kurzen Zusammenfassungen mit dem Titel „tl;dr“ für „too long; didn’t read“ zeitgemäß memoriert.

Der Text liest sich nicht nebenbei wie ein Roman, er fordert selbstkritisches Nachdenken. Das wiederum schafft Klarheit, siehe oben. Wer Klarheit und erfolgreiche Kommunikation will, sollte sich das Buch anschaffen. Klare Sache.

René Borbonus: Klarheit – Der Schlüssel zur besseren Kommunikation. Ullstein Buchverlage, Berlin 2015, ISBN: 978-3-420-20181-0.

Weitere Informationen zum Autor und seinen aufklärenden Aktivitäten unter http://www.rene-borbonus.de. (htv)



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