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Nachricht vom 28.10.2016    

Viele Besucher bei der Lesung Esther Bejaranos

Die Stühle des evangelischen Gemeindehauses Flammersfeld waren am Abend des 28. Oktobers bis auf einzelne Plätze voll besetzt, die Stimmung erwartungsvoll. Großer Beifall bei dem Eintritt der 91-jährigen Esther Bejarano, welche im folgenden Teil des Abends aus ihrer Biografie „Erinnerungen“ las.

Esther Bejarano fesselte mit ihrer Leidensgeschichte jeden der anwesenden Zuschauer. Fotos: Lara Jane Schumacher

Flammersfeld. Die Gänsehaut auf den Armen der einzelnen Besucher war spürbar, als die damalige KZ-Gefangene, nach einer kurzen Begrüßung durch die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Silvia Schaake, mit kraftvoller Stimme damit begann, Auszüge ihrer Lebensgeschichte vorzutragen. Rund 120 bis 150 Menschen hörten ihr gebannt zu, als sie die Wiedergabe ihrer Erinnerungen mit dem Transport nach Auschwitz begann.

Dort startete, nach ihrer Ankunft am 20 April 1943, ihr langer Leidensweg. Esther Bejarano, die zu ihrer Zeit im Konzentrationslager erst junge 18 Jahre alt war, erzählte von dem Moment der grausamen Erkenntnis, als sie den Ort erkannte, an dem sie eingeliefert worden war, über die Verteilung von Prügel an die schwachen Frauen während der Außenarbeiten, bis hin zu ihrer Aufnahme in das Orchester, mit dem das Leid jedoch noch nicht endete.

Die 91-Jährige fuhr mit der Überführung nach Ravensbrück fort, die ihr einzig und allein wegen dem arischen Blut ermöglicht wurde, das zu einem Viertel in ihren Adern floss. Das lange Martyrium Esther Bejaranos, das für sie mit der Flucht auf einem der Todesmärsche im Jahr 1945 endlich endete, fesselte jeden einzelnen der anwesenden Zuhörer bis hin zur letzten Minute.

Die Veranstaltung, welche durch den DGB Kreisverband Altenkirchen, sowie den Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen, die Evangelische Kirchengemeinde Flammersfeld und IG Metall Betzdorf organisiert wurde, mündete nach der aufwühlenden Lesung in ein Konzert von Esther Bejarano selbst und ihrem Sohn in Kombination mit der „Microphone Mafia“ (Hip-Hop-Duo Kutlu Yurtseven und Rossi Pennino). Bei diesem Auftritt, in dem alte und neue Rap-Songs in vier verschiedenen Sprachen Platz fanden, wurde die besondere Botschaft des Abends erneut deutlich: Rassismus hat in dieser, heutigen Gesellschaft keinen Platz, und es sollte alles getan werden, um die Geschehnisse aus der Vergangenheit sich nicht wiederholen zu lassen. (Lara Jane Schumacher)


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