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Nachricht vom 20.06.2016    

Synode im Zeichen des Abschieds und wichtiger Entscheidungen

Die Synode des evangelischen Kirchenkreises tagte in Hamm und es gab ein umfangreiches Programm. Im Zeichen des Abschiedes von Kreiskantor Alexander Kuhlo und Landeskirchenrätin Katja Wäller stand die Tagung. Des Weiteren gab es im Programm Die Satzungsänderung, Wahlen und die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr 2017.

Kreiskantor Alexander Kuhlo verlässt zum 1. September den Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen und wird Dekanatskantor in Stuttgart. Bei seinem letzten Synodengottesdienst entpflichtete und verabschiedete Superintendentin Andrea Aufderheide den „großartigen musikalischen Botschafter“. Fotos: Petra Stroh

Kreis Altenkirchen. Musikalische Freude und Abschiedsschmerz bestimmten den Auftaktgottesdienst der Synode des Evangelischen Kirchenkreises in der Kirche in Hamm. Als Synodenpredigerin griff Pfarrerin Dorothea Krüger-Sandmann, Krankenhaus-Seelsorgerin im Kirchenkreis, in ihrer „Lied-Predigt“ ein ureigenes protestantisches Anliegen, Gottes Wort verstehbar zu machen, auf.

Das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr im Blick, erinnerte sie daran, dass es Luther ebenso wie anderen evangelischen Liederdichtern auf ganz besondere Weise gelang, die Menschen mit biblischen Inhalten vertraut zu machen, sie „herznah“ erreichte, ihnen Hoffnung und Zuversicht vermittelte. Bot die Predigerin „Nahrung für den Kopf“, so setzen die beiden Orgelbegleiter, Gemeindekantor Achim Runge (Hamm) und Kreiskantor Alexander Kuhlo die frohe Botschaft gekonnt in seelennahrungsreiche Töne um.

Dem Kreiskantor machte es bei seinem Part spürbar Freude, alle Feinheiten der jüngst frisch geputzten Orgel in der Hammer Kirche auszutesten und seinen zahlreichen „Fans“ diverse „Sahnehäubchen“ innerhalb der vertrauten Melodien anzubieten. „Sie verstehen Musik als einzigartige Klang-Sprache, die nicht nur unter uns Menschen - gesungen und gespielt – Resonanz erzeugt, sondern die auch Ausdruck lebendiger Kommunikation zwischen Mensch und Gott und Gott und Mensch ist und vielleicht sogar zu den Lieblingssprachen Gottes zählt!“ Superintendentin Andrea Aufderheide würdigte im letzten Synodengottesdienst des scheidenden Kreiskantors dessen vielfältiges und nachhaltiges Wirken im Kirchenkreis. „Wir bedauern Ihren Weggang nach vier Jahren im Kirchenkreis sehr“, unterstrich sie. Es sei nachvollziehbar, dass die neue Aufgabe – er tritt zum 1. September eine Dekanatskantorenstelle in Stuttgart an – in einer Großstadt mit ihrem vielfältigen Kulturangebot für ein kirchenmusikalisches Ausnahmetalent, wie es Alexander Kuhlo sei, ganz andere Optionen als der Westerwald bereit halte und ihn deshalb reize. „Danke für die Zeit, in der wir an Ihrem virtuosen Können und klangreichen Wirken Anteil haben durften“.

Superintendentin Aufderheide lobte Kuhlo als „großartigen musikalischen Botschafter des Kirchenkreises“, der mit seinen vielfältigen Angeboten Menschen erreicht habe, die der Kirche und ihren sonstigen Angeboten eher zurückhaltend gegenüber stehen. Neben dem beeindruckenden Orgelspiel, seinem „Bachzyklus“ im Kirchenkreis und den großen Chor- und Orchesterwerke, die er den Menschen in der Region schenkte, habe Kuhlo weitere Spuren hinterlassen. Beispielhaft nannte die Superintendentin unter anderem die Nachwuchsförderung junger Organisten, das Heranführen von Kindern und Jugendlichen an die Kirchenmusik bei Kinder-Musicals und seine Rock- und Popangebote. Mit lang anhaltendem Beifall verabschiedete die Synode in der Hammer Kirche „ihren Kreiskantor“ und setzte so hinter die Dankesworte der Superintendentin ein dickes Ausrufezeichen.



Weitere „Abschiedsmomenten“ gab es auch bei der anschließenden Tagung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Landeskirchenrätin Katja Wäller, die seit vielen Jahren den Kirchenkreises Altenkirchen von landeskirchlicher Seite aus begleitet, wechselt demnächst ebenfalls ihren Einsatzort. Zu Beginn der Synodaltagung herzlich bedankt, musste die Juristin in dem zeitaufwändigen Diskussionsprozess zur Umsetzung des „Verwaltungsstrukturgesetzes“ mit ihrem Fachwissen bei schwierigen Fragen des Öfteren beraten. Das entsprechende Gesetz, das die Landessynode 2013 beschlossen hatte, soll zum 1. Januar 2017 auch im Kirchenkreis Altenkirchen umgesetzt werden.

Beschlossen wurden in diesem Zusammenhang nach regen Diskussionen eine neue Satzung für das Verwaltungsamt sowie ein neuer Modus zur Berechnung der Umlage. Um die ohnehin knappen Finanzmittel der einzelnen Gemeinden nicht noch mehr auszureizen, lehnte die Kreissynode allerdings im Verwaltungsbereich mehrheitlich personelle Aufstockungen ab bzw. vertagte Entscheidungen, um Zeit zur Ermittlung von Alternativen zu gewinnen.

Mit großer Mehrheit wählte die Kreissynode hingegen ihren Nominierungsausschuss, der die Wahlsynode im November vorbereiten soll, und ihre Abgeordneten für die Landessynode. Neben Superintendentin Andrea Aufderheide bzw. deren Stellvertreter Pfarrer Marcus Tesch (Wissen) wird der Kirchenkreis von 2017-2021 auf der Landessynode von Pfarrer Martin Haßler (Betzdorf/neu) und den wiedergewählten nichttheologischen Abgeordneten Petra Stroh und Frank Schumann (Birnbach) vertreten.

Mit einem Bilderzyklus erinnerte sich die Kreissynode an den dreiwöchigen Besuch der Delegation aus dem Partnerkirchenkreis Muku (Kongo). Als Zuschuss für die Anschaffung eines Fahrzeuges – für die vielfältigen Aufgaben der kirchlichen Mitarbeiter in dem großflächigen Kirchenkreis in Afrika unerlässlich – sammelte die Synode eine Kollekte von rund 450 Euro.

Mit viel Freude will der Kirchenkreis Altenkirchen im kommenden Jahr ein Doppeljubiläum feiern: 200 Jahre Kirchenkreis Altenkirchen und 500 Jahre Reformation stehen im Fokus! Die Projektgruppe unter Leitung von Pfarrerin Kirsten Galla stellte erste Planungen des Festjahres vor, das am Reformationstag im wahrsten Sinne des Wortes „eingeläutet“ werden soll. Vortragsveranstaltungen, Gottesdienste an „ungewöhnlichen“ Orten, wie etwa im Regio-Bahnhof in Wissen, und weitere Aktionen werden vorbereitet. (PES)



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