Werbung

Region | - keine Angabe -


Nachricht vom 27.02.2016    

Präses Manfred Rekowski besuchte Kreis Altenkirchen

Einen ganzen Tag zuhören und Erfahrung sammeln, aufnehmen, was vor Ort berührt und beschäftigt: für Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und damit höchster Repräsentant der zweitgrößten Landeskirche Deutschlands, heißt das „Lernen durch Begegnung".

Am und im Raiffeisenhaus in Hamm verdeutlichte Gemeindepfarrer Dr. Michael Klein (links) der Besuchergruppe rund um den höchsten Repräsentanten der Evangelischen Kirche im Rheinland, Präses Manfred Rekowski, das Wirken des kirchlich geprägten Sozialreformers, dessen 200. Geburtstag in 2018 gedacht wird. Foto: Petra Stroh

Kreis Altenkirchen. Einen „gut aufgestellten Kirchenkreis mit vielen engagierten Menschen", so Rekowski, habe er bei seinem Besuch im Kreis Altenkirchen erlebt. „Erfahren" hat er dabei nicht nur Vielfalt, sondern ganz praktisch auch die Größe eines ländlichen Kirchenkreises, denn sein Besuch führte ihn vom Startpunkt Flammersfeld über Hamm bis nach Daaden.

In großer Runde im Gemeindehaus in Daaden standen die Aktivitäten der Flüchtlings-Hilfe-Initiativen in Kirchenkreis und Gemeinden im Fokus. Aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz der vorwiegend Ehrenamtlichen durfte der Theologe vieles mitnehmen. Offenbar Eindrückliches, denn bei einer abendlichen Politik-Talk-Runde, zu der er aus dem Daadetal ins Fernsehstudio nach Berlin eilte, (unter anderem mit Vizekanzler Sigmar Gabriel und dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber) wurden die „Altenkirchener Erfahrungen" gleich angesprochen.

In einer „presbyterial-synodal" aufgebauten Kirche wie der EKiR kann nur mit stetigem Austausch auf und zwischen allen Ebenen Zukunftsfähiges gelingen. Bei der ersten Besuchsstation des Präses im morgendlich-nebligen Kirchenkreis Altenkirchen in Flammersfeld wurde bei der Zusammenkunft der Pfarrerschaft der Blick intensiv auf die Entwicklungen des ländlichen Raumes gelenkt. „Wir müssen individueller ganz genau hinschauen, wie man wo welche Probleme lösen kann; Einheits-Lösungen gibt es nicht", unterstrich Präses Rekowski: „Das Leben ist immer komplizierter als Tabellen!"

Manche Entwicklung durch Fehlplanung in der Vergangenheit stelle vor allen die ländlichen Regionen vor besondere Herausforderungen, etwa in der pfarramtlichen Versorgung. Fürs Um- und Weiterdenken auf landeskirchlicher Ebene nahm Präses Rekowski dazu viel Anregendes aus dem Pfarrkonvent mit. Wie sehr er den fordernden Dienst der Pfarrerschaft wertschätzt, die ihren Dienst in der ländlichen Region im Spagat zwischen traditionellen und neuen (gesellschaftlichen) Anforderungen meistere, hob Rekowski ausdrücklich hervor. „Ihre den Menschen und ihren Bedürfnissen zugewandte Art prägt unsere Kirche entscheidend!"

Dass es im Organisationsbereich eines ländlichen Kirchenkreises wie Altenkirchen andere Herausforderungen gibt als in NRW-Ballungsräumen, verdeutlichten Superintendentin Andrea Aufderheide, die Mitglieder des Kreissynodalvorstandes und aus der Kirchenkreis-Verwaltung in ihrem Austausch mit dem Präses in Hamm/Sieg. Mehr „Spielraum" innerhalb starrer Verwaltungsvorschriften zu schaffen, könne ebenso helfen wie der Verzicht auf parallel laufende und damit überfordernde Strukturprozesse, waren hier Anregungen. Dass wachsende Aufgaben bei stark zurückgehenden Finanzmitteln auch ein Um- und Weiterdenken bei kirchlichen Ausgleichshilfen nötig machten, verdeutlichten sie ebenso.

Mit der Regionenbildung (im Kirchenkreis Altenkirchen gibt es seit 2010 vier Regionen, die in unterschiedlichsten Arbeitsbereichen kooperieren) passe sich der Kirchenkreis zukunftsfähig an die veränderten Rahmenbedingungen an, befand Präses Rekowski. Darüber, dass Kooperationen kein „Allheilmittel" für alle Zukunftsfragen seien, war man sich in der Runde allerdings auch einig. Es gelte individuell zu prüfen und auszuprobieren, was man durch Gemeinsamkeiten erreichen könne. Hierzu gehöre auch „Mut zur Lücke" und Verzicht auf „Zwangsbeglückungen".

