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Nachricht vom 05.11.2016 - 10:14 Uhr    

Else sattelt um und wird Landwirtin

Die EU-Subventionen für die Landwirtschaft, Fischerei und auch die Förderprogramme wie etwa LEADER, werden von den Steuerzahlern finanziert. Das wissen wir alle schon lange. Aber das man nun auch erfahren kann, wer in den Genuss dieses Geldes kommt, ist weithin unbekannt.

Grafik: Rosemarie Moldrickx

Man geht arbeiten, um sich ernähren zu können und nicht auf das Geld anderer angewiesen zu sein. So hat sich auch Else nach ihrer bürgerlichen Erziehung für einen ganz normalen Beruf und ein normales Einkommen entschieden. In der Öffentlichkeit werden Leute aus dem Niedrigeinkommenssektor belächelt und sogar beneidet, obwohl sie nur ein geringes Einkommen haben. Auch die sich ständig ausweitende Kluft zwischen arm und reich und zwischen den Renten der Arbeiter und den Beamtenpensionen sorgt oft für erhitzte Gemüter. Nicht nur am Stammtisch.

Else gönnt ohne Neid jedem das, was ihm zusteht. Als sie eines Abends im Internet auf eine öffentliche Seite stößt: www.agrar-fischerei-zahlungen.de, traut sie allerdings ihren Augen nicht. Da steht zu lesen – für jedermann zugänglich – was die in der Landwirtschaft aktiv Tätigen durch ihre Lobby-Unterstützung und den freundlich gesinnten Politikern an Zuschüssen und Subventionen alles so nebenbei einnehmen können. EU-Zuschüsse aus Steuergeldern, einfach so. Das gilt auch für die Anträge von Unternehmen, die sich LEADER-Gelder sichern.

Nur als Beispiel: ein bäuerlicher Familienbetrieb erhält dann – ohne zusätzliche Leistungen – um die 80.000 Euro als Geschenk des Staates. Pro Jahr natürlich.
Diese öffentlich zugängige Internetseite wollten die berufsständischen Verbände natürlich nicht gerne öffentlich diskutiert haben. Aber der Gesetzgeber hat sich durchgesetzt. Jetzt kann jedermann im Internet nachlesen, welcher Vollerwerbs-Landwirt oder Unternehmer mit welcher Summe aus EU-Töpfen subventioniert wird. Man gibt den Ort und den Namen ein und schon hat man eine aussagekräftige Übersicht, die nicht selten in Erstaunen versetzt.

Konsequenz für Else: Sie sattelt um und wird Landwirtin oder entwickelt eine Strategie, die zur Nutzung der regionale Potentiale beiträgt, getreu dem Motto: „es soll sich lohnen!“
Um den Blutdruck bei einigen Lesern zu senken und die anfallenden Telefonkosten zu senken: Else ist eine Satire/Glosse - auch das darf die Presse.



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Kommentare zu: Else sattelt um und wird Landwirtin

