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Nachricht vom 15.06.2016    

Rotmilan von einem Windrad erschlagen

Rotmilane und Schwarzstörche kennen keine Ländergrenzen, sie leben dort wo es ausreichend Futter und ihren Bedürfnissen angepasste Natur gibt. Sie gelten als gefährdete Arten. Jetzt wurde der zweigeteilte Kadaver eines einjährigen Rotmilans an der Landesgrenze in unmittelbarer Nähe eines von drei Windrädern sichergestellt. Noch bietet das Wildenburger Land ein Schwerpunktvorkommen dieser Vögel.

Horst Braun fand den Rotmilan, der von einem Windrad bei Morsbach-Wendershagen zweigeteilt wurde. Fotos: C. Buchen

Friesenhagen/Morsbach. Unter einem der drei Windräder oberhalb von Morsbach-Wendershagen ist kürzlich ein verendeter Rotmilan gefunden worden. Ein aufmerksamer Landwirt entdeckte zunächst den abgetrennten linken Flügel des Greifvogels. Milane haben eine Gesamt-Flügelspannweite von rund 175 Zentimetern. Beim weiteren Absuchen der Umgebung des Mastfußes wurde dann auch noch 18 Meter vom Flügel entfernt der Körper des Rotmilans gefunden.

Der Landwirt informierte sofort Horst Braun aus Friesenhagen-Steeg, der für die Bürgerinitiative Wildenburger Land derzeit die Kartierung von Rotmilan und Schwarzstorch organisiert. Zusammen mit dem Morsbacher Vertrauensmann für Vogelschutz, Christoph Buchen, der ebenfalls schon seit Jahren die Milane im Bereich Morsbach-Friesenhagen erfasst, wurde der verendete Rotmilan gesichert und die Fundstelle fotografisch dokumentiert.

Als langjährige, erfahrende Ornithologen meldeten Braun und Buchen den Fund zunächst sofort der Polizei und dann auch den zuständigen Behörden. Im Auftrag der Unteren Landschaftsbehörde in Gummersbach wurde der zweigeteilte Kadaver zur weiteren Untersuchung an das Veterinäruntersuchungsamt nach Krefeld eingeschickt. Außerdem wurden die Behörden im Kreis Altenkirchen informiert, stehen doch die drei Windräder bei Wendershagen in unmittelbarer Nähe der rheinland-pfälzischen Landesgrenze. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um einen einjährigen Rotmilan.

„Was wir schon länger vermutet haben, konnte jetzt eindeutig belegt werden.“, stellt Horst Braun fest. „Windräder sind für Vögel tödliche Fallen.“ Das bestätigt auch Christoph Buchen, der den getöteten Rotmilan von Wendershagen an die bundesweite zentrale Erfassungsstelle für Anflugopfer an Windenergieanlagen bei der Vogelschutzwarte Brandenburg gemeldet hat. Der dort zuständige Wissenschaftler Tobias Dürr teilte Buchen mit, dass der Rotmilan die Liste der Anflugopfer in der Bundesrepublik anführt. „Der Rotmilan sucht gerne im Bereich von Windrädern nach Nahrung und wird dabei oft von den Rotorblättern erschlagen.“, meint der Ornithologe Christoph Buchen und fährt fort: „Fuchs und Marder entsorgen die Kadaver dann rasch, so dass nur wenige Anflugopfer überhaupt gefunden werden.“

„Unsere Heimat trägt eine besondere Verantwortung für den Rotmilanbestand in der Bundesrepublik“, weiß Horst Braun zu berichten. „Dort, wo das südliche Bergische Land auf den nördlichen Westerwald stößt, befindet sich im Raum Morsbach-Friesenhagen noch ein Schwerpunktvorkommen des Rotmilans, das für den westdeutschen Bestand der Vogelart von großer Bedeutung ist.“, stellt Braun fest.

Buchen und Braun sind sich einig: „Die 18 geplanten Windräder an der Gemeindegrenze von Friesenhagen und Morsbach, je 200 Meter hoch, würden künftig den Rotmilan- und Schwarzstorchbestand im Wildenburger Land zusätzlich gefährden. Wir befürchten weitere Anflugopfer sowohl aus der Vogelwelt, als auch bei den Fledermäusen, wenn diese Windräder tatsächlich genehmigt werden.“


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Kommentare zu: Rotmilan von einem Windrad erschlagen

4 Kommentare
Konsequent wäre dann aber auch, sich eindeutig gegen das separieren und töten männlicher Eintagsküken aufgrund mangelnder Rentabilität auszusprechen.
Denn DAS kommt millionenfach in Deutschland vor und ist zweifelsohne auch vorsätzliches, sinnloses töten eines Wirbeltieres. Wo ich hingegen den hier beschriebenen Vorgang als Unfall einstufen würde.
#4 von Lucas Huber, am 16.06.2016 um 12:32 Uhr
Richtig !!! weg mit den Windrädern baut lieber wieder mehr Atomkraftwerke auf ein paar mehr Krebstote kommt es ja nicht an,hauptsache die Tiere leben sicherer!!
#3 von klicke, am 16.06.2016 um 11:14 Uhr
Es stimmt: Windkraftanlagen kosten einigen Vögeln das Leben. Die Tiere geraten in die Rotorblätter oder fliegen gegen Masten. Deswegen aber die Windkraft zu verteufeln ist absurd!
Deutlich mehr Vögel werden durch PKW etc. getötet... Aber wer möchte deshalb auf sein Auto verzichten?! Diese "Dinger" verschandeln wirklich die Natur ;-)
Vieles kann anders gemacht werden, aber es braucht Mut es umzusetzen...
#2 von Gerd Hagemes, am 16.06.2016 um 11:13 Uhr
Hier kann man doch genau sehen was Windräder anrichten. Nicht nur, dass sie die Landschaft verschandeln, sondern auch unsere Vögel Sterben.
Bund und Länder sollte sich Gedanken, bevor man solche " Dinger " in die Natur setzt.
Vieles kann anders gemacht werden, aber es braucht Mut es umzusetzen.
#1 von Peter Piechnitzek, am 16.06.2016 um 07:03 Uhr

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