In einer weiteren Gesprächsrunde mit der Mitarbeitervertretung (MAV) erörterte der Präses unter anderem, welche Auswirkungen die kirchlichen Reformprozesse auf die Arbeitsbedingungen und – möglichkeiten oder die Personalgewinnung im ländlichen Raum haben.

Am Geburtsort von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und im Vorfeld des Gedenkjahres zu dessen 200. Geburtstag in 2018 gab Pfarrer Dr. Michael Klein, Gemeindepfarrer in Hamm, Mitglied des Kreissynodalvorstandes und ausgewiesener Raiffeisen-Forscher, dem Präses und Kirchenkreis-Vertretern eine Sonderführung durchs Raiffeisen-Haus und vertiefte Einblicke in das Leben und Wirken des kirchlich-geprägten und -agierenden Sozialreformers.

„Kirchlich geprägt und entsprechend agierend" ist auch vielerorts im Kreis Altenkirchen die Flüchtlings-Hilfe. In großer Runde im Ev. Gemeindehaus in Daaden kamen Menschen aus vielen Ecken des Kirchenkreises zum Dialog mit dem EKiR-Präses zusammen. Das Engagement in Gemeinden, Nachbarschaftshilfen, „Patenschaften", in Initiativen rund um die Aufnahmeeinrichtung Stegskopf bei der „Flüchtlingshilfe im Heller- und Daadetal", aber auch auf professionellem Terrain wie in der kirchlichen Schul- und Jugendarbeit und im Diakonischen Werk des Kirchenkreises, u.a. im Bereich der psychosozialen Betreuung, ist vielfältig.

Dass es in der tagtäglichen Arbeit dabei manchmal kräftig „knirscht", nicht alle Kommunikations- und Entscheidungswege schon im Endausbau sind, blieb in dem Austausch nicht verborgen. Aber Präses Manfred Rekowski und auch Uli Sextro, landesweiter Referent für Flüchtlinge und Migration der drei Diakonischen Werke in Rheinland-Pfalz, der sich bei einem zeitgleichen Vor-Ort-Besuch in Altenkirchen ebenfalls zur Austauschrunde in Daaden gesellte, hörten keine „Standard-Klagelieder", stattdessen konstruktive Anregungen und Bitten um unterstützende „Lobbyarbeit". An welchen „Stellschrauben" insbesondere die politisch Verantwortlichen schneller und deutlicher drehen müssen, damit die Integrationsbemühungen der ehrenamtlich Engagierten auch fruchten, machte die Daadener Runde ebenso deutlich wie manch „Bereicherndes", das sie durch ihre tägliche Vor-Ort-Arbeit erleben.

Ausgebaut werden sollte dringend – so der Tenor in der Runde – das Wissen um die Aktivitäten der „Mitspieler" in der Flüchtlingsarbeit. Viel Engagement habe sich jeweils spontan anhand der Bedürfnisse vor Ort entwickelt, jetzt gelte es auch, den Platz im „Gesamtorchester" zu finden, Kräfte zu bündeln, voneinander zu wissen und zu profitieren.

Einem zunehmend medial vermittelten resignierten Tonfall setze die Runde in Daaden ein zuversichtlicheres und zupackendes „Wir können das schaffen" entgegen, nannten konkret die dazu erforderlichen Rahmenbedingungen und gaben dieses Stimmungsbild auch Präses Rekowski, der ihnen für ihr engagiertes Wirken ausdrücklich dankte, mit auf den Weg. Nicht nur ins Berliner Fernsehstudio, sondern auch für dessen Arbeitsbereiche und für die Gespräche im kirchlich-politischen Raum auf allen Ebenen. pes



Kommentare zu: Präses Manfred Rekowski besuchte Kreis Altenkirchen

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Ersthelfer finden bewusstlose Radfahrerin am Straßenrand

Auf der Landesstraße 269 zwischen Seifen und Döttesfeld ist es am Sonntagabend, 9. August, zu einem Unfall gekommen, bei dem eine Radfahrerin schwer verletzt wurde. Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zum Unfallhergang machen können.


