Werbung

Nachricht vom 22.02.2016    

Nach Blutspende wurde Höwer Stammzellspender

Olaf Höwer ließ sich bei einem gemeinsamen Aufruf von DRK und Stefan-Morsch-Stiftung registrieren. Jetzt half er einem Leukämiepatienten in den USA. Typisierungstermine im Westerwald sind am Ende des Artikels aufgelistet.

Stammzellenspender Olaf Höwer. Foto: privat.

Nomborn. „Man drückt plötzlich einem wildfremden Menschen die Daumen, denkt intensiv und oft an ihn“, sagt Olaf Höwer nach seiner Stammzellspende bei der Stefan-Morsch-Stiftung. Der Mann aus dem kleinen Westerwaldort Nomborn nahe Montabaur (Westerwaldkreis) hat mit seiner Spende einem 60-jährigen US-Amerikaner die Chance gegeben, die Leukämie zu überwinden.

„Irgendwie bin ich stolz, obwohl ich ja eigentlich nichts Großartiges geleistet habe“, erzählt Olaf Höwer. Der Leiter des Alten-Pflegeheims Bürgermeister-Gräf-Haus in Frankfurt ist „ewig schon“ Blutspender beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Im April 2015 ist er dann angesprochen worden, sich auch typisieren zu lassen. Die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands älteste Stammzell-Spenderdatei, arbeitet mit dem DRK zusammen. Das gemeinsame Motto: „1x Stechen, 2x Helfen“. 11.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Leukämie. Ohne eine Stammzellspende hätten sie kaum eine Chance gesund zu werden. Die Suche nach geeigneten Spendern ist allerdings mühsam. Daher sind regelmäßige Typisierungsaktionen so wichtig.

„Das habe ich dann mitmachen lassen, damals im April“, so Höwer. Was das für ihn bedeuten kann, darüber machte sich der 38-Jährige kaum Gedanken. Doch schon ein halbes Jahr später meldete sich die Stiftung: Seine genetischen Merkmale könnten passen, er solle sich bereithalten. Die Nachricht platzte wie eine Bombe in sein geregeltes Leben. „So schnell hatte ich gar nicht damit gerechnet. Die Wahrscheinlichkeit ist doch nicht so groß, liegt bei fünf Prozent, dass ich tatsächlich spenden kann“, staunt Olaf Höwer noch heute.

Im Herbst musste er daher erst einmal ordentlich durchpusten. Dann überwog die Neugier. Wie würde es nun weitergehen? „Auf eine Narkose, oder gar eine Operation, war ich nicht so erpicht.“ Der Vater zweier Kinder gibt zu, dass er damals relativ wenig über die Verfahren wusste. Neu war ihm, dass die heute gängigste Methode die so genannte periphere Blutstammzellspende ist, bei der die Zellen aus dem venösen Blut herausgefiltert werden. Die Stefan-Morsch-Stiftung informierte Olaf Höwer umfassend – „eine solch gute Aufklärung habe ich noch nie erfahren“ - und sobald er sicher war, dass es keine Narkose oder Operation geben würde, war er beruhigt.

Fünf Tage lang musste er sich vor seinem eigentlichen Spendetermin ein Hormon spritzen, das seine eigene Stammzellproduktion auf Trab bringt. Dabei kann es zu grippeähnlichen Symptomen kommen, die aber bei der Entnahme wieder verschwinden. Nicht so bei dem Westerwälder. Er hatte so gut wie keine Nebenwirkungen und sorgte sich: „Hoffentlich hat das Mittel angeschlagen, hoffentlich reicht es.“

Aber auch diese Sorge war unbegründet. Anfang 2016 erwies sich Olaf Höwer als „High Responder“: Stammzellen satt tummelten sich im Separator. Gut verpackt und gekühlt gingen sie umgehend auf die Reise über den Atlantik, wo in den USA ein Krebspatient auf die Rettung wartete.

