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Nachricht vom 20.09.2016    

Aktion des Weltladens zum Internationalen Tag des Friedens

Gerade im Moment, wo so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend sind, sollte der „Internationale Tag des Friedens“ am Mittwoch, den 21. September thematisiert werden. Kolumbien geht mit gutem Beispiel voran. Dort gilt endlich Waffenstillstand. Der Weltladen will den Frieden in Kolumbien mit einer „Friedenstasche“ mit fair gehandelten Produkten aus Kolumbien unterstützen.

Der Weltladen will den Frieden in Kolumbien mit einer „Friedenstasche“ mit fair gehandelten Produkten aus Kolumbien unterstützen. Einige, so auch Bürgermeister Bernd Brato haben bereits eine Friedenstasche erworben und einen Beitrag geleistet. Foto: jkh

Betzdorf. „Frieden beginnt mit gerechter Weltordnung“, unter diesem Motto möchte der Weltladen Betzdorf zum diesjährigen „Internationalen Tag des Friedens“ der Vereinten Nationen (UN) am Mittwoch, den 21. September auf den Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Frieden hinweisen.

Der Weltfriedenstag, genauer „International Day of Peace“, wurde 1981 von den Vereinten Nationen festgelegt. Die Generalversammlung will mit diesem Tag ein Zeichen setzen und fordert jährlich die Regierungen, Organisationen und Bürger am Weltfriedenstag auf alle Waffen bedingungslos ruhen zu lassen. Zudem will sie dazu anregen, dass jeder einmal über die Möglichkeit eines dauerhaften Friedens nachdenkt und wie Beiträge geleistet werden können, um dies zu erreichen. Bedauerlicherweise wird dies auch dieses Jahr wohl nicht auf der ganzen Welt umgesetzt werden. So ist beispielsweise der Waffenstillstand in Syrien vom Militär für beendet erklärt worden.

Am Beispiel von Kolumbien möchte Hermann Reeh, Vorsitzender des Weltladens und Friedensaktivist, verdeutlichen, dass auch langjährige Konflikte mit Diplomatie lösbar sind, aber auch, wie sich Kriege verhindern lassen.

„In diesen Wochen liest und hört man kaum gute Nachrichten: Krieg in Syrien, im Jemen, im Südsudan, Putschversuch in der Türkei, Flucht, Krieg und Vertreibung. Umso ermunternder ist das, was dieser Tage in Kolumbien geschieht. 50 Jahre Bürgerkrieg, sechs Millionen Binnenflüchtlinge, Kolumbien ist nach Syrien das Land mit den weltweit meisten Binnenvertriebenen. 340.000 Menschen starben in dem blutigen Konflikt. Regierungstruppen, Guerillabewegung und Paramilitärs lieferten sich einen erbarmungslosen Bürgerkrieg mit Entführungen, Drogenhandel und Verletzung von Menschenrechten, unter dem vor allen Dingen die Zivilbevölkerung zu leiden hatte.




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Doch nun gibt es Grund zur Hoffnung: Die Regierung und die Guerillabewegung Farc haben Havanna einen beiderseitigen und definitiven Waffenstillstand geschlossen und die Entwaffnung der Rebellen verabredet. Dieses Ergebnis zeigt: Entschlossene Diplomatie, gute Regierungsführung und eine wache, engagierte Zivilgesellschaft können auch schwierigste Konflikte lösen und Frieden bringen.“, erklärt Reeh. Daher kann Kolumbien auch ein Vorbild für andere Länder, die sich im Krieg befinden, sein.

„Betrachtet man die Ergebnisse des Friedensvertrages, so wird deutlich: Der Krieg in Kolumbien wäre vermeidbar gewesen. Am Anfang stand die Forderung der späteren Guerillabewegung nach Landreform und einer gerechten Verteilung von Reichtum und Teilhabe aller Menschen, aber die Herrschenden und Reichen in Kolumbien wollten nicht auf ihre Privilegien verzichten, überhörten den Schrei nach Gerechtigigkeit und antworteten mit Repression und militärischer Gewalt. Daraus wurde ein verhängnisvoller Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt, Drogenkrieg und Entführungen, unter dem vor allen Dingen die Zivilbevölkerung zu leiden hatte.“, sagt Reeh.

„Mit dem Friedensvertrag ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, aber der Weg zum vollständigen Frieden bleibt steinig“, fügt er hinzu.

Um den Friedensprozess in Kolumbien zu fördern, bietet der Weltladen eine „Friedenstasche“ mit fair gehandelten Produkten, wie den Friedenskaffee der Associatiòn Nuevo Futuro (Vereinigung Neue Zukunft) und dem Bio-Kakao der kolumbianischen Friedensgemeinde San José de Apartadó, aus Kolumbien zum Kauf an. (jkh)


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