Auto macht sich selbständig und kommt in Bach zum Stehen

Auch an diesem Wochenende wurden die Polizisten aus Betzdorf wieder zu verschiedenen Einsätzen gerufen. So hatte sich in Friesenhagen ein PKW selbständig gemacht, bei einem Unfall in Katzwinkel wurde eine Person verletzt und in der Nacht kam es zu Ruhestörungen.


Altstadt-Brücke in Wissen zeugt von bewegter Vergangenheit

Noch in diesem Jahr soll die Erneuerung der Wissener Siegbrücke (L 278) abgeschlossen sein, so dass der Verkehr hier wieder fließen kann. Aber auch die alten ehemaligen Brücken in der Altstadt sind geschichtsträchtig. Erstmals auf einer Skizze aus dem Jahr 1590 ist die „Alte Zollbrücke“ eingezeichnet.


Auch am Samstagabend musste die Feuerwehr Hamm ausrücken

Der Leitstelle in Montabaur wurde am Samstag, den 8. August, um kurz vor 18 Uhr eine schwarze Rauchsäule im Bereich Hamm gemeldet. Die Anruferin befand sich beim Absetzen des Notrufes in Pracht und konnte den Ort nicht genau bestimmen. Daraufhin wurde die Freiwillige Feuerwehr Hamm/Sieg alarmiert.


Auch Tieren leiden unter Hitze – Kreisveterinäramt kontrolliert

Nicht nur für den menschlichen Organismus sind die aktuell anhaltend heißen Temperaturen anstrengend, auch bei Nutz- und Haustieren kann die Hitze zu Problemen führen. Darauf weist das Kreisveterinäramt Altenkirchen hin. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen führt das Kreisveterinäramt vermehrt Tierschutzkontrollen durch.




Aktuelle Artikel aus Region


Ersthelfer finden bewusstlose Radfahrerin am Straßenrand

Seifen. Die 53 Jahre alte Frau war Polizeiangaben zufolge am Sonntag in der Zeit von ca. 20.45 Uhr bis 21 Uhr ohne Helm mit ...

Altstadt-Brücke in Wissen zeugt von bewegter Vergangenheit

Wissen. Am Samstag, 22. August findet in Wissens Altstadt eine Brückenbaustellen-Besichtigung mit dem Landesbetrieb Mobilität ...

Auch am Samstagabend musste die Feuerwehr Hamm ausrücken

Hamm. Kurze Zeit später ging ein weiterer Notruf ein. In Heckenhof in der Eichenstraße sollte ein Anhänger und circa 50 Quadratmeter ...

Kreisfeuerwehrverband warnt eindringlich vor Waldbränden

Kreis Altenkirchen. Durch die immer noch anhaltende Corona-Beschränkungen im öffentlichen Leben suchen viele Bürgerinnen ...

Viele kamen zur Blutspende nach Birken-Honigsessen

Birken-Honigsessen. Zehn davon als Erstspender, was besonders erfreulich ist, so Lars Lauer und Luca Rohs als Rotkreuz-Bereitschaftsleiter ...

Kölner feierten 40. Hochzeitstag in der Grube Bindweide

Steinebach. Kurzerhand wurden die Kinder samt Ehepartner, die beiden Enkelkinder Marie und Philipp und die beiden Paten geladen ...

Weitere Artikel


MdL Wehner: Verkehrssituation in Weyerbusch

Weyerbusch. „Durch das sehr hohe Verkehrsaufkommen, besonders in den Früh- und Abendstunden, kommt es zu erheblichen Einschränkungen ...

Für Gottes Lob die richtigen Register der Rieger-Orgel ziehen

Marienstatt. Wer von den Laien schon einmal die Gelegenheit hatte, erstmals die Klaviatur der berühmten Rieger-Orgel in der ...

Mainzer Antwort auf Bahnhof: Kein Termin, keine Entscheidung, kein Geld

Wissen. Dies geht aus der Antwort von Staatssekretär Randolf Stich auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Dr. ...

Schwarzer Gürtel für fünf SPORTING Taekwondo Kämpfer

Kreis Altenkirchen. Die erfahrenen SPORTING Taekwondo Kämpfer Maik Stazenko, Jan Stazenko, Hannah Jolie Ulferts und Raphael ...

Abwasserbeseitigung in der Verbandsgemeinde hergestellt

Friesenhagen. Seit Ende der 60ger Jahre ist die Abwasserbeseitigung in der Verbandsgemeinde Kirchen (Sieg) kommunalpolitisches ...

Für Lebenshilfe Mittelhof gespendet

Wissen. Das Team der Firma Kölschbach bietet seit sechs Jahren den Besuchern des Karnevalszuges einen besonderen Service, ...

Werbung