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Nachricht vom 16.11.2016    

SPD-Mann Thorsten Wehner gibt Landtagsmandat ab

Update: Erst der AWO-Skandal und jetzt die Affäre um den falschen Titel, der SPD-Landtagsabgeordnete Thorsten Wehner aus Wissen gibt auf. Zum 30. November legt er sein Mandat nieder. Angeblich weiß der Abgeordnete nicht wie der Titel "Diplom-Mathematiker" in seinen Lebenslauf und somit in das Landtagshandbuch gekommen ist. Weitere Erklärungen zu den Mandaten die Wehner innehat, gibt es derzeit nicht.

MdL Thorsten Wehner gibt auf. Foto: Archiv AK-Kurier

Wissen. Thorsten Wehner, seit 2006 im rheinland-pfälzischen Landtag, zieht die Konsequenzen um die Angaben in seinem Lebenslauf und im rheinland-pfälzischen Landtags-Handbuch. Dort wird er als Diplom-Mathematiker geführt. Diesen Abschluss hat Wehner nicht.

Erst als das am Wochenende öffentlich wurde, bekannte Wehner er besitze kein Diplom. Angeblich weiß der Abgeordnete nicht, wie die Bezeichnung in das Handbuch gekommen sei. Diese Erklärung hat Wehner und die SPD-Landtagsfraktion einigen Medien zukommen lassen. Er gibt an, nie diesen Titel bewusst geführt zu haben. Jetzt sei die Belastung zu groß geworden, er wolle Schaden von der rheinland-pfälzischen SPD und dem Landtag abwenden.
Wehner am Telefon: "Es war eine schwere Entscheidung, ich sehe aber keine andere Lösung um Schäden von der Partei und der Fraktion abzuwenden".



Wie es nun weitergeht, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Jedenfalls stehen Gespräche an, auf Kreisebene ebenso wie auf der Ebene des Ortsvereines Wissen.

Der 49-jährige Wehner steht ja noch immer im Verdacht an dem AWO-Betrugsskandal beteiligt zu sein. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt und die Immunität des Abgeordneten wurde aufgehoben. Da geht es um möglichen Abrechnungsbetrug der Kreisverbände der AWO Altenkirchen und Westerwald. Wehner war Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes, der Insolvenz anmeldete.

Für den zurückgetretenen Abgeordneten kommt nun Altenkirchens Bürgermeister Heijo Höfer laut Liste in den Landtag. (hws)


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Kommentare zu: SPD-Mann Thorsten Wehner gibt Landtagsmandat ab

7 Kommentare
Mal ganz ehrlich...diese ganzen ich hab doch nichts gemacht oder ich wusste von nix Politiker sind doch nur noch zum Kotzen!!!!die jammern auf höchstem Niveau statt sich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren und spielen der AFD den Joker zu !!
#7 von Klicke, am 18.11.2016 um 07:27 Uhr
Genau das was Arthur kommentiert hat ist unser aktuelles Thema!
Egal ob Herr Wehner SPD sich mit falschen Federn schmückt oder ob Herr Bleeser CDU Schwarzgelder vereinnahmt UND von 100% der Deligierten in 3 Wahlkreisen schon wieder bestätigt wurde für den Bundestag!
Bei der nächsten Wahl wundern sich unsere etablierten Parteien wieder wieso die Wähler AFD oder sonst was wählen!
Wenn die nicht bald mal wach werden sehe ich unsere Demokratie den Bach runter gehen!
LG
#6 von Klaus Schuhen , am 17.11.2016 um 11:07 Uhr
@Mike. Deutschland mag wohl in mancher Hinsicht ein "Schein-Land" sein, wie sie es bezeichnen.Da gebe ich Ihnen Recht. Aber konkret auf diesen Fall ist gerade eben dies nicht der Fall! Landtagsabgeordneter kann jeder werden, unabhängig von einem Diplom oder einer anderen Berufsausbildung. Wichtig ist, dass derjenige durch Wahlen eine entsprechende Mehrheit hinter sich vereint. Aus diesem Grund ist mit nicht ersichtlich, wieso hier bewusst ein Lebenslauf geschönt wurde, obwohl Herr Wehner sein Amt gleichwohl auch ohne diese Schönigungen hätte ausüben können. Die Stärkung der persönlichen Reputation mag ein Grund gewesen sein.

