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Nachricht vom 14.05.2016    

Trotz möglichen „Brexit“: Betzdorf und Ross-on-Wye wollen Freunde bleiben

30 Gäste aus der englischen Stadt Ross-on-Wye verbringen Pfingsten bei ihren Betzdorfer Freunden vom Partnerschaftsverein. Wenn sie Dienstag abreisen, sind es nur noch wenige Wochen bis die Wähler in Großbritannien über den Austritt ihres Landes aus der EU („Brexit“) abstimmen. Ein brisantes Thema, das auch beim offiziellen Empfang eine Rolle spielte.

Gute Stimmung auf dem offiziellen Empfang der Gäste aus Ross-on-Wye (von links): Betzdorfs Bürgermeister Bernd Brato und der Vertreter des Stadtrats von Ross-on-Wye Phil Cutter. Fotos: Daniel Pirker

Betzdorf. Seit 1985 besteht die Städtepartnerschaft zwischen Betzdorf und Ross-on-Wye, einer Stadt im Südwesten Englands. Und 1973 trat das Vereinigte Königreich der Europaischen Wirtschafsgemeinschaft bei, dem Vorläufer der heutigen Europäischen Union. Mit dieser Partnerschaft könnte es schon bald vorbei sein. Am 23. Juni entscheiden die Wähler Großbritanniens nämlich darüber, ob ihr Land weiterhin Mitglied in der Europäischen Union bleibt. Dieses Referendum wird auch die politischen Beziehungen mit Deutschland empfindlich beeinflussen.

Was ist aber mit den zwischenmenschlichen Beziehungen? Sie scheinen freundschaftlich wie eh und je. Davon konnte sich jeder am Samstagvormittag im Betzdorfer Rathaus überzeugen. 30 Gäste aus der südwest-englischen Stadt Ross-on-Wye verbringen Pfingsten bei ihren Freunden vom Betzdorfer Partnerschaftsverein. Bis zur Abreise am Dienstag wird es zahlreiche Gelegenheiten geben, die teils über Jahrzehnte gewachsenen Freundschaften zu vertiefen, unter anderem bei einer Gartenparty, einem Bunten Abend in der Stadthalle (Motto: „Westerwald trifft Bayern“) oder einer Stadtführung in Hachenburg mit anschließender Brauereibesichtigung. Und gleichzeitig wird es auch zahlreiche Gelegenheiten geben, sich über den möglichen EU-Austritt Großbritanniens auszutauschen.

Was Betzdorfs Bürgermeister Bernd Brato davon hält, machte er in seiner Rede während des offiziellen Empfangs im Rathaus klar: „Wir brauchen Großbritannien auch in Zukunft. Nur so wird Europa bestehen können“, sagte der Verwaltungschef. Und während große Teile Englands seit jeher die EU skeptisch sehen, hat dies die Partnerschaft zwischen Ross-on-Wye und Betzdorf wohl kaum beeinträchtigt. Eher im Gegenteil, wenn man Brato zuhört. Die Beziehungen seien über die Jahre hinweg immer stabiler und verlässlicher geworden. Die Partnerschaft habe dazu beigetragen, die Lebens- und Denkweisen des anderen zu verstehen und Fremdes zu tolerieren. Kurz: „Aus Partnern sind Freunde geworden.“ Und diesen Erfolg habe man vor allem dem Engagement Einzelner zu verdanken, die sich mit der Partnerschaft identifizieren und sich ihr verpflichtet fühlen. Das beste Beispiel hierfür saß in der ersten Reihe: Dr. Gerhard Hermann, der Initiator der Partnerschaft. Dem langjährigen Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins dankte Brato denn auch außerordentlich.

Phil Cutter vom Stadtrats Ross-on-Wyes hob ebenso die Bedeutung und den Erfolg der Partnerschaft hervor. Er vertrat den frisch gewählten Bürgermeister David Ravenscroft. Man genieße es jedes Mal, nach Betzdorf zu kommen, so Cutter. Und die Gastfreundschaft, die sei „super“. Auch an dem typisch englischen Humor sparte der Stadtrat nicht: „Als die Vertragsurkunden unterschrieben wurden, war ich noch ein Baby“, scherzte der graumelierte englische Gast, der Vater von drei Söhnen im Erwachsenenalter ist. Und was den möglichen EU-Austritt seines Landes angeht: „Egal, ob drin oder draußen – wir werden immer Freunde bleiben.“ ddp



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Kommentare zu: Trotz möglichen „Brexit“: Betzdorf und Ross-on-Wye wollen Freunde bleiben

1 Kommentar
Was hat ein denkbarer Brexit mit einer Städtepartnerschaft zu tun?
Im Rahmen eines Partnerschaftsbesuches derartiges ins Gespräch zu bringen halte ich für sehr unangemessen. Freundschaft kennt keine Hindernisse. Ob die betroffenen Staaten in einem Länderverbund zusammengeschlossen sind oder nicht, hat weiß Gott bei einer solchen ferundschaftlichen Zusammenkunft nichts zu suchen. Das klingt ja gerade so, als hätte man sich sonst nichts zu sagen. Die Politik sollte stets im Hintergrund sein, wenn es um Partnerschaften unter Städten geht. Mich reggt so etwas auf.
#1 von Gerhard V., am 21.05.2016 um 06:36 Uhr

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