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Nachricht vom 24.07.2016    

BI Hümmerich sucht Mitstreiter bei Politik und Naturschutzverbänden

Möglichst viele Bürger sollen sich in den aktuellen Verfahren gegen die geplanten Windkraftanlagen wehren. Dies wünscht die Bürgerinitiative (BI) Hümmerich, die nun auch den Schulterschluss mit der Politik und Naturschutzverbänden sucht. Ein erstes Treffen fand in Gebhardshain statt.

Runder Tisch in Gebhardshain, von links: Harry Neumann, Vorsitzender der Naturschutzinitiative , Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich und MdL Michael Wäschenbach (CDU). Foto: pr

Mittelhof/Gebhardshain. „Wie können wir den schönen Hümmerich vor Verschandelung durch Windkrafträder bewahren, wie seine Flora und Fauna schützen?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Gesprächs von Vertretern der BI Hümmerich mit dem heimischen Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach (CDU) sowie Vertretern der Naturschutz-Initiative in Gebhardshain.

Vom runden Tisch aus hatten die Teilnehmer des Gesprächs einen herrlichen Blick über den geschlossenen Grünzug mit dem Hümmerich in seiner Mitte. Diese Aussicht war nicht die einzige, die an diesem Nachmittag eine Rolle spielte, sondern auch die Aussicht auf Erfolg im Widerstand gegen die Windräder, mit denen der Hümmerich verschandelt werden soll. Diesen Erfolg versprechen sich die Mitglieder der BI Hümmerich nicht zuletzt aus ihrem Schulterschluss mit Naturschutzverbänden und Politikern, die sie in den aktuellen Beteiligungsverfahren unterstützen sollen.

Nachdem der Verbandsgemeinderat Wissen in seiner Sitzung Mitte Juli nicht dem Wunsch der BI gefolgt war, und hat allen Bürger-Bedenken zum Trotz, den Hümmerich im neuen Teilflächennutzungsplan (TFNP) Windenergie als Konzentrationsfläche ausgewiesen. Um sich über die aktuelle Situation auszutauschen, hatte die BI vor diesem Hintergrund den Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach (CDU) aus Wallmenroth eingeladen, der immer wieder gegen ungezügelten Windkraftausbau argumentiert, sich kritisch zur Planung von Windkraftanlagen äußert und nicht zuletzt den mangelnden Respekt vor dem Bürgerwillen bei Großprojekten wie Windkraftanlagen im Wald anprangert. Er schlug vor, eine gemeinsame Begehung des Hümmerichs mit der jüngst neu ernannten Vizepräsidentin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Sandra Weeser, zu initiieren, die zugleich AbteilungsLeiterin der SGD für Raumordnung, Naturschutz, Bauwesen ist, um mit ihr die Haltung der neuen Landesregierung zum kritischen Thema Landschafts- und Naturschutz am Hümmerich auszuloten.

Harry Neumann als Vorsitzender und Gründer der Naturschutzinitiative e.V. hatte die BI als Spezialisten im Widerstand gegen Windkraftanlagen mit Schwerpunkt auf den Schutz von Natur und gefährdeter Tierarten eingeladen. Besonderes Augenmerk richtete die BI dabei auf die Verbreitung des Rotmilans und des Schwarzstorches, weil ihrer Ansicht nach das Vorkommen in den bisherigen Verfahren nicht angemessen gewürdigt wurde. Neumann sicherte der BI Hümmerich die Unterstützung der Naturschutzinitiative zu und machte darauf aufmerksam, dass rund um den Hümmerich möglicherweise auch andere durch Windräder bedrohte Arten heimisch sein könnten, etwa diverse andere Greifvogelarten (beispielsweise der Wespenbussard), der Schwarzstorch, Fledermäuse oder das Haselhuhn. „Wir brauchen alle wichtigen Informationen, etwa zu anstehenden Terminen oder zu Flugbewegungen besonders geschützter Arten – alle belastbaren Daten, entweder durch die BI selbst oder durch Gutachter.“

Es sei wichtig, stimmten die Teilnehmer der Runde überein, dass als erstes und vordringlich möglichst intensiver Widerstand gegen die geplanten Anlagen in den aktuellen Verfahren nach vorne gebracht wird. Ebenso wie jeder Bürger das Recht auf Information habe, bestehe nun für jeden Bürger die Möglichkeit, an verschiedenen Stellen Bedenken zu äußern und den Bauvorhaben zu widersprechen. So wird demnächst der Teilflächennutzungsplan Windenergie der Verbandsgemeinde Wissen zur Bürgerbeteiligung ausgelegt. Bedeutsam sind auch der Raumordnungsplan, der ebenfalls derzeit zur Stellung- und Einflussnahme durch Bürger und Träger öffentlicher Belange noch bis 15. August ausliegt, sowie der bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen eingegangene Bauantrag zur Errichtung von Windrädern auf dem Hümmerich, der nach dem Bundesemmissionsschutzgesetz zu prüfen ist.

Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich: „Wir rufen alle dazu auf, sich gegen die Bedrohung durch diese Windradmonster zur Wehr zu setzen. Schreiben Sie an die Behörden, dass Sie dagegen sind, etwa weil die Landschaft zerstört wird, weil die Natur gestört wird oder weil ihr Besitz dadurch weniger Wert wird. Jedes Argument zählt. Und wenn jemand nicht weiß, wie er das angehen soll – wir helfen gerne“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.


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