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Nachricht vom 06.06.2016 - 07:32 Uhr    

Feuerwehrfest des Abschieds und des Neuanfangs

Mit Christian Baldus dankte auf dem Kirchener Feuerwehrfest ein Verbandsgemeinde-Wehrleiter ab, der sich über viele Jahre in verschiedenen Funktionen hohen Respekt erworben hat. Sein Nachfolger will an die Arbeit seines Vorgängers anknüpfen. Der Personalwechsel ging einher mit der Übergabe eines Löschfahrzeugs, das gleich zwei Wagen ersetzt.

Auf Christian Baldus (2. von links) folgt Ralf Rötter (4. von links). Er wurde im Rahmen des Feuerwehrfestes von VG-Bürgermeister Jens Stötzel (3. von links) in das Amt eingeführt, genauso wie der neue stellvertretende Wehrleiter Steffen Kappes (rechts). Außerdem auf dem Foto: die Lebensgefährtinnen der Feuerwehrmänner - und im Hintergrund der neue Einsatzwagen. Fotos: Daniel Pirker

Kirchen. Zwei Jahre diente Christian Baldus der Verbandsgemeinde Kirchen als Wehrleiter. Nun sah der selbstständige Schornsteinfeger keine andere Möglichkeit als sein geliebtes Ehrenamt aufzugeben aufgrund der beruflichen Belastung. Denn wenn Baldus etwas anpackt, dann zu 100 Prozent, wie er anlässlich seiner Verabschiedung auf dem Feuerwehrfest in Kirchen betonte. Das Amt des Wehrleiters war der bisherige Höhepunkt seiner rund zwei Jahrzehnte umspannenden ehrenamtlichen Laufbahn bei der Feuerwehr. Bereits im letzten Sommer hatte sich Baldus aus dem Führungsteam der Kreisjugendfeuerwehr verabschiedet. Damals wie heute betonten die Verantwortlichen in ihren Reden den außergewöhnlichen Einsatz, den der Feuerwehrmann an den Tag gelegt hat. So würdigte allen voran Verbandsgemeindebürgermeister Jens Stötzel die Leistungen von Baldus, der der Feuerwehr zumindest im Löschzug Herkersdorf/ Offhausen als Einsatzkraft erhalten bleiben wird. Die Verantwortung für einen Betrieb habe letztlich Priorität, sagte Stötzel und zeigte damit Verständnis für die Entscheidung des scheidenden Wehrführers. Immerhin, so der Verwaltungschef, werde von einem Wehrführer nicht weniger erwartet als die Einsatzfähigkeit der Truppe rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr.

Baldus selbst dankte in seiner Abschiedsrede ausführlich den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung sowie den Kameraden und deren Familien: „Es hat große Freude gemacht, mit Euch zusammenzuarbeiten.“ Auf seine Zeit als Wehrleiter blickt Baldus mit positiven Gefühlen zurück: „Es war trotz der großen Last eine sehr schöne und vor allem erfahrungsreiche Zeit.“ Dem neuen Leitungsteam wünschte er, dass sie so harmonisch wie bisher zusammenarbeiten können: „Ich bin mir sicher, Ihr macht Eure Arbeit sehr gut.“ Apropos neues Führungsteam der Verbandsgemeindefeuerwehr: Als Nachfolger von Baldus wurde sein bisheriger Stellvertreter Ralf Rötter im Rahmen des Festes verpflichtet. Auf ihn folgt Steffen Kappes. Thomas Wickler bleibt der VG-Feuerwehr als Stellvertreter des Wehrführers erhalten.

Rötter geht seine neue Aufgabe frohen Mutes an, wie in seiner Antrittsrede deutlich wurde. Unter anderem hob er die gute Zusammenarbeit über die Verbandsgemeinde- und Ortsgrenzen hervor: „Ich hoffe und gehe davon aus, dass dies auch unter meiner Führung so bleiben wird.“ Es sei einfach schön anzusehen, wie eng die Feuerwehren, die Polizei sowie die weiteren Hilfsorganisationen inzwischen zusammenarbeiten.
Auch auf zukünftige Herausforderungen ging der neue Wehrleiter ein. Beispiele? Der bevorstehende Neubau des Feuerwehrhauses in Harbach, die erstmalige Erstellung des Brandschutzplanes ab 2017 und die aus seiner Sicht größte Aufgabe: der demografische Wandel und die damit verbundene Rekrutierung neuer Einsatzkräfte. Außerdem muss sich die Feuerwehr der steigenden Belastung der Gerätewarte und generell der Führungskräfte stellen.

Mit der personellen Veränderung ging auf dem Feuerwehrfest auch ein technischer Wechsel einher. Den Besuchern wurde der neue Hilfeleistungslöschzug HLF 20/16 präsentiert, der nicht nur bei Bränden zum Einsatz kommt, sondern auch bei technischen Hilfeleistungen. Das Fahrzeug ersetzt zwei in die Jahre gekommene Fahrzeuge. „Aus zwei mach eins“, brachte Bürgermeister Stötzel die Vorzüge der Neuanschaffung auf den Punkt. Und die war natürlich nicht zum Nulltarif zu bekommen. 315.000 Euro wurden investiert, davon 31.000 Euro vom Kreis, 119.000 Euro vom Land und 165.000 Euro von der Verbandsgemeinde. Der Wehrleiter des Löschzugs Kirchen, Philipp Link, sprach von einer „maßgeschneiderten Lösung“ – die allerdings im Vorfeld nicht unumstritten war. Der Landesrechnungshof hätte dem Kauf fast einen Strich durch die Rechnung gemacht, erinnerte Link. Das nahmen die Verantwortlichen der Feuerwehr offenbar als Herausforderung an, sich umso mehr für das neue Fahrzeug einzusetzen, wie in Links Rede deutlich wurde – mit Erfolg, wie jeder Festbesucher vor Ort feststellen konnte. Der neue Wagen zog die Blicke zahlreicher großer und kleiner Gäste an. (ddp)



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