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Nachricht vom 29.11.2016    

Greenpeace-Appell: RWE-Aktien jetzt verkaufen

Dass der globale Klimawandel schneller und für viele Länder mit verheerenden Folgen von statten geht, mag ja niemand mehr ernsthaft bezweifeln. Auch im Kreis Altenkirchen gibt es die Klimaschutzinitiative mit definierten Zielen, den CO2-Ausstoß zu senken. Greenpeace Westerwald macht auf auf einen Widerspruch aufmerksam. Globale Verantwortung und die Profitgier mit RWE-Aktien, die jetzt schon keine Dividenden mehr bringen, fordern zum Handeln.

Kreis Altenkirchen. Greenpeace Westerwald appelliert an den Kreistag Altenkirchen, die RWE-Aktion jetzt zu verkaufen. Denn laut Greenpaece werden diese Aktien nicht in die neue RWE-Tochter "Innogy" übernommen. Das soll in Kürze entschieden werden. Einige Städte und Kommunen haben bereits reagiert und die als "Ramschpapiere" eingestuften Aktien verkauft.

Gerd Stein, Sprecher von Greenpeace Westerwald schrieb einen Brief an die Mitglieder des Kreistages mit einem Appell, jetzt zu handeln und Schaden von der Bevölkerung abzuwenden. Denn immerhin geht es ja um Steuergeld der Bürgerinnen und Bürger, aber auch um Glaubwürdigkeit.

Hier der Wortlaut:

"Sehr geehrtes Mitglied des Kreistages Altenkirchen,
am Freitag den 18.11.2016 endete die diesjährige Klimakonferenz in Marrakesch in Marokko. Unser Fazit lautet: wenn wir die globale Temperaturerhöhung unter 1,5°C halten wollen, müssen wir sofort damit beginnen, die CO2-Emissionen zu vermindern – und das in allen Bereichen. Im Energiesektor ist dies verhältnismäßig einfach, indem keine neuen
Kohlekraftwerke gebaut und keine neuen Braunkohletagebaue aufgeschlossen werden und indem wir jetzt damit beginnen, die ältesten und schmutzigsten Kohlekraftwerke schrittweise abzuschalten.
Unerlässlich ist es, dass wir uns auch lokal für mehr Klimaschutz einsetzen. Ein erster Schritt sollte der Verkauf aller RWE-Aktien sein. RWE ist mittlerweile ein reiner Atom- und Kohlestromerzeuger und hat vor kurzem die Genehmigung für den Bau und Betrieb eines neuen Braunkohlekraftwerkes in Niederaußem beantragt. Ein solches Unternehmen, mit einer so verfehlten Firmenpolitik, darf nicht länger mit öffentlichen Geldern unterstützt werden.
Wir fordern Sie daher auf:
1) Setzen Sie sich für einen Ratsbeschluss ein, der den sofortigen Verkauf der RWE-Aktien festlegt.

2) Setzen Sie sich für ökologische, soziale und nachhaltige Kriterien für die kommunalen Investitionen ein. Sorgen Sie so dafür, dass zukünftig keine öffentlichen Gelder mehr an die 200 größten Kohle-,Öl- und Gas-Unternehmen fließen und ziehen Sie diese innerhalb der
nächsten fünf Jahre aus solchen Unternehmen ab.

3) Fördern Sie den Ausbau Erneuerbarer Energien vor Ort.

In den letzten Monaten haben wir recherchiert, welche Kommunen wie viele RWE-Aktien halten, bzw. an welche RW-Beteiligungsgesellschaften diese Aktien übertragen wurden. Die Ergebnisse dieser Recherche haben wir auf unserer Website veröffentlicht unter: http://www.greenpeacekoeln.de/kommunen-und-rwe-ein-unuebersichtliches-schmutziges-netzwerk

Wir freuen uns darüber, dass der Landkreis Osnabrück und die Stadt Bochum beschlossen haben, ihre RWE-Aktien zu verkaufen. In Mülheim, Düsseldorf und Siegen-Wittgenstein
gibt es immerhin den Beschluss, die RWE-Aktien aus den Beteiligungsgesellschaften zurück in den Hoheitsbesitz der Kommune zu überführen.

Und zu unserem Erstaunen wurde am Montag den 14.11.2016 eine außerordentliche Sitzung der „RWE Holding AG“ angesetzt, auf der die Auflösung der selbigen beschlossen werden sollte. Wie wir mittlerweile wissen, ist dies nicht geschehen, sondern auf die nächste Sitzung
verschoben worden. Wir möchten Sie daher bitte, sich für die Auflösung der
„RWE Holding AG“ im Februar einzusetzen. So verhelfen Sie nicht nur sich sondern auch vielen anderen Kommunen zur besseren Handlungsfähigkeit. Handeln Sie jetzt und riskieren Sie nicht die Verschwendung öffentlicher Gelder, durch den fallenden Kurs der RWE-Aktie. Denn wenn wir die Klimaschutzziele von Paris und den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung ernst nehmen, brauchen wir in Deutschland einen Kohleausstieg bis
spätestens 2030.

Die Ratingagentur Moody’s hat den Energiekonzern RWE heruntergestuft. Die Bonitätswächter senkten ihre Bewertung der Kreditwürdigkeit auf "Baa3" von zuvor "Baa2". Damit ist RWE nur noch eine Stufe vom sogenannten Ramschstatus entfernt, bei dem Investments als spekulativ gelten. Auch die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch haben jetzt die
Kreditwürdigkeit von RWE ebenfalls weiter abgewertet.

Auf was wollen sie jetzt noch warten? Gerne stehe ich Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen Gerd Stein

„Wenn es falsch ist, das Klima zu zerstören, dann ist es auch falsch, von dieser Zerstörung zu profitieren!“



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Kommentare zu: Greenpeace-Appell: RWE-Aktien jetzt verkaufen

1 Kommentar

Ich glaube nicht, dass es im Sinne der Steuerzahler ist, die RWE Aktien jetzt zum Tiefstkurs zu verkaufen und damit den maximalen Verlust zu realisieren. Mit der geplanten Regelung über die Haftung für Atomkraftwerke dürften sich die Ratingbewertungen der Versorger verbessern und deshalb empfehlen Analysten aktuell teilweise sogar den Kauf der Aktie. RWE hält die Mehrheit an Innogy, ist damit auch in die "Erneuerbaren" investiert und wird von den Dividenden profitieren. Konventionelle Stromerzeugung wird noch viele Jahre erforderlich sein, um den Bedarf zu decken, wenn kein Wind geht und die Sonne nicht scheint und es erscheint mir sinnvoll, wenn der Staat, wie der Kreis Altenkirchen mit Beteiligungen dazu beiträgt, dass die elementaren Bedürfnisse der Bürger, wie Wasserversorgung, öffentlicher Verkehr und auch Stromversorgung sichergestellt werden. Die Dividenden, mit denen z. B. die Musikschule subventioniert wurde, werden irgendwann auch wieder fliessen.
#1 von Dieter Koch, am 01.12.2016 um 09:22 Uhr

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