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Nachricht vom 08.04.2009    

Wandern von Bucht zu Bucht - die wilde Seite der Cote d'Azur

Zu Fuß unterwegs in Naturschutzgebieten an der Cote d´Azur: Die Küste der Schönen und Reichen hat auch ihre wilden Seiten. Auf rauhen Bergpfaden in direktem Kontakt mit den Wellen, wandern, wo die anderen Badeurlaub machen - ein ganz besonderes Erlebnis.

Von Peter Messner

Der nächste Schritt will gut überlegt sein, denn das azurblaue Mittelmeer hat heute Spaß daran, Wanderschuhe unter Wasser zu setzen. Unterwegs auf den alten Zöllnerpfaden an der französischen Cote d´Azur lernt man fernab vom Trubel und den Luxusjachten in Nizza oder St. Tropez eine ganz andere Seite dieser Küste kennen. Ob über schwindelerregende Steilküstenwege, vorbei an zauberhaften Sandstränden oder eben auf rauen Felspfaden in direktem Kontakt mit den Wellen - dort zu wandern, wo andere Badeurlaub machen, ist ein Erlebnis.
Wandern ist Trendsport, und die Suche nach den ganz besonderen Zielen jenseits ausgetretener Pfade ist in vollem Gange. Wer seinen Rucksack gern auch mal im milden Mittelmeerklima umschnallt, kann in geschützter Natur im südfranzösischen Departement Var auf Inseln und am Küstenstreifen traumhafte Wege finden.
Die Region, im Osten vom Gebirgsmassiv Esterel und im Westen von Marseille begrenzt, ist stolz auf ihre großzügigen Naturschutzgebiete wie an der Corniche d´Or, bei St Raphael. Auf dem Weg entlang der Küste, dem "Sentier du Littoral", der mit Unterbrechungen auf rund 250 Kilometern entlang des Mittelmeeres zu finden ist, gibt es seltene Pflanzen, traumhafte Panoramen, Burgen und Leuchttürme zu entdecken. Trittfest sollte man dabei schon sein, denn wie hier am Esterel-Gebirge geht es auch schon mal über Stock und Stein. Ordentliche Wanderschuhe sind Pflicht, Flip-Flop-Träger sind schon nach wenigen Metern am Ende ihres Ausflugs angekommen...
Auch auf der Halbinsel von St. Tropez geht der Übergang von Glamour zu Gelände schnell. Wer den Trubel der Küstenstraße hinter sich lässt und an die südliche Küste der Halbinsel gelangt, kann sich auf einen Pfad von Bucht zu Bucht freuen, mal sandig mal felsig. In ein paar Stunden ist das Naturschutzgebiet vom Plage de Gigaro bis zum Cap Camarat durchwandert. Ein Picknick am Sandstrand, die Beine ins Wasser baumeln lassen - es ist die enge Verbindung zum Meer, die den ganz besonderen Reiz der Küstenpfade ausmacht. Wer auch die Pflanzenwelt und die Anekdoten hinter der nächsten Ecke kennen lernen will, bucht eine geführte Wanderung bei den Naturschutzverwaltungen.
Hat der Wanderer auch die letzten Spuren der Zivilisation hinter sich gelassen, wird er noch lange von seinem Ausflug auf eine der Hyere-Inseln an der Südspitze Frankreichs schwärmen: So ist das Eiland Port de Cros seit 1963 Naturpark. Die von Rangern bewachten 700 Hektar sind bei nur gut 40 dauerhaften Bewohnern im Dorf am Hafen in einem ursprünglich mediterranen Zustand. Mit dichten Hecken und Wäldern erinnert der Pfad durch grüne Tunnel, entlang der Steilküste und von Festung zu Festung an Korsika. Wer auf der Insel, die von Le Lavandou per Schiff in 35 Minuten erreicht wird, übernachten will, sollte frühzeitig buchen, denn die Zahl der Betten in einer Hand voll Pensionen und Hotels ist sehr begrenzt. Wer lieber auf dem Festland bleibt, wohnt im liebevoll gepflegten Dorf Bormes les Mimosas auf den Hügeln über Hyeres schon fast wie ein Provencale.
Auch auf der Halbinsel Giens sind spektakuläre Rundwanderungen in geschützter Natur möglich. Fesselnde Aussichten von der Steilküste auf die Brandung in den Felsbuchten sind der Lohn eines steten Auf und Abs. Viele nur hier einheimische Pflanzen haben sich in die windgeschützten Nischen geduckt und in den Pausen tut es ihnen der Wanderer gern gleich.
Erholsam nachklingen lassen kann man seine Wandererlebnisse in wunderschönen Hafenstädtchen wie Sanary sur Mer zwischen Toulon und Marseille. Seit deutsche Exilkünstler wie die Familien Mann und Feuchtwanger den traumhaften Flecken Erde in den 1930er Jahren als Refugium entdeckten, hat sich Sanary seinen Charme bewahrt und verzichtet auf Protzbauten oder Marinas für Luxusjachten. Stattdessen werden alte Häuser und die eigene Geschichte als Fischerdorf liebevoll gepflegt.
Wer die Sommermonate wegen zu vieler Touristen und zu großer Hitze meidet, kann auf den Zöllnerpfaden entlang der Cote d´Azur ganz neue Wege gehen. Im Frühjahr und Herbst ist das Wandern am Meer verbunden mit gemütlichen Hotels und provencalischer Küche und Märkten ein Urlaub der ganz besonderen Art.



