Werbung

Nachricht vom 07.12.2016    

Aktionen gegen Stadtrat Hachenburg widerlich

Gewählte Volksvertreter, die ehrenamtlich ihr Amt ausfüllen, egal welcher Partei sie auch angehören, mit unflätigen Postkarten zur "Ausreise" aufzufordern, sorgt im Westerwald derzeit für Emotionen. In Hachenburg ist der beantragte Bau einer Moschee Anlass für Aktivitäten einer Splitterpartei des rechten Spektrums, die auch regelmäßig an den Demonstrationen teilnimmt. Die Postkartenaktion ist juristisch nicht relevant, da nicht strafbar.

Fotos: Reinhard Panthel

Hachenburg. Die "Ausreiseaufforderung" kam per Post an 22 Stadtratsmitglieder aller Parteien in Hachenburg in Form eines unflätigen Gutscheins als Postkarte gestaltet. Auch zwei Mitarbeiter der Kuriere erhielten diese Postkarten. Hinter der unsäglichen Aktion steht die Kleinpartei der "III. Weg", eine Nachfolgeorganisation der NPD, gegründet 2013 in Heidelberg. Aktuell gibt es sechs sogenannte Stützpunkte dieser rechtsextremen Partei, darunter auch in Rheinland-Pfalz. Ein Verbot konnte bislang juristisch nicht erreicht werden. Die Partei wurde zur Landtagswahl zugelassen.

Seit die Postkartenaktion an die Stadtratsmitglieder öffentlich wurde, und sich Menschen bedroht fühlen, gewinnt das mit Blick auf einen Bauantrag des islamisch-türkischen Kulturvereins (Ditib) eine andere Sichtweise.

Seit September treten rechte Gruppierungen in Hachenburg auf und nehmen das Demonstrationsrecht für sich in Anspruch, um gegen den Moscheebau zu agitieren. Es gab Gegendemonstrationen der Hachenburger Bürgerschaft mit viel Engagement.
Hier geht es zum Bericht der Demo im Oktober.
Hier geht es zum Bericht der Demo, mit Filmbeitrag, im November.

Aber ehrenamtliche Ratsmitglieder unter Druck zu setzen und Ängste zu schüren hat eine Qualität, der sich eigentlich alle Bürgerinnen und Bürger energisch zur Wehr setzen müssten. Eines haben Prüfungen bereits ergeben: so eine Postkartenaktion ist strafrechtlich nicht zu ahnden.



Verbandsbürgermeister Peter Klöckner (SPD) nahm Stellung: "Die Postkartenaktion gegen Kommunalpolitiker in Hachenburg ist widerlich und zeigt das wahre Gesicht des dritten Weges, der ideologischen Schwesterpartei der Hitlerpartei NSDAP. Die "braune Bande" aus dem Sauerland mit ihren Helfershelfern und ihrer menschenverachtenden Hetze gegen Ausländer und alles was nicht in deren Weltbild passt, wird in Hachenburg nicht verfangen.
Mögen sie noch so viele Fackelumzüge und Briefkastenaktionen starten, Hachenburg bleibt eine weltoffene Stadt für Menschen aus allen Nationen gleich welcher Religion", teilte Klöckner den Medien mit.

Des Weiteren werden im Stadtgebiet derzeit Flugblätter verteilt und landen in den Briefkästen. Dahinter steht eine Bürgerbewegung Pax Europa. Gegründet wurde diese rechtslastige Bewegung/Verein gegen die Islamisierung Europas in Gemmingen/Landkreis Heilbronn. Zu den Gründervätern zählte Udo Ulfkotte, er verließ den Verein 2008. Der Rechtspopulist Ulfkotte trat 2015 bei Pegida Kundgebungen in Dresden auf. In Köln und Bonn sorgte der Verein Pax Europa 2009 für viel Ärger wegen der antisemitischen und antiislamischen Hetze. Denn Pax Europa steht nicht wie das Wort Pax, welches eigentlich Friede bedeutet, für ein friedliches Zusammenleben der Völker und Religionen in Europa, sondern für Ausgrenzung, Verleumdung, für Unfrieden und Hass. Nachzulesen im Internet. Jetzt haben sich diese Leute Hachenburg als Betätigungsfeld ausgesucht.

Es würde der Organisation Ditib, welche als Bauherr der geplanten Moschee genannt wird, gut tun zusammen mit den Verantwortlichen zu einer umfassenden Bürgerversammlung einzuladen, um solchen "Rattenfängern" den Boden zu entziehen. (hws)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   



Aktuelle Artikel aus Region


Jugendkreuzweg 2026: Gemeinsam unterwegs beim ökumenischen Kreuzweg

Der Ökumenische Jugendkreuzweg 2026 steht unter dem Leitgedanken "dahinter. Tiefer sehen, weiter gehen". ...

Vokalmusik der Passion: Konzert „...vom Ende der Nacht ...“ in der Abteikirche

ANZEIGE | Ein besonderes Konzert prägt den Passionssonntag, 22. März 2026, in der Abteikirche Kloster ...

Blutspende-Aufruf des Roten Kreuzes: Jetzt aktiv werden!

Das Rote Kreuz ruft erneut zur Blutspende auf, um die rückläufigen Spenderzahlen zu steigern. In Güllesheim ...

Woche der Ausbildung: Ausbildungswege in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten

Vom Montag bis Freitag, 16. bis 20. März, veranstaltet die Bundesagentur für Arbeit die "Woche der Ausbildung", ...

Neue Selbsthilfegruppe für Blinde und Sehbehinderte in Altenkirchen

In Altenkirchen wird eine neue Selbsthilfegruppe für blinde und sehbehinderte Menschen sowie deren Begleiter ...

Erfolgreiche Fahndungstage der Verkehrsdirektion Koblenz

Am Dienstag und Mittwoch (10. und 11. März) führte die Verkehrsdirektion Koblenz gemeinsam mit internationalen ...

Weitere Artikel


Die Krippe in Herkersdorf ist bereit für Weihnachten

Schon seit Tagen strahlt der große Stern über Herkersdorf und erinnert an das kommende Weihnachtsfest. ...

Wirtschaftspolitiker der CDU kritisieren Umgang mit Montaplast

In einer gemeinsamen Pressemitteilung kritisieren Politiker der Christlich Demokratischen Union den Vorschlag ...

Gewerkschaft NGG fordert mehr als nur Mindestlohn

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Mittelrhein fordert ein Lohn-Plus von sechs Prozent ...

Welche Schule wird Energiesparmeister 2017?

Bis zum 15. Januar können sich Lehrer und Schüler aus Rheinland-Pfalz mit ihren Klimaschutzprojekten ...

Größtes Lego-Modell von Han-Solo-Raumschiff in Hachenburg

Schon bald startet ein neuer Film-Ableger der Star-Wars-Filmreihe in den Kinos. In Hachenburg erhalten ...

Studierende der Hochschule Verwaltung erlebten Altenkirchen

Studierende der Hochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Rheinland-Pfalz besuchten Altenkirchen. ...

Werbung