Werbung

Region | - keine Angabe -


Nachricht vom 25.03.2016    

Gedanken zu Karfreitag - der Tag des Leidens

Jesus Christus wurde vor etwa 2000 Jahren am Kreuz hingerichtet. Daran denken die Christen am Karfreitag. Der Leidensweg Christi begann mit dem Einzug in Jerusalem, wo er freudig empfangen wurde und von den gleichen Menschen wurde dann sein Tod gefordert. Die modernen Leidenswege der Menschen geben Anlass zum Nachdenken.

Fotomontage: Wolfgang Tischler

Region. Vor der Freude des Osterfestes steht im christlichen Festverlauf die Woche des Leidens Jesu Christi. Der Kreuzestod steht im Mittelpunkt des Gedenkens. Was sagt das der deutschen Gesellschaft heute? Ohne Leid keine Freude und Zuversicht? Der Tod am Kreuz – für die gläubigen Menschen Europas aller christlichen Religionsgemeinschaften ein besonderer Tag. Glauben sie doch an den Tod, das ewige Leben, die Vergebung der Sünden und die Auferstehung Christi an Ostern. Und das soll Hoffnung geben, den Tod besiegbar machen und Zuversicht geben.

Dieser Glaube, manifestiert in vielen Gesellschaften christlicher Prägung, ist bis heute für die christliche Werteordnung in weiten Teilen der Welt Grundlage. Ist diese Werteordnung überhaupt noch in den Köpfen und Herzen der Menschen? Ist sie längst dem wirtschaftlichen Wohlergehen geopfert? Rührt uns das Leid der Millionen Flüchtlinge, der Tod im Meer oder in den Kriegen, die weltweit stattfinden.

Jesus wurde begeistert in Jerusalem empfangen, so schreiben die Chronisten jener Tage. Doch die gleichen Menschen fordern wenige Tage später den Tod am Kreuz. Wie würde der Leidensweg Jesu heute aussehen? Eigentlich sehen wir alle es jeden Tag: in Idomeni, auf der Insel Lampedusa, in den Elendslagern des Irak oder Jordaniens, in der Türkei. Erreichen uns diese schrecklichen Bilder vom Leid der Kinder, Frauen und Männer eigentlich noch?

Eher Nein. Denn die meisten Menschen sehen nur sich selbst, sehen das eigene Leben gefährdet, den Wohlstand, die Sicherheit. Es gibt aber auch die vielen tausend ehrenamtlich tätigen Flüchtlingshelfer im Land, die den Lehrsatz Jesu ernst nehmen, als er sinngemäß gesagt haben soll: „Das, was ihr dem Geringsten meiner Brüder angetan habt, habt ihr mir getan“.

Das Leid Jesu vor der Kreuzigung und am Kreuz sollte doch heute, 2000 Jahre später, nicht kalt lassen. Zumindest dann nicht, wenn Frauen und Männer eine humanistische, christlich geprägte Grundbildung genossen haben. Lernfähigkeit bedeutet doch auch, die veränderte Welt zu sehen, wahrzunehmen und zu begreifen.

Deutscher und europäischer Wohlstand resultiert aus der Wirtschaftskraft und zu einem nicht unerheblichen Teil aus den Waffenexporten. Da liefert Deutschland Panzer, Bomben und anderes Material zum Töten, sichert damit Arbeitsplätze im eigenen Land. Dann werden diese Waffen eingesetzt, die Zivilbevölkerung stirbt, flieht vor dem Terror und dem Krieg und sucht Schutz. Der Leidensweg der Kriegsflüchtlinge aus den aktuellen Kriegsgebieten Syriens endet mit dem Tod in der Ägäis.

Die EU zerstört die Märkte und die Wirtschaftskraft der afrikanischen Länder mit Billigprodukten. Da kostet ein Hähnchen, gemästet in einer Geflügelfarm in Deutschland, plötzlich nur die Hälfte auf dem Markt in Nigeria, Ghana oder Somalia. Der kleine Farmer mit seiner bescheidenen Subsistenzwirtschaft kann seine gemästeten Hühner nicht mehr verkaufen. Die Familien, ganze Dörfer verarmen, die junge Generation zieht es nach Europa. Der Leidensweg vieler afrikanischer Flüchtlinge endet mit dem Tod im Mittelmeer.

Die großen Fischfangflotten Europas holen die letzten Fische vor den Küsten Afrikas aus dem Meer. Die Fischer mit ihren kleinen Booten finden innerhalb der für sie erreichbaren Zonen nichts mehr, um den Lebensunterhalt der Familien zu sichern. Die Alten schicken die Jugend nach Europa – wer will es ihnen übelnehmen? Nun gelten diese Menschen als Wirtschaftsflüchtlinge – ohne Anrecht auf Schutz und Hilfe.

Das sind nur Beispiele, es gibt viele mehr. Die modernen Leidenswege der Menschen, egal woher sie auch kommen, sollten an Karfreitag präsent sein. Nicht nur bei Christen. (hws)



Kommentare zu: Gedanken zu Karfreitag - der Tag des Leidens

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Zahl der Covid-19-Infektionen im Kreis steigt auf 50

Über das Wochenende ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Kreis Altenkirchen weiter gestiegen. Laut aktueller Information der Kreisverwaltung sind nun 50 Menschen mit dem Virus infiziert. Weitere Laboruntersuchungen laufen.