Der unbekannte Mensch ist dem 38-jährigen Stammzellspender immer noch sehr präsent in seinen Gedanken. „Man fühlt sich sehr viel mehr verantwortlich für seine eigene Gesundheit, hofft, dass einem nichts mehr vor der Spende zustößt“, lässt der Heimleiter die zurückliegenden ereignisreichen Wochen Revue passieren. Nachbarn im Dorf, Freunde und Bekannte – sie alle haben mitgefiebert und drücken ebenfalls die Daumen, dass es der Krebspatient in den USA schaffen wird. Nach einigen Monaten kann Olaf Höwer bei der Stiftung nachfragen. „Eigentlich hätte ich mich schon viel früher typisieren lassen sollen“, sagt Höwer heute.

In Kooperation mit dem DRK Blutspendedienst West werden folgende Blutspende-Termine angeboten, bei denen auch die Gelegenheit besteht sich typisieren zu lassen:
24. Februar: Stahlhofen, Lindensaal, Ringstr. 8, 16.30 bis 20 Uhr
11. März: Wissen, Kuppelsaal, Rathausstr. 56, 16 bis 20 Uhr
24. März Niederfischbach, Turnhalle, Rothenbergstr. 15, 16.30 bis 20 Uhr
31. März Herschbach, Haus Hergispach, Gänseweiherweg, 16 bis 20 Uhr
11. April Siershahn, Overberghalle, Overbergstr, 16 bis 20 Uhr

Wie wird man Stammzellspender?
Prinzipiell kann jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren Stammzellen spenden. Informationen über Ausschlussgründe lassen sich auf der Internetseite der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) nachlesen. Die Typisierung ist für alle Spender kostenlos, jedoch werden Spenden zur Finanzierung der Blutuntersuchungen gerne entgegen genommen – da jede Spenderregistrierung mindestens 40 Euro kostet.

Die aktuellen Termine für die Typisierungsaktionen der Stefan-Morsch-Stiftung findet man auf der Homepage. Zudem gibt es dort auch die Möglichkeit, sich online registrieren zu lassen. Über den Button „Online-Registrierung“ auf der Startseite kann man sich eingehend informieren, die Einverständniserklärung ausfüllen und sich ein Entnahmeset zuschicken lassen. In dem Päckchen ist das entsprechende Material, um sich bei seinem Hausarzt eine kleine Blutprobe entnehmen zu lassen oder eine Speichelprobe durchzuführen. Dieses Päckchen wird einfach an die Stefan-Morsch-Stiftung zurückgesendet. Falls Sie Fragen zu den Ausschlusskriterien haben, rufen Sie einfach die gebührenfreie Hotline (08 00 - 766 77 24) an.


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Kommentare zu: Nach Blutspende wurde Höwer Stammzellspender

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Region, Artikel vom 03.06.2020

Corona: Weitere Lockerungen vereinbart

Corona: Weitere Lockerungen vereinbart

Über den Stufenplan der Landesregierung Rheinland-Pfalz hinaus hat die Landesregierung gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden weitere Lockerungen ab dem 10. Juni angekündigt. „Die weiterhin niedrigen Infektionszahlen lassen uns diesen durchdachten und verantwortungsvollen Schritt gemeinsam gehen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach dem ersten Präsenztermin mit der kommunalen Familie seit dem Beginn der Corona-Pandemie.


Auto fährt ungebremst in Fahrradfahrer – schwer verletzt

Bei einem Verkehrsunfall am Dienstagnachmittag, 2. Juni, bei Friedewald ist ein 54-jähriger Fahrradfahrer schwer verletzt worden. Der 54-Jährige war mit einem Fahrrad auf der leicht ansteigenden Kreisstraße 109 von Friedewald kommend in Richtung Nisterberg unterwegs, als er von einem Auto angefahren wurde.