Ein Rücktritt war daher schlüssig und notwendig. Der öffentliche Bereich hat eine Vorbildfunktion zu erfüllen und da haben Lügen in einem Lebenslauf nichts verloren.
#5 von Michael, am 16.11.2016 um 22:29 Uhr
Es geht ja nicht nur um den Diplom-Titel, sondern auch um weitere Angaben in seinem Lebenslauf. Man müsste sich halt mal die Frage stellen, ob er ohne diese "Schwindeleien" auch gewählt worden wäre und ob ihm seine finanziellen Zuwendungen bis zum Lebensende wirklich zustehen.
#4 von Klaus, am 16.11.2016 um 22:28 Uhr
Ob Herr Wehner nun seine Ausbildung mit Diplom oder ohne abgeschlossen hat...mein Gott.
Ich denke nicht, dass dadurch er seinen Job als MdL besser oder schlechter gemacht hat.
Deutschland ist ein "Schein-Land". Nur wer einen entsprechenden Schein in Irgendetwas erworben hat, kann es auch zu etwas bringen.
Was soll das?
Herr Wehner hat durch den nicht vorhandenen "Diplom" Titel keinen goldenen Löffel geklaut. Es ist niemandem ein Schaden entstanden.
Und die sofortigen Rufe nach Rücktritten verbessern die Situation kaum.
Diejenigen, die Qualifikationen über Alles stellen, fördern diese Entwicklungen.
Und nein: ich bin weder SPD Mitglied, noch stehe ich Herrn Wehner in irgendeiner Art und Weise nahe.
#3 von Mike, am 16.11.2016 um 18:57 Uhr
@Arthur: Einverstanden, aber m.E. ergänzungsbedürftig. Ich erwarte von einem Volksvertreter neben der Erfüllung ihrer primären Aufgaben auch Glaubwürdigkeit im Sinne persönlicher Integrität. Das bedeutet einerseits, daß ich mich durch mein Verhalten auch nicht dem bloßen Verdacht dubioser Geschäfte, persönlicher Vorteilsnahme o.Ä. aussetze und andererseits, daß ich für grobe Fehler zu Lasten der Allgemeinheit die entsprechende Konsequenz in Form meines Rücktritts von dem betreffenden Amt/Mandat ziehe. Insbesondere letzteres scheint in den letzten Jahrzehnten völlig aus der Mode gekommen zu sein. Statt die Verantwortung für weitreichende Fehlentscheidungen des eigenen Ressorts zu übernehmen, wird die Angelegenheit ausgesessen. Daß der so vertretene Souverän ein derartiges Verhalten nicht als vertrauensbildende Maßnahme honoriert, dürfte auf der Hand liegen.
#2 von Johannes Kraut, am 16.11.2016 um 18:56 Uhr
Gerade diese „Skandälchen“ und Skandale sind die Wegbereiter für eine Radikalisierung der Bürger, in welche Richtung auch immer. In Zeiten wie diesen ist von Seiten der Politik äußerste Sensibilität gefragt. Die Bürger nehmen es nicht mehr einfach hin, wenn Politiker aktiv, passiv mobben, ein Drogenproblem haben, oder ein wie auch immer geartetes menschliches Problem haben. Politiker sollten sich eher mal wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, nämlich nachvollziehbare Politik für die Menschen in diesem Land zu machen. Und damit sind alle Politiker gemeint, egal ob sie der Opposition oder Koalition angehören...
#1 von Arthur, am 16.11.2016 um 17:10 Uhr

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