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Nachricht vom 25.11.2016    

Kinder- und Jugendpolitik mehr in Fokus rücken

Die Jahresveranstaltung des Lokalen Netzwerkes Kinderschutz in der Kreisverwaltung stand unter dem Thema: "Kindheit und Aufwachsen zwischen privater und öffentlicher Verantwortung". Professor Klaus Schäfer, Staatssekretär a.D. sprach über den 14. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung.

Kreisbeigeordneter Klaus Schneider, Prof. Klaus Schäfer, Jason Wagner, Netzwerkverantwortlicher der Kreisverwaltung (von links). Foto: Kreisverwaltung

Altenkirchen. Wissenschaftliche und politische Einblicke in die aktuelle Forschung zum Aufwachsen von Kindern in Deutschland gab Professor Klaus Schäfer bei einem Vortrag im Rahmen der Jahresveranstaltung des Netzwerkes Kinderschutz in der Kreisverwaltung Altenkirchen.

Der Kinder- und Jugendbericht wird im vierjährigen Turnus von einer Sachverständigenkommission aus Wissenschaftlern und Fachleuten aus der Praxis erarbeitet. Schäfer ist stellvertretender Vorsitzender dieser Fachkommission und legte den Anwesenden gegenüber dar, dass immer mehr Familien und junge Menschen die Angebote der Jugendhilfe wie Beratung, Bildung und Betreuung nutzen. Dies führe dazu, dass sich das Aufgabenspektrum der Kinder- und Jugendhilfe stark gewandelt hat und sich weiterhin in einem rapiden Wachstum befinde.

Schäfer machte anhand der Berichtsergebnisse deutlich, dass junge Menschen in Deutschland immer stärker in öffentlich verantworteten und öffentlich gestalteten Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungs-“Räumen“ aufwachsen – ohne dass die familiär-private Verantwortung deswegen eine geringere Bedeutung hätte. „Dabei löst eine öffentliche Verantwortungsübernahme für das Aufwachsen bei Eltern keine Empörung mehr aus sondern wird heute geradezu verlangt“, so Schäfer.

So verbringen Kinder heute mehr Zeit in betreuten Räumen. Rund 96 Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder besuchen in Deutschland eine Kindertagesstätte; unter drei Jahren sind es rund 750.000 Kinder - mit steigender Tendenz. Mehr als die Hälfte aller Schulen in Deutschland sind heute Ganztagsschulen. „Es gibt eine Zunahme außerfamiliärer Betreuung und Bildung, allerdings hat die Familie gleichzeitig weiterhin eine sehr große Bedeutung“, erläutert Schäfer und betont dabei weiter: „Die Ergebnisse des Berichtes zeigen, nie ging es den Kindern so gut wie heute! Sie wachsen in einem Umfeld auf, das vielfältiger, bunter und heterogener ist.“

Den Schluss bildete ein Appell Schäfers an politische Gremien: „Eine eigenständige Politik für die Jugend und für junge Erwachsene stand im letzten Jahrzehnt nicht im Mittelpunkt. Hier bedarf es zukünftig einer stärkeren öffentlichen Verantwortungsübernahme beispielsweise im Jugendhilfeausschuss.“

Gastgeber der Veranstaltung, zu der rund 90 Gäste aus den Bereichen Jugendhilfe, Kindertagesstätten, Grundschulen, Gesundheitshilfe, Polizei, Amtsgerichte sowie Beratungsstellen in den Wilhelm-Boden-Saal gekommen waren, war das Lokale Netzwerk Kinderschutz des Kreisjugendamtes. Der Kreisbeigeordnete Klaus Schneider dankte dem Referenten für sein Kommen und dem Koordinator des Netzwerks, Jason Wagner, für die gute Organisation.

„Wir sind gut vernetzt“, stellte er fest, „aber wir müssen uns auch immer wieder neu auf die Lebenswelten von Familien einstellen.“ Dies trifft genau die Grundaussage des 14. Kinder- und Jugendberichts: „Kinder- und Jugendhilfe in neuer Gesellschaft, das Aufwachsen in Deutschland wandelt sich immer wieder und die Jugendhilfe muss sich ebenfalls immer neu anpassen.“



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