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Nachricht vom 16.12.2016    

Marienthaler Wirte wollen sich wehren

Der Wallfahrtsort Marienthal ist im Aufwärtstrend und da passt es nun nicht, dass der Haltepunkt der Bahn geschlossen werden soll. Wandergruppen, fehlende Parkplätze im Ort, sanfter ökologisch sinnvoller Tourismus sind auf die Bahnverbindung angewiesen. Mit dem Protest der Wirte kam auch gleich eine Reaktion der Verbandsgemeinde Hamm. An Lösungen will man gemeinsam arbeiten.

Foto: Archiv AK-Kurier

Hamm-Marienthal. Mit großem Unverständnis reagiert die Gastronomie im Wallfahrtsort Marienthal auf die Pläne, den Bahnhaltepunkt Kloster Marienthal ab Dezember 2018 zu schließen. „Gerade jetzt, wo es hier wieder aufwärts geht, die Zahl der Wandergruppen und auch der Wallfahrer zunimmt, wird ein solcher Rückschritt geplant“, ärgert man sich dort.

Seit Mai diesen Jahres wird das ehemalige Franziskanerkloster gastronomisch betrieben und auch das ehemalige Waldhotel Imhäuser geht nächstes Jahr unter neuer Leitung wieder an den Start. Zwei ganz wichtige Punkte, die das beliebte Ausflugsziel richtig nach vorne bringen, sich bereits jetzt sehr positiv auswirken. „Wir haben uns für die nächsten Jahre wirklich viel vorgenommen und wollen gemeinsam Ort, sowie die Region attraktiv machen. Hierbei spielt natürlich auch der Haltepunkt eine gewichtige Rolle. Ein Standbein, in das nun von außen hinein gegrätscht wird“, so Martin Schüttler vom Marienthaler Hof.

Die im Kreisverkehrsausschuss vorgelegten Zahlen seien für ihn doch etwas aus der Luft gegriffen. Sicherlich wisse man, dass dieser Haltepunkt alles andere als hochfrequentiert sei, aber eben auch einer mit Potenzial.

Uwe Steiniger, der die Klostergastronomie in Marienthal betreibt, erwähnt dabei Auszubildende sowie Mitarbeiter, welche hier tagtäglich ein- und aussteigen: „Sicherlich mit ein Grund, hier zu arbeiten“. Der Haltepunkt sei bei seinen Überlegungen, das Kloster gastronomisch zu betreiben, doch sehr entscheidend gewesen. Rainer Orfgen, vom Hofcafé Heinzelmännchen, hat dabei den sanften Tourismus im Blick: „Wer will, kann das Auto stehen lassen. Das macht ein Ausflugsziel doch gleich mehrfach attraktiv. Die Bahnlinie bildet eine tolle Brücke vom Westerwald- hin zum Siegsteig. Besser geht’s nicht“.

Und Hermann Wessler vom Haus Elisabeth verweist auf die Parksituation im Ort: „Bereits jetzt wird es am Wochenende hier eng. Es sind kulturelle Veranstaltungen geplant, beispielsweise im Rahmen des Siegtalfestivals. Da brauchen wir die Bahn“.



Die Wirte wollen gemeinsam mit an einer pragmatischen Lösung arbeiten, diese kann aber nicht Schließung heißen, soweit die gemeinsame Pressemitteilung.

Die Verwaltung im Rathaus Hamm reagierte prompt und schickte ebenfalls eine Presserklärung:
An der Lösung wird gearbeitet
„Wir arbeiten an einer praktikablen Lösung.“ Dieses Versprechen geben Hamms Bürgermeister Rainer Buttstedt und Ortsbürgermeister Gerd Rainer Birkenbeul den Marienthaler Gastronomen. Für Buttstedt zeichnet sich die Lösung aber eher in Obererbach als im Wald oberhalb des Kloster-Ortes ab. Allein die Beleuchtung des Haltepunkts Marienthal nach offenbar nicht verhandelbaren Vorgaben des Eisenbahnbundesamts würde eine sechsstellige Summe kosten, während bei den Zählungen der Fahrgäste über Jahre hinweg höchstens acht pro Woche (!) zum Vorschein kamen. „Das ist kein Kosten-Nutzen-Verhältnis, das ich verantworten möchte“, so Rainer Buttstedt.

Ortsbürgermeister Birkenbeul beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Passagierzahlen, Beleuchtungskosten und Bahnvorschriften. „Schon in den 90er-Jahren, also den Boomzeiten Marienthals, sollte der Haltepunkt schon mangels Inanspruchnahme geschossen werden“, weiß er. Ein weiteres großes Problem sei die verkehrssichere Zuwegung.

Orts- und Verbandsbürgermeister sehen, dass das ohnehin dünne Netz des Nahverkehrs im Kreis nicht noch weiter zerrissen werden sollte, vor allem aus Umwelt- und Tourismus-Gründen. Doch sei der Haltepunkt Obererbach durchaus als Ersatz geeignet – wenn man an Details noch arbeitet.

Gleich am Anfang des neuen Jahres soll mit den Marienthaler Gastronomen über solche Details gesprochen werden. „Wenn dabei dann doch noch Lösungen für den Halt Marienthal gefunden werden, werden wir uns dem natürlich nicht verschließen“, so Rainer Buttstedt.




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