Motorradunfall auf der B 256 – Fahrer unter Alkoholeinfluss

AKTUALISIERT | Auf der Bundesstraße 256 in Eichelhardt ist es am Pfingstmontag zu einem schweren Unfall gekommen. Dabei sind zwei Motorradfahrer verletzt worden. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Nun gibt die Polizei weitere Details zum Unfallhergang bekannt. So soll einer der Fahrer Alkohol getrunken haben.


Corona-Entwicklung im Kreis Altenkirchen: Jetzt 150 Geheilte

Keine neuen Infektionen und wieder mehr Geheilte nach dem Pfingstwochenende im Kreis Altenkirchen: Mit Stand von Dienstagmittag, 2. Juni, liegt die Zahl der seit Mitte März positiv auf eine Corona-Infektion getesteten Personen wie an den vorherigen Tagen unverändert bei 163.


Wirtschaft, Artikel vom 02.06.2020

Neue Leitung für die Sparkassen-Filiale in Wissen

Neue Leitung für die Sparkassen-Filiale in Wissen

Mit besonderem Dank und großer Anerkennung für das Geleistete wurde Detlef Vollborth (Leiter der Geschäftsstelle Wissen) nach fast 48 Jahren im Dienst der Sparkasse vom Vorstand der Sparkasse Westerwald-Sieg in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Als Nachfolger wird Peer Pracht (bisher Leiter der Geschäftsstelle Gebhardshain) zukünftig die Geschicke der Geschäftsstelle in Wissen leiten.




Aktuelle Artikel aus Vereine


St. Hubertus Schützenbruderschaft ist wieder am Netz

Birken-Honigsessen. Nun können wir mitteilen, mit einem Dank an die Firma Höhn, die uns im Rahmen dieses Projektes großzügig ...

SV Leuzbach-Bergenhausen: Festzeitschrift als Online-Version

Altenkirchen. Neben den Vorgaben, die die Corona-Verordnung vorgibt, kommt noch hinzu, dass ein Schützenfest heutzutage nicht ...

Bewegen für den guten Zweck

Wissen. Frische Luft und Abstandhalten funktionieren auf dem Rad, Pferd oder im Boot ganz von selbst und machen sogar Spaß! ...

Training im Wissener Schützenhaus wieder möglich

Wissen. Das allgemeine Training ist zunächst an drei Wochentagen möglich. Mittwochs wird das Training mit Luftgewehr, Luft- ...

„Insektensommer“ startet heute

Holler. Beinahe eine Million Insektenarten sind bisher wissenschaftlich beschrieben worden. Damit sind mehr als 60 Prozent ...

Corona: Chöre im Land wollen gehört werden

Region. „So paradox es im Augenblick klingen mag: Die Chormusik im Land wird tatsächlich totgeschwiegen“, vermittelt Tobias ...

Weitere Artikel


IHK fordert: Keine Abkehr von Schengen

Region. Auf Rheinland-Pfalz bezogen würde dies Belastungen von mindestens 3,6 Milliarden Euro bis 2025 bedeuten. Unter pessimistischeren ...

Landwirte beschäftigten sich mit Zukunftsfragen

Betzdorf. Zum Jahresempfang der Landwirtschaft hatten gleich drei Kreisverbände in das Hofcafé des Berghofs in Betzdorf-Dauersberg ...

SGW verleiht Deutsches Sportabzeichen

Gebhardshain. In den motorischen Grundeigenschaften Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination mussten die Teilnehmerinnen ...

Löhne sind Thema

Montabaur. Der Referent, Steuerberater Peter Kretz aus Selters, stellt Ihnen die vom Gesetzgeber gelieferten Möglichkeiten ...

Sparkasse Westerwald-Sieg probte mit Schülern den Ernstfall

Hachenburg. Den Kinosaal des Cinexx hatten sich die Verantwortlichen als Siegeshalle ausgesucht, um die erfolgreichsten Teams ...

Landkreis Altenkirchen beteiligt sich an Initiative „Smart Villages“

Altenkirchen. Dr. Alexander Reis vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement am Umweltcampus Birkenfeld stellte das ...

Werbung