Betzdorfer Unternehmen „Liquisign“ produziert nun Schutzanzüge

Wege aus der Krise finden, um weiterhin Umsatz zu generieren und um Mitarbeiter in Lohn und Brot zu halten: Das ist ein Ziel mit allerhöchster Priorität vieler Unternehmen nicht nur im Kreis Altenkirchen. Auf einem guten Weg ist die Firma "Liquisign" aus Betzdorf, die eigentlich in Sachen Coperate Fashion und Mitarbeiterkleidung unterwegs ist. In wenigen Tagen wird sie sich fast auf komplett neuem Terrain bewegen.


Anträge für Überbrückungshilfen können heruntergeladen werden

INFORMATION | Soforthilfen des Bundes für die Gewährung von Überbrückungshilfen als Billigkeitsleistungen für „Corona-Soforthilfen" insbesondere für kleine Unternehmen und Soloselbstständige können ab sofort beantragt werden. Bedingungen wurden gegenüber den Vorabinformationen entschärft. Download der Formulare bereits möglich.


Sind Corona-Soforthilfen für Kleinunternehmer eine Mogelpackung?

Die IHK und die ISB Mainz haben die Vorabinformationen zum Antragsverfahren für Corona-Soforthilfen für Selbständige und Kleinunternehmen bekanntgegeben. Ab Montagnachmittag (30. März 2020) sollen die Anträge verfügbar sein. Die Unternehmen (bis zehn Beschäftigte) sollen sich mit den Vorabinformationen schon auf die Antragstellung für die Corona-Soforthilfen des Bundes und des Landes vorbereiten.


So wirkt sich die Corona-Krise auf das Leben unserer Leser aus

„Kita geschlossen, Regale in den Läden leer, man wird schief angeschaut, wenn man nur hustet“: Wir haben unsere Leser bereits vor zwei Wochen gefragt, welche Auswirkungen das Corona-Virus auf ihr Leben hat. Seitdem sind die einschränkenden Maßnahmen deutlich verschärft worden. Was bedeutet das für die Menschen im Westerwald und wie gehen sie damit um?




Aktuelle Artikel aus Region


So wirkt sich die Corona-Krise auf das Leben unserer Leser aus

Region. Gearbeitet wird im Home Office, die Kinder gehen nicht zur Schule oder in die Kita, die Landesregierung schreibt ...

Zahl der Covid-19-Infektionen im Kreis steigt auf 50

Altenkirchen/Kreisgebiet. Seit Freitag (27. März) ist die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Personen im Kreis Altenkirchen ...

Kampagne von Pink Ribbon Deutschland zur Brustkrebs-Früherkennung

Würzburg/Region. Die 32-Jährige ist vielen bekannt als die ungewöhnliche Teilnehmerin der 2010er Staffel von GNTM, als strahlende, ...

Corona und Versicherungsschutz? Infos für Kitas, Schulen und Helfer

Andernach/Region. Kitakinder, Schülerinnen und Schüler
Schulen und Kitas in Rheinland-Pfalz sind bis zum Ende der Osterferien ...

Greift neue Dorf-App in Medienlandschaft ein?

Region. Über Dorf-Funk können die Einwohner/innen ihre Hilfe anbieten, Gesuche einstellen oder sich miteinander austauschen. ...

Enkeldienst: Wenn der Grandpa den Babysitter gibt

Erster Kontakt!
Ich sehen meinen Kleinen, nennen wir ihn mal Nieto, nicht so oft. Es liegen einige Kilometer zwischen unseren ...

Weitere Artikel


Abschlusskonzert am Samstag

Wissen/Altenkirchen. 22 Mädels und Jungs sind seit Montag mit erstaunlichem Ehrgeiz und Können bei der Sache: eine Woche ...

Schüler pflanzten den ersten Baum

Betzdorf. Nach Abschluss der umfangreichen Fällarbeiten am Bayersberg in Betzdorf haben jetzt zwei Schüler aus der City-AG ...

Erfolgreicher Nordschleifentest mit "Linda Lou"

Niederdreisbach/Nürburgring. Vor dem Saisonauftakt der 40. Saison der VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, nutzte das ...

Kreisbauernverband im Konflikt zwischen Landwirtschaft und Naturschutz

Eichelhardt/ Kreis Altenkirchen. Am Mittwochabend, den 24. März trafen sich zahlreiche Mitglieder zur jährlichen Versammlung ...

Werbung für das Duale Studium Maschinenbau

Altenkirchen. Statt sich wie gewohnt den Fächern Sozialkunde und Mathematik zu widmen, stand an diesem frühen Freitagmorgen ...

Vorerst keine neuen Flüchtlinge für Aufnahmeeinrichtung Stegskopf

Emmerzhausen. Das Land wird die qualitativ sehr gut geeignete Erstaufnahmeeinrichtung Emmerzhausen auf dem Stegskopf weiter ...

Werbung