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Nachricht vom 12.08.2016    

Forscher-Camp des Kreisbergbaumuseums begeisterte

Ferienzeit ist Forscherzeit. Seit einigen Jahren schon bietet das Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen in den Sommerferien ein Forscher-Camp für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren an. Was wurde denn nun mit den Kindern erforscht? Der AK-Kurier forschte nach und begleitete die Jungforscher auf ihren Exkursionen. Ganz schön interessant.

Zum Abschluss wurde ein künstliches Gewitter erzeugt und einige Kinder wurden trotz Regenjacke ziemlich nass. Aber der Spaß stand im Vordergrund. Fotos: anna

Herdorf-Sassenroth. Diesmal beteiligten sich neun Mädchen und sechs Jungs an der viertägigen Veranstaltung und mehrere von ihnen waren schon zum dritten und vierten Mal dabei. Museumsleiter Achim Heinz, der Forschungsleiter, erklärte, dass dies eine Premiumveranstaltung des Museums und des Kreises Altenkirchen sei, denn die Kinder werden von morgens 8 Uhr bis nachmittags um 16 Uhr betreut, das Mittagessen wird aus der Küche der Lebenshilfe Steckenstein geliefert.

Was wird in einem Bergbaumuseum erforscht? Natürlich die Geschichte des Bergbaus. Schon am ersten Tag erwartete die jungen Forscher ein strammes Programm. Nach einem heftigen Regenschauer machte sich Heinz mit den Kindern auf den Weg zur Peterszeche, die im Wald oberhalb von Sassenroth liegt. Mit von der Partie waren Tanita Oppermann, die derzeitige Praktikantin des Museums, Susanne Wilmsen (Sport und Erlebnisevents), sowie Marie Düber. An der ehemaligen Abraumhalde startete dann eine erste Mineraliensuche und die Nachwuchsforscher waren voll im Element. Zum Mittagessen stiegen alle den Berg wieder hinab ins Museum, wo dann auch die ersten Steine unter den Mikroskopen schon Mal genauer in Augenschein genommen werden konnten. Am Nachmittag traten alle gemeinsam den gleichen Weg noch einmal an und der AK-Kurier begleitete das Forscherteam.

Diesmal allerdings zeigte Heinz den Kindern die Stelle, wo zu Zeiten des aktiven Bergbaus der Förderturm der Peterszeche gestanden hatte. Heute ist dies eine Pinge und Heinz ermahnte die Mädchen und Jungen, niemals in eine Pinge hinab zusteigen, da diese keinen festen Untergrund haben und jederzeit weiter einbrechen können. Im Gespräch mit dem AK-Kurier berichtete der Forschungsleiter, dass er vor der Veranstaltung nochmals alle Plätze kontrolliert habe, um sicher sein zu können, das er mit den Kindern dort auch hingehen könne. Zudem würden die Kinder auf dieser Tour auch die Morphologie (Oberflächenstruktur) des Waldbodens zu lesen lernen.

Der Museumsleiter berichtete den jungen Forschern weiter, dass im Umkreis der Peterszeche auch Häuser gestanden hatten und eine Dampfmaschine in Betrieb gewesen sei. Er zeigte den Kindern eine Halde, auf der Schlacke und Kohle zu finden war und schnell machten sich die jungen Forscher daran, das Gelände zu erkunden. „Herr Heinz, Herr Heinz, Herr Heinz“, von allen Seiten riefen die Mädchen und Jungen und hielten dem so gefragten Fachmann ihre Fundstücke entgegen. „Ist das Kohle“? „Ist das Schlacke“? Nein, das war nur ein Schieferstein, oder Ja, das ist ein Stück Schlacke. Mit großem Eifer gingen die Kinder ans Werk, freuten sich über jeden richtigen Fund und ließen sich auch von mehreren Fehlgriffen nicht entmutigen. Alexander Roth gelang an dieser Halde der größte Fund, was ihn natürlich sehr freute. Die Schlackefunde, die die Kinder an diesem Platz machten, seien so um die 100 Jahre alt, erklärte Heinz. Viel ältere Funde ließen sich aber an einer nur wenige hundert Meter oberhalb befindlicher Stelle machen. Also hieß es noch weiter durchs Gelände klettern und immer bergauf. Im ausgetrockneten Bett eines Seifens suchten die Kinder dann nach alten Schlackeresten aus dem Mittelalter, die noch aus Lehmöfen stammten. Obwohl diese Forschergruppe bestimmt nicht als Erste an der Stelle suchte, fanden die Kinder jede Menge Schlackereste, teils sogar sehr schöne Stücke. Hier war es nun der jüngere Bruder von Alexander, Christian Roth, der zwei besonders große Stücke fand. Gesammelt wurden alle Funde in Plastiktüten, wie auch schon am Morgen, um sie mit nach Hause zu nehmen.



Über die Lösung mit den Plastiktüten war Heinz allerdings nicht besonders glücklich. Er denkt daran diese durch wiederverwertbare Materialien auszutauschen, wie Jute oder Baumwolltaschen. Von der Schlacke-Fundstelle führte die Tour anschließend weiter am Hang entlang zu einer anderen Halde, wo die Kinder dann wieder nach Mineralien suchten. Dabei war eine Schutzbrille natürlich unerlässlich ebenso wie ein Hammer. Festes Schuhwerk und natürlich wetterfeste Kleidung gehörten ebenso zur Grundausstattung der jungen Forscher.

Noch einmal gaben die Kinder alles und schlugen eifrig Steine auf, immer auf der Suche nach einem besonders schönen Stück. Auch dabei war die Hilfe und Fachkenntnis vom Forschungsleiter wieder sehr gefragt. Nach einiger Zeit wurde dann der Rückweg angetreten und pünktlich zur Abholzeit waren alle wieder im Bergbaumuseum. In den kommenden Tagen war die Forschungsgruppe noch viel um Wald oberhalb von Sassenroth unterwegs. Besuchte einen Schacht, Stollen und Pingen, hörte unglaubliche, aber wahre Geschichten über Geschehnisse rund um den Bergbau und begab sich sogar auf Fossiliensuche. Im Museum wurde eine Steinolympiade durchgeführt, bei der es um die Bestimmung von Mineralien ging. Am letzten Tag wurden die Forscher dann auch noch von einem Dieb überfallen, der ihnen ihr Gold stahl. Mittels GPS wurde der Dieb von den Forschern verfolgt und natürlich auch gestellt. Nach dem Essen konnten sich dann alle bei den Keltenspielen und Ritterkämpfen austoben.

Den krönenden Abschluss bildete das künstliche Gewitter. Mit viel Wasser und einer Kunststoffplane erzeugten die Kinder selbst Donner und Regen. Mit der Überreichung des Forscher-Camp Diploms endeten die vier erlebnisreichen Tage im Kreisbergbaumuseum in Sassenroth und viele der jungen Forscher versprachen im nächsten Jahr wiederkommen zu wollen. (anna)



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