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Nachricht vom 04.05.2016    

Warnstreik bei Federal Mogul in Herdorf

In der gesamten Bundesrepublik gehen derzeit die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie auf die Straßen, um ihrer Forderung nach einer Lohnerhöhung von fünf Prozent Nachdruck zu verleihen. Auch im Geschäftsstellenbereich der IG Metall Betzdorf sind schon Warnstreiks erfolgt, am Mittwoch, 4. Mai legten rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Federal Mogul schichtübergreifend für eine Stunde die Arbeit nieder.

Uwe Wallbrecher kündigte für die Zeit nach Pfingsten 24-Stunden Streiks an, sollte es nicht zu einer Einigung kommen. Fotos: anna

Herdorf. Insgesamt hat das Unternehmen am Standort Herdorf rund 360 Mitarbeiter, wie Betriebsratsvorsitzender Bruno Köhler berichtete. Im ersten Viertel des Jahres 2016 habe es in einer Abteilung Kurzarbeit gegeben, doch seit Anfang April sei diese wieder aufgehoben. Derzeit sei eine Verbesserung der Auftragslage spürbar. Daher sei der Slogan „Wir für mehr“ auch absolut gerechtfertigt.

Kämpferisch gab sich Uwe Wallbrecher, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Geschäftsstelle Betzdorf in seiner Rede. Das Angebot der Arbeitgeber von 0,9 Prozent für 12 Monate und eine Einmalzahlung von 100 Euro seien ein Witz. Dies sei das niedrigste Angebot seit Jahrzehnten. Die Gewinnspannen der Unternehmen berechtigten die Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn. Wallbrecher bezeichnete die Arbeitnehmer als diejenigen, die zur Konjunktur im Land beitragen würden. Sie seien es schließlich, die durch ihre Einkäufe die Wirtschaft am Laufen hielten, sie seien der Motor der Konjunktur. Die Reaktion der Arbeitgeber nannte Wallbrecher „zuverlässig“ wie jedes Jahr. Wie immer stöhnten und jammerten diese auf hohem Niveau und erklärten, dass es nichts zu verteilen gebe. Da werde jedes Mal eine Gefahr für den Produktionsstandort herbeigeredet.

Sogar von einer „Scheinkonjunktur“ werde gesprochen. Ob denn wohl die Dividenden auch Scheinausschüttungen wären, fragte der 1. Bevollmächtigte in die Runde. Diesbezüglich hatte er einige Zahlen parat und berichtete, dass die fünf größten Konzerne des Landes eine Ausschüttung in einer Höhe getätigt hätten, die höher gewesen sei als eine achtprozentige Lohnerhöhung aller in den Unternehmen Beschäftigten. Die Aktionäre erhielten somit mehr Geld als die Mitarbeiter. Das führe dazu, dass die Leute heute bei Amazon und solchen Firmen einkauften, wo alles sehr billig sei. Und genau in diesen Unternehmen werde das Geld bei den Menschen abgeschöpft die dort arbeiteten. Seit der Wiedervereinigung seien nur noch 50 Prozent der Arbeitnehmer in geschützten Arbeitsverhältnissen. Alle anderen hätten bei gleicher Arbeit bis zu 20 Prozent weniger Lohn. „Tarifverträge sorgen für Gerechtigkeit“, sagte Wallbrecher. Das Entgelddumping gehe zu Lasten der Steuern- und Sozialkassen und somit zu Lasten aller. Wer gute Arbeit wolle, der solle dafür auch gut bezahlen. Die Warnstreiks wolle man auch in der nächsten Woche noch weiter führen, so Wallbrecher.



Wenn die Arbeitgeberseite am 13. Mai kein akzeptables Angebot auf den Tisch legen werde, will die IG Metall Geschäftsstelle Betzdorf nach Pfingsten erstmals sogar 24 Stunden Streiks durchziehen. Dafür wird es in der kommenden Woche Umfragen in allen 50 Betrieben geben. Bei fünf Unternehmen sollen danach diese 24-Stunden Streiks erfolgen, vorausgesetzt, dass 75 Prozent der Beschäftigten dafür stimmen.

Auch dem Thema Rente widmete sich der Gewerkschafter noch. Die Riesterrente habe sich nun endlich als einen Schuss in den Ofen erwiesen. Auch die doppelte Riesterrente und die Deutschland-Rente würden nicht funktionieren, da auch diese auf Spekulationsbasis an den Börsen basierten. Eine sichere Rente sei eben nur durch Umlagefinanzierung zu erreichen und am erfolgreichsten, wenn eben alle, Anwälte, Ärzte, Beamte und Besserverdienende mit einbezahlen würden. Wallbrecher kündigte an, dass dies ein weiteres Thema für die IG Metall sei, der Kampf um mehr Rente. (anna)


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