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Nachricht vom 14.04.2016    

Steuereinnahmen: 2015 war Rekordjahr

Über 707 Millionen Euro – so hohe Steuereinnahmen konnte das Finanzamt Altenkirchen-Hachenburg noch nie verbuchen seitdem die beiden Behörden 2003 zusammengelegt worden waren. Es werden allerdings auch wieder magere Zeiten folgen. Und außerdem ist jetzt schon eine ganz andere Herausforderung zum Greifen nahe.

Vorsteher Hans-Dieter Wirth (sitzend) und Geschäftsstellenleiter Andreas Wertgen konnten sich über die Steuereinnahmen 2015 freuen. Foto: Archiv/ Katrin Bosch

Altenkirchen. Die Arbeitslosenzahlen sind niedrig und der Wirtschaft geht es vergleichsweise gut. Das schlägt sich auch in den Steuereinnahmen nieder. Der Vorsteher des Finanzamts Altenkirchen-Hachenburg, Hans-Dieter Wirth, und Geschäftsstellenleiter Andreas Wertgen hatten also allen Grund zur Freude, als sie die Zahlen der Presse vorstellten.

Die über 707 Millionen Euro, die 2015 eingenommen wurden, markieren einen neuen Höchststand. So lagen die Steuereinnahmen 2014 noch bei rund 658 Millionen und 2013 bei rund 638 Millionen Euro. Doch auf ein Hoch folgt auf kurz oder lang immer ein Tief. Und das wird nicht mehr allzu lange auf sich warten, stellte Vorsteher Wirth nüchtern fest.

Das schmälert natürlich nicht die Bedeutung der „Schallgrenze“ (Wirth), die 2015 geknackt wurde. Den größten Anteil hat die Umsatzsteuer daran. Rund 311 Millionen Euro konnten durch sie im Kreis Altenkirchen und den Verbandsgemeinden Hachenburg, Bad Marienberg, Rennerod und Westerburg eingenommen werden. 2014 lag der Wert noch bei 272 Millionen Euro, 2013 bei 268 Millionen Euro. Es folgt die Lohnsteuer, die für rund 244 Millionen Euro gesorgt hat (2014: 231 Millionen Euro; 2013: 220 Millionen Euro). Dank der Körperschaftssteuer sprudelten über 33 Millionen Euro in die öffentlichen Kassen (2014 und 2013: je rund 28 Millionen Euro). Die Einnahmen aus den übrigen Steuern, worunter zum Beispiel die Renn- oder Lotteriesteuer zählt, beliefen sich auf über 44 Millionen Euro.

Die Einkommensteuer fällt etwas aus dem Rahmen. 2013 wurden noch fast 80 Millionen Euro durch sie eingenommen, 2014 gar über 85 Millionen. 2015 waren es „nur“ noch rund 74 Millionen. Ist diese Entwicklung darauf zurückzuführen, dass es denjenigen, die diese Art der Steuer zahlen müssen, nämlich unter anderem Freiberufler wie Anwälte oder Vermieter, 2015 schlecht ging? Eher nicht, folgt man den Ausführungen von Geschäftsstellenleiter Wertgen. Schließlich seien die Einnahmen aus der Einkommenssteuer grundsätzlich Schwankungen unterworfen. Eine Erklärung dafür: Aufgrund der günstigen Zinsen ist es attraktiver, in seinen Betrieb zu investieren. Das drückt natürlich den zu versteuernden Gewinn. Zumindest fürs Erste. Immerhin können sich die Investitionen von heute in der Zukunft auszahlen. Spannend wäre natürlich, wie hoch die Steuereinnahmen pro Verbandsgemeinde sind. Aus datenschutzrechtlichen Gründen wollten Wirth und Wertgen hierzu keine Auskunft geben.

Interessant: Die Außendienstmitarbeiter des Finanzamts haben einen spürbaren Verdienst an den Steuereinnahmen. So wurden beispielsweise 426 Betriebsprüfungen durchgeführt, was dem Fiskus Mehreinnahmen von 5,2 Millionen Euro einbrachte. Die Mitarbeiter klingelten etwa bei Restaurants, Rechtsanwaltskanzleien oder Architekturbüros. Größere Betrieben widmet sich ein andere Behörde.

Und Apropos Mitarbeiter des Finanzamts. Hier steht die Behörde in den kommenden Jahren vor Herausforderungen. Momentan ist Vorsteher Wirth Chef von 230 Mitarbeitern und 23 Anwärtern (2014: 247 bzw. 21, Quelle: Jahresbericht Landesamt für Steuern). Mit 44,96 Jahren sind die Mitarbeiter allerdings im Schnitt nicht mehr die Jüngsten. Es fehle der Mittelbau, so Wirth. In den kommenden Jahren kann der Chef des Finanzamts jetzt schon damit rechnen, dass einige der Kollegen den Ruhestand antreten werden. Damit ginge ein wichtiger Erfahrungsschatz verloren. Ausgleichen wolle man dies unter anderem mit der Kampagne „Schule und Steuern“. Finanzbeamte sollen Schüler über den Sinn von Steuern informieren. Damit erhofft man sich als Nebeneffekt, mehr junge Menschen für den Beruf zu begeistern. (ddp)

Infos:
In Zeiten der „Panama Papers“ – oder wenn man etwas weiter zurückschaut – des Steuerskandals rund um Uli Hoeneß stellt sich die Frage, wie viele Selbstanzeigen von Steuersündern eingingen. In den letzten zwei Wochen tatsächlich keine einzige, wie Wirth erklärte. Im gesamten Jahr 2016 zeigten sich immerhin schon 16 Bewohner im Gebiet des Finanzamts Altenkirchen-Hachenburg selbst an. 2015 waren es 34. Kein Vergleich zu den 114 Selbstanzeigen aus 2014.



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