Infos und Tipps

Anreise: Mit dem Auto oder dem Zug sind es rund 1000 Kilometer von Frankfurt an die Cote d´Azur. Flüge nach Nizza bieten zum Beispiel Air Berlin und Germanwings.

Übernachtung: In der touristisch sehr gut erschlossenen Region gibt es Hotels und Herbergen aller Kategorien, direkt an der Küste oder in den Bergdörfern. Zwei Sterne-Hotels nehmen in der Vor- und Nachsaison rund 70, Drei-Sterne-Hotels bis weit über hundert Euro für das Zimmer. Für ein einfaches französisches Frühstück mit Baguette, Marmelade und Kaffee lohnt sich die Extra-Ausgabe nicht immer. Besser morgens im Café frühstücken.
Campingplätze, auch mit Mobilheimen, und einfache (Jugend-)Herbergen runden das Angebot für den Wanderer ab.

Essen: In den französischen Restaurants entlang der Küstenpfade isst man vorzüglich, aber nicht immer billig. Fisch und Co. stehen hier natürlich ganz oben auf der Speisekarte, aber auch provencalische Würste und Schinken, Lamm und Käse und natürlich der regionale Wein sind immer wieder hochklassige Genüsse, die auch in den Geschäften als Brotzeit für unterwegs zu haben sind.

Alternative: Auch mit dem Fahrrad kann die Region Var gut erkundet werden. Radwege entlang der Küste auf einer umgewandelten Bahntrasse stehen ebenso zur Verfügung wie Rundwege durch die küstennahe Bergwelt.

Informationen:
Gibt es in einer sehr guten Broschüre sowie Touristikkarte (in deutsch) über die Region Var beim Französischen Fremdenverkehrsamt "Maison de la France" in Frankfurt: www.franceguide.com und beim Var-Tourismus: www.tourismevar.com.

Reiseführer: Einen sehr guten Einstieg in den Wanderurlaub an der Cote d´Azur bieten der handliche Rother Wanderführer "Cote d´Azur" auf 160 Seiten mit eingezeichneten Routenverläufen für 12,90 Euro sowie das Buch "Südfrankreich" (744 Seiten) aus dem Michael Müller-Verlag für 24,90 Euro.
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Das Küstenstädtchen Sanary sur Mer hat sich seinen Charme als Fischerdorf bewahrt. Im Hotel de la Tour wohnte einst die Exilantenfamilie Mann. Fotos: Peter Messner


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