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Nachricht vom 15.09.2016    

FWG im Stadtrat Wissen übt Kritik an geplantem Neubau

Noch ist keine Entscheidung gefallen, aber die Fraktion der Freien Wähler (FWG) im Stadtrat Wissen ist entsetzt über den letzten Planungsstand, das neue Rathaus auf dem Gelände neben der Westerwaldbank zu platzieren. In einer für die Öffentlichkeit gedachten Pressemitteilung kritisiert die FWG den derzeitigen Planungsstand heftig und kritisiert die Eile.

Wissen. Nach Ansicht der FWG-Fraktion im Stadtrat Wissen sind mit dieser vorgelegten Planung und Entscheidung alle angedachten Pläne zur neuen Mitte erschlagen. Schon in der Vergangenheit gab es großes Unverständnis darüber, das viel versprechende Konzept von Franz-Rudolf Sanktjohanser nicht zu unterstützen. In seinen ausführlichen Plänen und Vorschlägen wurde nicht nur die Ansiedlung interessierter Betreiber größerer Marktflächen und der Bau eines Ärztehauses konzipiert, sondern auch die dringend notwendige Veränderung der lange fälligen Verkehrsführung berücksichtigt.

Trotz großer Zustimmung der meisten politischen Mandatsträger der Fraktionen kommt es jetzt erstaunlicher Weise zu anderen Entscheidungen. Für die FWG ist es nicht vorstellbar, wie die Verantwortlichen diese Entscheidung vor dem Hintergrund einer leer stehenden Realschule und eines ebenso leer stehenden Katasteramtes rechtfertigen wollen.
Die erheblichen Kosten für den Neubau des Rathauses stehen in keinem Zusammenhang für eine zukünftige Verbesserung der Innenstadtsituation. Auch der geplante Neubau eines Discountmarktes auf dem jetzigen Rathausplatz, wird ohne die Ansiedlung weiterer Märkte keine spürbare Belebung der Innenstadt bewirken.

Hierzu kommt, dass durch den Neubau des Rathauses wichtiger Parkraum vernichtet wird. Der Discountmarkt wird seine wenigen Parkplätze auf seinem ohnehin zu kleinen Areal selbst benötigen.

Bleibt außerdem die Frage: Wo sind denn die Parkplätze für die Rathausmitarbeiter und die Bürger? Das Thema ist ungelöst. Man könnte den Eindruck haben, dass hier noch ein Millionennachtrag, möglicherweise für eine Tiefgarage, zu erwarten ist. Was die Millionen angeht, gibt es eine bemerkenswerte Eile mit dem Verbandsgemeinderatstermin
am 21. September. Dann soll die endgültige Entscheidung zum Rathausneubau dingfest gemacht werden. Ursächlich dafür ist eine Frist für den von der ADD zugesagten Zuschuss für 2018, der angeblich nur für den Neubau verbindlich ist. Eine ähnliche Zusage erhielt die Stadt Wissen in Höhe von ca. 3 Millionen Euro zum Bau des Bahnhofes. Diese Summe ist auch nach 10 Jahren noch rückständig und muss teuer aus der Stadtkasse zwischenfinanziert werden, so steht es in der Pressemitteilung. Keiner weiß, ob dieser Rückstand jemals ausgeglichen wird.

Nach Ansicht der FWG ist auch der anstehende Ausbau der Rathaustraße ohne spürbare Veränderung und neue Verkehrsführung wenig sinnvoll. Es ist vollkommen unbestritten, dass für die Aufgaben der Kommune neue Räumlichkeiten geschaffen werden müssen. Wenn schon die Pläne für die „neue Mitte" nur noch als „ Stadtentwicklung" bezeichnet werden, stellt sich doch die Frage, ob durch einen Rathausneubau am geplanten Standort nicht die letzte Möglichkeit zur Schaffung vermarktungsfähiger, innerstädtischer Flächen auch in der Zukunft unmöglich wird.

"Damit wird den Bürgern von Wissen auch in der Zukunft eine aussterbende Stadt zugemutet. Als Entschädigung wird ein pompöses Rathaus errichtet", heißt es abschließend in der Pressemitteilung.


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Kommentare zu: FWG im Stadtrat Wissen übt Kritik an geplantem Neubau

3 Kommentare
Zunächst einmal ist Herr Sanktjohanser nie als Investor sondern als "Ideengeber" aufgetreten, dies war zumindest den einschlägigen Zeitungen und Verlautbarungsorganen zu entnehmen. Des Weiteren hat sich Herr Sanktjohanser selbst aus dem Prozess verabschiedet indem er auf einer Einbahnstraße pocht, die nachweislich den Interessen der Stadt Wissen schadet... Für das Gelände des heutigen Rathauses sieht das Konzept einen Parkplatz vor, obwohl es zwei Markbetreiber gibt die dort einen Lebensmittelmarkt errichten wollen, welcher von den Bürgerinnen und Bürgern nach dem Steeg zum Kulturwerk mit der höchsten Priorität versehen wurde. Wie in den einschlägigen Konzepten zur Stadtkernsanierung nachzulesen ist, dahinter steckt im Übrigen jahrelange Arbeit der kommunalen Gremien, bringt das Rathaus nicht alleine Belebung für die Innenstadt, vielmehr ist der Zusammenhang mit einem Lebensmittelmarkt, den Banken sowie einer ansprechenden Gestaltung der "Mitte" entscheidend.
#3 von Karl, am 16.09.2016 um 17:20 Uhr
Entschuldigung, dieser Kommentar ist an Dummheit und Dreistigkeit nicht zu überbieten. Wie soll denn Ihrer Meinung nach die Innenstadt belebt werden? Durch denn Neubau einer Verwaltung? Einen Investor in dieser Weise schlecht zu reden passt dazu. Hier wurde keineswegs nur von Aldi gesprochen. Das Stand ein weitgehendes Konzept dahinter und monatelange Arbeit. Jetzt sieht man, wozu eine jahrzehntelange absolute CDU-Mehrheit führt.
#2 von Christoph, am 16.09.2016 um 12:45 Uhr
Leute, Leute !!! Lest mal die Vorlagen in dem Informationssystem !!! Es wird von einem
pompösen Rathausneubau gesprochen. Wenn man die Neubaufläche mit den Flächen in dem Real
schulegebäude vergleicht, kommt da doch was anderes raus. Oder sieht das die FWG vor lauter sanktjohannser getrübten Blick nicht ??? Noch ein Wort zu dem Konzept vom Sankt Johannser:
Nach meiner Ansicht dient das dazu, nur noch mehr Autoverkehr auf den Berg zu lenken.
Es wurden immer von interessierten Betreiber gesprochen, wo sind diese ???? Der Heils-
bringer der FWG in der Stadt Wissen hatte nur den Aldi ins Gespräch gebracht und dummerweise will der ja nicht mehr. Und dann wurde aus einer ausreichenden Fläche auf einmal eine zu kleine. Komisch !!! Ein Schelm , wer da böses denkt.
#1 von wisser vorstädter, am 16.09.2016 um 06:34 Uhr

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