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Nachricht vom 02.06.2016    

Herdorf reißt Grundschulgebäude Schneiderstraße ab

Dieses Bild, von Kindern die aus dem Grundschulgebäude an der Schneiderstraße heraus gelaufen kommen, wird bald der Vergangenheit angehören. Genauer gesagt mit dem 15. Juli, dem letzten Schultag endet die Ära der Maria-Homscheid-Grundschule, da die Stadt Herdorf diesen Schulstandort aufgibt. Rund 210 Kinder gehen dann mit dem neuen Schuljahr in die Don-Bosco Schule.

Am 15. Juli, dem Zeugnistag werden die Grundschüler ein letztes Mal das Gebäude verlassen, die Grundschule soll abgerissen werden. Fotos: anna

Herdorf. Im Januar 1982 wurde das Grundschulgebäude eingeweiht und galt damals als zukunftsweisend in seiner Flachbauweise, die in späteren Jahren einen Erweiterungsbau erhielt, der sich problemlos an das Hauptgebäude anfügen lies. Nun jedoch ist das Schulgebäude in die Jahre gekommen. Eine große energetische Sanierung wäre notwendig, ebenso wie eine hohe Investition in Brandschutzmaßnahmen. Außerdem gibt es schon seit langem Pläne hinsichtlich der Entwicklung „Hüttengelände“ und der dortigen Ansiedlung eines großen Einkaufszentrums.

Des Weiteren hat die Stadt ja noch die auslaufende Realschule plus an der Homscheidstraße, die mangels Schülerzahlen nur noch bis zum Jahr 2020 in Betrieb sein wird. Also erging der Ratsbeschluss, dass die Grundschule von der stark befahrenen Durchgangsstraße weg in die abseitsgelegene Homscheidstraße umziehen wird. Dieser Umzug erfolgt nun mit Beginn des kommenden Schuljahres am 29. August. Ab dann stehen den 100 Schülerinnen und Schülern der Realschule plus in der Don-Bosco Schule 210 Mädchen und Jungs der Maria-Homscheid-Grundschule am gleichen Standort gegenüber. Die Realschüler beziehen dann ausnahmslos den separaten Neubau der Don Bosco Schule, behalten aber noch zwei bis drei Fachräume im Altbau (Physik/Chemie Lehrküche und Werkraum) für ihren Unterricht.

Die Grundschüler verteilen sich auf 10 Klassenräume, einen Ruheraum, und Differenzierungsräume im Altbau. Für den Ganztagsunterricht der Grundschule stehen dieser aber auch die Lehrküche und der Werkraum zur Verfügung und werden ihr auch später erhalten bleiben. Dass diese Doppelnutzung des Realschulstandortes nicht ohne Investitionen von Statten gehen kann, versteht sich von selbst. Auch dort muss nun in Brandschutzmaßnahmen investiert werden. Außerdem benötigen die Kleinen natürlich auch für sie passende Sanitäranlagen. Dazu werden auf dem unteren Schulhof Container aufgestellt. Dadurch entstehen aus den bisherigen Durchgangsumkleideräumen zur Turnhalle, dann richtige Umkleideräume und eben kindgerechte Toilettenanlagen.

Die Verwaltung der Grundschule erhält neue Räume im ehemaligen Sekretariat und Lehrerzimmer der Realschule plus. Der frühere Klassenraum Nr. 16 wird das gemeinsame Lehrerzimmer für alle Pädagogen, sowohl der Grundschule als auch der Realschule plus. Das alles befindet sich derzeit noch in der Entstehungsphase und soll bis zum Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen sein. Bis dahin sind dann rund 400.000 Euro investiert, womit aber noch nicht Schluss ist. Weitere Investitionen sollen folgen, so wird das Gebäude einen Aufzug erhalten, damit auch beeinträchtigte Schüler alle Etagen problemlos erreichen können. Bei einer vor wenigen Tagen stattgefundenen Informationsveranstaltung für die Eltern der Grundschüler kam auch die Fragen nach der Nutzung der beiden Schulhöfe zur Sprache.

Die Eltern der Grundschüler sind dafür, dass es in den Pausen eine Trennung zwischen den kleinen und den großen Schülern geben soll, so dass den Grundschülern also nur der untere Schulhof mit gerade einmal 1000 Quadratmetern zur Verfügung stehen wird. In der bisherigen Grundschule ist das Flächenangebot etwa viermal höher, zudem haben die Kinder neben der gepflasterten Schulhoffläche auch noch jede Menge Wiese zum Toben und es gibt Spielgeräte und eine Kletterwand. Ein Teil dieses Spielangebotes möchte man den Kindern aber auch schon ab dem kommenden Jahr wieder bieten können, erklärte Bürgermeister Uwe Erner im Gespräch mit dem AK-Kurier.

Teilen hingegen müssen sich die Realschüler und die Grundschüler aber auf jeden Fall die Turnhalle. Wie genau das gehen wird steht noch nicht fest. Allein die Realschüler haben 12 Turnstunden pro Woche, erklärte Schulleiter Ralph Meutsch. Kein Problem hingegen sieht die kommissarische Leiterin der Grundschule Isabell Meutsch in der zeitgleichen Nutzung der Mensa. Etwa 50 Kinder werden voraussichtlich ab dem neuen Schuljahr das Ganztagsangebot annehmen und in der Schule Mittagessen. Dies wurde auch bisher in zwei Gruppen durchgeführt. Die ersten und zweiten Klassen von 12 bis 13 Uhr und die dritten und vierten Klassen von 13 bis 14 Uhr. Da wäre es kein Problem die Realschüler zur gleichen Zeit zu verköstigen, da dies ohnehin nur ganz wenige wären, die dieses Angebot in Anspruch nähmen. Eine aufregende Sache sei der Umzug aber allemal, so Isabell Meutsch. Die Eltern, die Kinder und auch das gesamte Lehrpersonal sehen dem Beginn des neuen Schuljahres mit Spannung entgegen.

Der Name Maria-Homscheid-Grundschule, soll laut Bürgermeister Uwe Erner mit umziehen. Es gebe keinen Grund den Namen fallen zu lassen. Der Name Don-Bosco Schule wird hingegen ab 2020 nicht weiter bestehen, da die Realschule plus dann nicht mehr existiert.

Das Grubenpferd, welches das Grundschulgelände an der Schneiderstraße ziert, soll innerhalb der Stadt einen neuen Standpunkt erhalten, wo ist allerdings noch nicht geklärt. Und dann wäre da noch die Großturnhalle. Auch die wird der Umgestaltung des ehemaligen Hüttengeländes weichen müssen. Im Hinblick auf deren Nutzungsgrad durch die Sportvereine der Stadt soll die Turnhalle aber so lange wie möglich noch stehen bleiben. Mit deren Abriss wird es dann wohl für rund ein Jahr eine Vakanz geben. Aber Herdorf wird eine neue Großturnhalle, ebenfalls mit Dreifach-Nutzungsmöglichkeit erhalten. Wo diese aber errichtet werden wird, dazu konnte sich der Bürgermeister noch nicht konkret äußern. Es gäbe drei mögliche Standorte. (anna)


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