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Nachricht vom 22.04.2009    

Josef Zolk tritt gegen Hella Becker an

Sensation in Flammersfeld: Der amtierende Bürgermeister der VG Flammersfeld, Josef Zolk (CDU), tritt gegen die amtierende Ortsbürgermeisterin von Flammersfeld, Hella Becker (ebenfalls CDU), an. Zolk hat Becker am Mittwoch Nachmittag informiert (per Telefon), Becker ist tief enttäuscht über das Vorgehen ihres "Parteifreundes".

Flammersfeld. Damit hatte eigentlich niemand gerechnet, denn alles schien in der VG Flammersfeld seinen gewohnten und ruhigen Verlauf zu nehmen. Bürgermeister der Verbandsgemeinde ist Josef Zolk, Ortsbürgermeisterin ist und bleibt Hella Becker. Denkste: Jetzt tritt CDU-Mann Zolk gegen CDU-Frau Becker an. Die zeigt sich tief enttäuscht, vor allem über das Vorgehen Zolks. "Er hat mich eben angerufen und mir mitgeteilt, dass er kandidiert, das ist so nicht in Ordnung. Ich bin sehr enttäuscht. Ich hätte erwartet, dass er vorher mit mir gesprochen hätte", erklärte eine aufgewühlte Hella Becker am Nachmittag gegenüber dem AK-Kurier.
Zolk indessen gesteht ein, dass er vielleicht etwas früher Becker hätte informieren sollen. Seine überraschende Kandidatur begründet Zolk damit, dass in den vergangenen Wochen Bürger an ihn herangetreten seien und ihn gebeten hätten zu kandidieren. "Deshalb habe ich mich entschlossen, das zu tun", sagte Zolk am Nachmittag, kurz nachdem er seiner Konkurrentin die "frohe Botschaft" übermittelt hatte. Seine Kandidatur hat er indes noch nicht abgegeben. Erst müssen noch mindestens 30 Unterschriften für ihn gesammelt werden. Eine Formsache. Zolk sagte auch, er wäre nicht angetreten, wenn Hella Becker nicht als freie, sondern als CDU-Kandidatin in die Wahl gegangen wäre. Was ihn umtreibt, sei, dass es ihm darum gehe, Flammersfeld zu stärken. Und - an Becker gerichtet - "ich kandidiere nicht gegen jemand, sondern für mich." Ein Konzept hat Zolk auch schon parat: Bürger beteiligen, unabhängig von persönlichen Verbindungen, Weiterentwicklung des Konzepts Tierpark, vernünftige Planungen im Gewerbegebiet Kornbitze I und II, gegen eine Geldspielhalle zwischen Norma und Edeka, zukunftsweisende innerörtliche Entwicklung, Gesamtkonzept zur Dorfentwicklung, Konzept für den ehemaligen Raiffeisen-Einkaufsmarkt, Erarbeitung und Umsetzung einer gesamten Spielplatzplanung, Konzeption für eine gute Jugendarbeit und für eine gute Seniorenarbeit. Damit, so Zolk, wolle er nun an anderer Stelle andere Akzente setzen. Dass er damit einen Keil in die Union in der VG Flammersfeld treiben könnte, sieht Zolk nicht und sagt, er werde einen fairen Wahlkampf führen.
Das sieht Hella Becker anders. Sie befürchtet einen Bruch in der Union. Und das möglicherweise nicht ganz zu Unrecht. Denn nach Informationen des AK-Kuriers haben sich schon etliche führende Persönlichkeiten in der Partei hinter die Ortsbürgermeisterin gestellt. Zumal es laut Becker eine Übereinkunft mit Zolk gegeben habe, dass er nicht kandidiert, wenn Becker für den VG-Rat antritt und eine CDU-Liste aufstellt. Das habe sie beides gemacht "und jetzt kommt er doch." Rational mag sie das Verhalten Zolks nicht begründen, aber "wir sind einfach keine guten Freunde, vielleicht, weil ich nicht zu allem Ja und Amen sage." Und genau deshalb will Becker jetzt auch engagiert um ihr Amt kämpfen, "weil mir sehr viel an Flammersfeld liegt. Nun muss der Wähler entscheiden." (Reinhard Schmidt)


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