6 Kommentare

Liebe Else, liebe Frau Chefredakteurin Wienand-Schmidt, ich bin von Ihrer Kolumne doppelt enttäuscht. Zum einen nehmen Sie Ihre journalistische Ethik wohl nicht ernst und zum zweiten zeigen Sie mir, dass die überlebenswichtige Arbeit der deutschen Bauern Sie nicht im geringsten interessiert. Kein Bauer nimmt "nebenbei" Zuschüsse ein. Kein Bauer "erhält ohne zusätzliche Leistungen Subventionen als Geschenk des Staates." ALLE Bauern müssen für Zuschüsse arbeiten, gar nichts ist umsonst. Nur der Neid und die Polemik der Presse, die ist umsonst. Hätten Sie mal bei Bauern im Kreis Neuwied persönlich und journalistisch ordentlich recherchiert, dann wüssten Sie, was Bauern heute arbeiten und leiden unter über 20 EU-Verordnungen, denn nur wenn sie die alle beachten, bekommen sie Zuschüsse. Gar nix nebenbei und schon gar nix ohne Leistungen. Cross Compliance nennt man das. Aber das scheint Ihnen ja alles egal. Bitte reden Sie mit Bauern, dann haben Sie Einblick und dann lese ich evt. wieder gerne Ihre Kolumne. Bis dahin verzichte ich gerne darauf.
#6 von Paul J. Hahn, am 07.11.2016 um 12:57 Uhr
Ihr Artikel ist äußerst schlecht recherchiert! JEDER möchte für seine Arbeit angemessen bezahlt werden, aber in dieser Gesellschaft steht es denen, die diese ernähren, offensichtlich nicht zu, angemessen für einen 24 h Job bezahlt zu werden! Was verdient denn zB ein Handwerksmeister pro Stunde? Für ihr Auto und Urlaub ist den Deutschen nichts zu teuer, aber 12 ct mehr für 1l Milch....OMG die Welt geht unter, und dann bekommen diese Landwirte auch noch Subventionen...Diese Betriebe, die tagtäglich unser täglich Brot produzieren so bloßzustellen, als würden sie dem Steuerzahler Geld klauen, ist eine Schande!
#5 von Julia Henke, am 07.11.2016 um 08:07 Uhr
Okay Else, sattle um: Mache eine Ausbildung von drei Jahren, werde Landwirt und investiere in Gebäude, Fahrzeuge, Tiere, Futtermittel und so weiter und danach verkaufe Deine Produkte und stelle fest, dass Aldi, Lidl und Co. die Produkte viel billiger importieren. Und dann verzichte mal auf Deine Prämien. Dann möchte ich Dich mal sehen Else! Die Kosten werden Dir davon laufen! Ja, werde Landwirt, denn dann kannst Du wirklich mitreden. Wir wollen aber unsere Lebensmittel, die mit deutschen Standards erzeugt werden und unsere Kulturlandschaft, die wir nicht importieren können und unsere Bauern in den Dörfern von denen tausende von Arbeitsplätzen abhängen. Tja Else, erst denken, dann reden! Dein Herbert
#4 von Herbert Netter, am 07.11.2016 um 08:07 Uhr
Der Artikel informiert nicht, er desinformiert. Er unterschlägt vor allen die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft, die mit der Agrarförderung honoriert werden: Wer schafft und pflegt unsere Kulturlandschaft mit ihrem hohen Erholungswert? Wer unterhält mit seiner vielfältigen Bewirtschaftung Lebensräume für ungezählte Tier- und Pflanzenarten, die nur im Offenland existieren können? Wer produziert unter den weltweit höchsten Umwelt-, Tierschutz- und Sozialstandards hochwertigste Lebensmittel? Eben. All das ist nicht zum Nulltarif zu erwarten.
Leider lässt der anonyme Artikel nicht erkennen, welcher Verfasser hier primitiv eine Neiddebatte anzetteln möchte. Warum hat der NR-Kurier keine journalistischen Mindestqualitätsstandards, welche vor Veröffentlichung von solchen Propaganda-Beiträgen angewendet werden?

#3 von Markus Mille, am 06.11.2016 um 17:47 Uhr
Weiß Else, dass die Abkürzung „EU VO“ eine Verordnung der europäischen Gemeinschaft bedeutet?

Weiß Else, dass das so genannte „Greening“ drei Maßnahmen umfasst: 1. „Anbaudiversifizierung“, 2. Erhalt von Dauergrünland und 3. „Ökologische Vorrangflächen“?

Kann Else dass Wort „Anbaudiversifizierung“ schnell auf Deutsch übersetzen?

Kann Else Raps, Kohl, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Melonen nach Kreuzblütlern-, Nachtschatten- oder Kürbisgewächsen unterscheiden? Und – Moment bitte – bedeutet diese Einteilung biologisch Arten oder Gattungen? Else?!

Wie erklärt Else „ökologische Vorrangflächen“?

Wenn Else alle meine Fragen beantworten kann, verdient sie ein noch viel höheres als das genannte Bruttoeinkommen. Von ihm muss sie ja noch Gebäude und Maschinen erhalten und Sprit bezahlen und so weiter.

Schließlich und endlich soll sie nebenher noch Lebensmittel für uns Menschen erzeugen .-)

#2 von Paul Peter Baum, am 06.11.2016 um 17:17 Uhr
Diese Zahlungen machen in solchen schwierigen Jahren wie diesen, 80 % des Einkommens der Betriebe aus-da die Lebensmittelpreise so niedrig, wie in keinem anderen westlichen EU-Mitgliedstaat sind und die Preisen die Kosten nicht decken. Also wer profitiert auch von diesen Zahlungen: der Verbraucher....
Gleichzeitig bekommt der Landwirt die Zahlungen nur, wenn er bis zu 19 EU VO einhält und dabei vorgeschriebene Leistungen u.a. Greening für die Kulturlandschaft erbringt...Also wer profitiert davon: die Gesellschaft
Jeder der bereit ist, die damit verbundene Bürokratie und Kontrolle über sich ergehen zu lassen und dabei noch gesunde Nahrungsmittel herstellt, hat meinen Respekt!!!
#1 von Karin Bothe-Heinemann , am 05.11.2016 um 22:55 Uhr

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