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Nachricht vom 08.09.2016    

Herausforderungen für die Zukunft in Sachen Pflege

Die Sozialverwaltung des Landkreises hatte zur Vorstellung des Datenreportes zur Pflege eingeladen. Die Pflegestrukturplanung ist, wie die Verantwortlichen darlegten, ein Instrument der Kreisverwaltung um für die Zukunft im Bereich der Seniorenpflege, gerüstet zu sein und die Vorgaben der Landesgesetze zu erfüllen. Da gibt es für die nächsten Jahre viel zu tun.

Altenkirchen. Die Forschungsgesellschaft für Gerontologie am Institut für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund, hat einen umfangreichen Report vorgelegt. Am Mittwoch, 7. September, stellten die Vertreter des Kreises, Joachim Brenner, Leiter der Sozialverwaltung, Hans Joachim Schwan, Abteilungsleiter, sowie Landrat Michael Lieber den Report vor. Lieber nannte die Aufgaben des Kreises, die aus dem Bericht erwachsen.

Er einige Schwerpunkte:
- Verbesserung der Situation im Bereich des Wohnraumes, der barrierefrei sein müsse,

- Mobilitätsbedingungen, damit wichtige Einrichtungen (Apotheken, Ärzte usw.) auch für Pflegebedürftige erreichbar bleiben,
- die Optimierung des stationären, teilstationären und ambulanten Pflegeangebots

Das Zahlenmaterial für diese Untersuchung wurde durch die statistischen Ämter des Bundes
und Landes sowie durch Erhebungen in fast allen Ortsgemeinden des Kreises geliefert.

Joachim Brenner führte durch die weitere Präsentation, in der deutlich wurde dass der Landkreis Altenkirchen in 119 Ortsgemeinden Einwohnerzahlen zwischen ca. 10.000 und ca. 50 Personen hat. Die Untersuchung habe gezeigt, dass im Landkreis die Pflegebedürftigkeit höher als im Landesdurchschnitt sei. Hier die notwendigen Ansätze für die Zukunft zu entwickeln sei Aufgabe der Pflegekonferenz des Kreises, so Brenner.

Viele der angegebenen Punkte, die im Bereich der Infrastruktur liegen, können nicht so einfach behoben werden. Es ist nicht darstellbar, das jeder Weiler an den ÖPNV angeschlossen wird. In diesem Bereich müsse, so der Landrat und der Leiter der Sozialabteilung, das ehrenamtliche Engagement ansetzen. Diesen ehrenamtlichen Einsatz will die Verwaltung dann entsprechend fördern. Hierzu zähle aber auch, so Brenner, die Ansiedlung von Ärzten in der Fläche um die wohnortnahe Betreuung sicherstellen zu können.




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Die Versorgung pflegebedürftiger Menschen wird im Landkreis Altenkirchen zu rund 56 Prozent durch Familienangehörige übernommen. "Dies liegt über dem Landesdurchschnitt von ca. 51 Prozent, allerdings wird dies Zahl abnehmen, da der Pflegende meist der Ehepartner ist", sagte Schwan.

Im Landkreis Altenkirchen gibt es in 22 der 119 Gemeinden niedergelassene Ärzte, in 15 Gemeinden 18 Pflegeheime und 22 ambulante Pflegedienste.

Die Ausgangslage der Pflegestrukturplanung stellt sich wie folgt dar:
1. Die Bevölkerung ist in größerem Maße als im Landesschnitt pflegebedürftig,

2. Überdurchschnittlich häufig wird zu Hause gepflegt,

3. Die Situation im Landkreis weist nicht deshalb Schwächen auf, weil infrastrukturelle Einrichtungen fehlen sondern weil diese nicht für jeden erreichbar sind.

Zum Ende ging Joachim Brenner auf die Personalsituation in den Pflegeeinrichtungen ein. Nach neuesten Zahlen werden bis 2025 bundesweit rund 193.000 Pflegekräfte fehlen. Dies sei, so Brenner weiter, keine weite Reise bis dorthin. "Wir müssen jetzt versuchen die Pflegeberufe attraktiver zu gestalten", führte Brenner aus. Dies betreffe die Entlohnung aber auch die soziale Anerkennung, die dem Pflegeberuf und allen Tätigen in Einrichtungen fehle. Es gäbe derzeit zwar viele Anmeldungen zu den Ausbildungen im Pflegebereich aber auch eine hohe Zahl von Abbrechern. Woran dies liege sei derzeit noch nicht bekannt, da sich die, die abbrechen kaum zu dem „Warum“ äußerten. Um die Situation zu verbessern verfüge die Kreisverwaltung nur über eine beratende Komponente.

Auch der Bedarf an Pflegeheimen steige. Baugrundstücke für Pflegeheime müssten durch die Ortsgemeinden ausgewiesen werden, wie es vor kurzem in der VG Flammersfeld geschehen sei. Der Kreis unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten, sagten Brenner und Schwan zum Ende der Veranstaltung.(kkö)


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