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Nachricht vom 11.09.2016 - 18:34 Uhr    

Ehrenamtskarten für zehn Tierschützer

In der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) sind die ersten Ehrenamtskarten an engagierte Männer und Frauen vergeben worden: Zehn Mitglieder des Tierschutzvereins Karibu haben eine erhalten – und ein festliches Dinner mit Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Bürgermeister Rainer Buttstedt noch dazu.

Das Karibu-Team vor der Feier in Marienthal mit (von rechts) Bürgermeister Rainer Buttstedt und Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Links: Dietmar Henrich, zuständiger Abteilungsleiter der VG-Verwaltung. Foto: Silvia Patt

Hamm. Inhaber der Ehrenamtskarte haben vergünstigten Eintritt zu vielen Veranstaltungen des Landes und der beteiligten Kommunen sowie zu deren Einrichtungen. In der Verbandsgemeinde Hamm/Sieg können beispielweise das Raiffeisenmuseum, das Naturfreibad und einige Veranstaltungen im Kulturhaus von allen Karteninhabern in Rheinland-Pfalz verbilligt in Anspruch genommen werden. Gleichzeitig können nun die Aktiven des Breitscheidter Tierschutzvereins Karibu im gesamten Land Vorteile nutzen.

An die Vergabe der Ehrenamtskarte sind jedoch strenge Bedingungen geknüpft: Mindestens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden pro Jahr müssen die Antragsteller ehrenamtlich tätig sein – ein durchaus stattlicher Wert, der bei den Karibu-Leuten jedoch nur ein müdes Lächeln hervorruft.

Ihr weit über den Kriterien liegendes Engagement hatte Bürgermeister Rainer Buttstedt veranlasst, zu der Feierstunde in die Klostergastronomie in Marienthal und nicht ins schlichte Sitzungszimmer des Rathauses einzuladen. Er betonte, dass der Tierschutzgedanke nicht nur mit vernachlässigten Hunden oder verlorenen Katzen zu tun hat, sondern einige Lebensbereiche mehr berührt.

„Die Frage nach artgerechter Haltung von Nutzvieh berührt unser Einkaufsverhalten und unsere Essgewohnheiten. Hunde sind einerseits die große Plage der Stadtreinigung, andererseits die einzige Stütze vieler einsamer Menschen. Pferde sind Luxusobjekte, auf die gewettet wird, und erfolgreiche Therapeuten für Behinderte“, nannte der Buttstedt einige Beispiele.

Während sich über diese Dinge viele Menschen „nur“ Gedanken machen, seien es Karibu-Mitglieder, die einfach anpacken. Den Worten des Dankes ließ er einen der berühmten „Umschläge“ folgen. Da sich das Tierheim in Breitscheidt-Pfannenschoppen erneut im Umbau befindet, kommt jeder Betrag gerade recht.

Gesundheits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler war erfreut, dass die Verbandsgemeinde Hamm sich als eine der ersten der „Bewegung Ehrenamtskarte“ angeschlossen hat. Wo sonst solle man die Aktion unterstützen, „wenn nicht hier im Raiffeisenland, wo es um Solidarität geht“. Auch was Karibu leistet, weiß die Ministerin, denn im Zusammenhang mit einer Katze konnte sie sich „von der engagierten Betreuung schon selbst überzeugen“.

Die Ministerin streifte die Entstehungsgeschichte der Ehrenamtskarte, die von Ministerpräsidentin Malu Dreyer selbst initiiert worden sei. Hintergrund: Rheinland-Pfalz will in Puncto Ehrenamt seinen Platz in der Rangfolge der Bundesländer behaupten. 48,3 Prozent der Einwohner sind ehrenamtlich tätig – der Spitzenwert. Die Ehrenamtskarte soll die fleißigsten Ehrenamtler würdigen und weiter motivieren.

Involviert seien inzwischen 90 Kommunen, in denen 2,2 Millionen Menschen leben. Nur 2000 Ehrenamtskarten seien aber ausgegeben – ein Beleg für die strengen Kriterien, deren Erfüllung in der Staatskanzlei in Mainz geprüft wird. Die 2000 Inhaber können sich aktuell bei 380 Vergünstigungen „bedienen“.

Die scheckkartengroße Ehrenamtskarte haben in der Feierstunde folgende Karibu-Mitglieder erhalten: Sabine Schröder, Andrea Weidner, Michaela Velten, Eva van der Berg, Kerstin Stuhlmann, Frank Stuhlmann, Kerstin Löbnitz, Uwe Löbnitz, Karl Andresen und Anneliese Andresen. Die beiden letzteren Inhaber der rheinland-pfälzischen Ehrenamtskarte wohnen übrigens in Wiedenhof/Nordrhein-Westfalen.



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