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Nachricht vom 25.04.2009 - 16:51 Uhr    

Nur wenige Schweine in die Tonne

Aufregung und Unsicherheit zur Eröffnung der Sammelstelle für Schwarzwild am Altenkirchener Forstamt. Wandern künftig fast alle erlegten Schwarzkittel in die Tonne? Die bange Frage nährte sich aus der Ankündigung, dass alle Träger des Schweinepest-Virus verworfen werden. Amtstierärztin Dr. Gudrun Oppitz informierte.

Altenkirchen. Was die Sauen-Jäger befürchteten, klang durchaus plausibel. Wenn alle Tiere verworfen werden, bei denen das Virus nachgewiesen ist, müsste dies eigentlich auch für die Vielzahl jener gelten, die den Erreger jetzt mit den bisher verteilten 35.000 Impf-Ködern aufgenommen haben. Diese enthalten nämlich lebende Viren. Die Nachricht, bei der Untersuchung werde nicht zwischen Feld-Virus und Impf-Virus unterschieden, trug nicht eben zur Beruhigung der Gemüter anlässlich der Eröffnung der Sammelstelle für Schwarzwild am Altenkirchener Forstamt bei. Einen Beitrag zur weiteren Verunsicherung lieferten die Untersuchungs-Zeiträume. Während ein erstes Ergebnis schon nach 24 bis 48 Stunden Aufschluss darüber gibt, ob das Virus aufgespürt wurde, klärt sich erst nach einigen Wochen, ob der Erreger aus einem Seuchengang oder aus der Impfung stammt. So lange kann jedoch niemand den Schweine-Körper zum Verzehr bereithalten. Dr. Gudrun Oppitz, Leiterin des Veterinäramts der Kreisverwaltung, klärte jetzt die Zusammenhänge. Entscheidender Hinweis: Das so genannte Impf-Virus, also der abgeschwächte lebende Erreger im Köder, ist nur in sehr seltenen Fällen im Blut aufzufinden, wenn die Jagdruhe (vier bis fünf Tage) nach der Impfung eingehalten wird. Die Immunisierung erfolgt nach fachlicher Darstellung über die Schleimhäute des Rachenraums.
Die erste schnelle Untersuchung wird also auf jeden Fall das Feld-Virus entdecken und auch das Impf-Virus, wenn es in die Blutbahn gelangt sein sollte. Kein Tier, bei dem der Erreger zu diesem Zeitpunkt festgestellt wird, kommt in den Handel. Das Risiko, ein geimpftes, aber nicht seuchenhaft infiziertes Stück in die Tonne wandern zu sehen, ist relativ gering. Von 100 nach der Impfung erlegten Sauen mussten bisher nur zwei verworfen werden. Überschlägig entspräche das also einer Quote von zwei Prozent. Die zweite Untersuchung wird auf der Insel Rügen durchgeführt und ist für das Urteil vor Ort nicht mehr bedeutsam.
Die Wild-Sammelstellen arbeiten sehr unterschiedlich. In Altenkirchen sind die Container mit Zahlenschloss gegen Missbrauch gesichert. Zugang erhalten Jäger rund um die Uhr nach Kontakt mit Patrick Müller aus Altenkirchen. Sein Stellvertreter ist Michael Heinemann. Ein Merkblatt informiert über das Aufbrechen, Entnahme der Proben, Kennzeichnung, Kühlzelle und Hygiene. Für Info und Absprache steht auch das Veterinäramt Altenkirchen (Telefon 02681/812 834) zur Verfügung. (ho)
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Blitzsauber präsentierte sich die Schwarzwild-Sammelstelle in Altenkirchen den heimischen Jägern. Rainer Zeuner von der Kreisverwaltung und Kontaktmann Patrick Müller (von links) informierten; Alois Trapp, Vorsitzender der LJV-Kreisgruppe (rechts), lobte die Einrichtung. Foto: Klaus Holl



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