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Nachricht vom 23.05.2016    

Besondere Ausstellung in Freudenberg

Das „4Fachwerk Mittendrin Museum“ Freudenberg präsentiert bis 3. Juli eine besondere Ausstellung aus dem Nachlass des Malers Siegfried Vogt, der im Mai 1998 starb. Mit vielen Gästen wurde die Ausstellung eröffnet, es ist eine Hommage an den Siegerländer Künstler dessen Wirken weit über die Region hinaus bekannt wurde. So gibt es im Siegerland, im Kreis Olpe und auch im Wisserland bis heute Zeugnisse seines Schaffens.

Dr. Ingrid Leopold erhielt den Dank von Wolfram Vogt der den Nachlass des Vaters sicherte und nun zum Teil der Öffentlichkeit zugängig machte. Fotos: Helga Wienand-Schmidt

Region/Freudenberg. Sohn Wolfram Vogt hatte den Nachlass gesichert und bei ihm stieß die Idee einer Ausstellung des Vereins „4Fachwerk Mittendrin“ auf breite Zustimmung. Mit Kuratorin Dr. Ingrid Leopold gab es viele Treffen und die Ausstellung wurde vorbereitet.
Der Verein mit seinen aktuell 113 Mitgliedern unterhält das Museum in Freudenberg mit seinen vier Abteilungen. Dazu zählen auch die wechselnden Ausstellungen, die Künstler mit internationaler und regionaler Bedeutung nach Freudenberg in die historische Altstadt führen. Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 20. März waren mehr als 60 Gäste der Einladung gefolgt und darunter einige Personen, die Siegfried Vogt kannten und so zu lebendigen Erinnerungen an den bekannten Maler beitrugen.

Die Ehrung für den Künstler, der in Niederheuslingen mit seiner Familie lebte war dem Museum ein Anliegen. Denn für Freudenberg und die Region schuf Vogt viele Werke, die in die Geschichte eingingen. So porträtierte er die Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Siegen, zwei Werke stellte die IHK für die Ausstellung zur Verfügung. Vogt malte bis kurz vor seinem Tod. Professor Hans-Georg Fries erinnerte daran, auch er hat das Portrait seiner Ehefrau für die Ausstellung bereitgestellt. Mit Schubert-Liedern, begleitet von Ute Pospischil am Piano, verschönerte Prof. Fries die Vernissage.

Die Einführung in das Leben und Wirken des Malers übernahm Dr. Ingrid Leopold. Sie hatte sich in die Lebensgeschichte des Künstlers, der 1912 geboren wurde und in Dresden aufwuchs, eingearbeitet. Mit einem Gedicht von Erich Kästner, einem ebenso erklärten Pazifisten wie Siegfried Vogt, gab sie ein Überblick über das Leben des Malers. Vogt sollte Kaufmann werden, das missfiel ihm und schon in jungen Jahren hatte er beschlossen: Ich werde Maler. Es kam so. Er wurde mit 18 Jahren jüngster Student an der Kunstakademie Dresden. Dem Zufall und seiner Mutter ist es zu verdanken, dass es das erste Bild Siegfried Vogts, mit der er an der Akademie aufgenommen wurde heute noch gibt. Er wurde Meisterschüler von Ferdinand Dorsch und Otto Dix berief ihn als Gastschüler in seine Klasse. 1937 erhielt er eine Auszeichnung, die man heute als sächsischen Staatspreis bezeichnet. Die Dotierung, damals 4000 Reichsmarkt ermöglichten erstmals Studienreisen. Alle Skizzen und Werke die in jener Zeit entstanden, fielen dem Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 zum Opfer.



Die Kriegsjahre, die Gefangenschaft in Russland hinterließen ihre Spuren. Die Verbrechen an der Menschlichkeit malte Siegfried Vogt und sie mahnen bis heute eindringlicher als jedes Wort es vermag. Mit Ehefrau Kläre und Sohn Wolfram, es folgten zwei weitere Söhne, begann das Leben im Siegerland. Vogt schuf nicht nur unzählige Bilder und Portraits, auch die riesigen Sgraffito-Bilder an und in Gebäuden wurden zum Teil sein Markenzeichen. Viele dieser Werke sind längst dem Abriss zum Opfer gefallen, eines wurde erhalten und schmückt heute den Besprechungsraum der Brendebach-Ingenieure in Wissen. Die Walzwerk-Bilder entstanden in der Blütezeit des Werkes.

Siegfried Vogt war von 1965 bis 1979 Kunsterzieher an Siegener Gymnasien und auch für die Volkshochschule Siegen als freier Dozent tätig. Dann kam der Ruhestand, den er verwandelte und mit Ehefrau Kläre auf Reisen ging. Es gibt in der Ausstellung Bilder zu sehen, die von diesen Reisen erzählen. „Malen um der Ästhetik und der Schönheit willen“, so ist die Ausstellung untertitelt und sie ist einen Besuch wert. Denn die Werke des Künstlers brauchen keine langwierigen Erklärungen sie sprechen den Betrachter sofort an und laden zum Dialog ein.
Geöffnet ist das Museum in Freudenberg, Mittelstraße 4, mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Am Freitag, 10. Juni, 19 Uhr ist eine Lesung mit Dr. Ingrid Leopold und Prof. Hans-Peter Fries zum Leben und den unvergessenen Episoden zum Künstler Siegfried Vogt. (hws)


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