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Nachricht vom 18.01.2017 - 08:20 Uhr    

Weltgebetstag wird vorbereitet

Die Philippinen sind in diesem Jahr Schwerpunktland des Weltgebetstages, der am 3. März mit Veranstaltungen begangen wird. Der Kreisverband der evangelischen Frauenhilfe bietet dazu Vorbereitungstreffen am 23. und 25. Januar an. Dazu sind jeweils Anmeldungen erforderlich. Der Weltgebetstag ist eine große, weltweite Basisbewegung christlicher Frauen und wird in ökumenischer Verbundenheit vorbereitet.

Das Titelbild zum Weltgebetstag 2017 mit Bildtitel "A Glimpse of the Philippine Situation" von der philippinischen Künstlerin Rowena Apol Laxamana Sta Rosa. Foto: © Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.

Kreis Altenkirchen. Die Philippinen sind diesem Jahr Schwerpunktland des Weltgebetstags. Rund um den Globus, von Samoa bis Chile, werden dazu am 3. März Gottesdienste gefeiert Die Liturgie dafür wurde gemeinsam verfasst von mehr als 20 christlichen Frauen unterschiedlichen Alters und aus allen Regionen des Inselstaates. Der deutsche Titel des Gottesdienstes zum Weltgebetstag lautet: Was ist denn fair?

An zwei Terminen (23. und 25. Januar) können sich auf Initiative des Kreisverbandes der Evangelischen Frauenhilfe im Kirchenkreis Altenkirchen interessierte Frauen über das diesjährige Schwerpunktland, die Philippinen, informieren. Außerdem gibt es – wie immer in ökumenischer Verbundenheit – Gestaltungstipps und Hinweise zu den Gottesdiensten im März. Zum Vorbereitungstreffen am Montag, 23. Januar, 10 bis 16 Uhr im Hotel Auermühle, sind dringend Anmeldungen bis 20.Januar unter 02682/251 nötig. Für das Treffen am Mittwoch, 25. Januar, 14 bis 17 Uhr, im Ev. Gemeindehaus Daaden sind Anmeldungen bis 23. Januar (02744/5248/nach 18 Uhr!) erforderlich.

Der Weltgebetstag ist eine große, weltweite Basisbewegung christlicher Frauen. Der Gottesdienst zum Weltgebetstag wird jedes Jahr von Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen aus einem anderen Land vorbereitet. Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, feiern diesen Gottesdienst dann Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche in rund 170 Ländern der Erde. Zu ihren ökumenischen Gottesdiensten werden auch 2017 wieder hunderttausende Menschen erwartet.

„Was ist denn fair?“ Direkt und unvermittelt trifft die Frage der Frauen von den Philippinen zum Weltgebetstag und lädt ein zum Nachdenken über Gerechtigkeit. In einem alters- und konfessionsgemischten Team haben Christinnen den Gottesdienst dafür erarbeitet. Diese Gebete, Lieder und Texte werden am 3. März 2017 rund um den Globus wandern. Dann dreht sich in Gemeinden in über 100 Ländern der Erde alles um den Inselstaat in Südostasien.

Die 7.107 Inseln der Philippinen liegen im Pazifischen Ozean. Ihre tropischen Urwälder und bizarren Korallenriffe beherbergen artenreiche Ökosysteme. Tauchreviere und weite Sandstrände begeistern jedes Jahr Millionen Urlauber. Die Folgen des Klimawandels treffen die Philippinen aufgrund ihrer geographische Lage besonders hart: Mit Taifunen, Vulkanausbrüchen und Erdbeben gehören sie zu den Ländern, die am stärksten von Naturkatastrophen betroffen sind. Die gesamte Inselgruppe zeichnet sich durch eine Vielfalt an Völkern, Kulturen und Sprachen aus. Trotz ihres Reichtums an natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen prägt eine krasse soziale Ungleichheit die Philippinen. Die meisten der rund 100 Millionen Einwohner profitieren nicht vom wirtschaftlichen Wachstum. Auf dem Land haben wenige Großgrundbesitzer das Sagen, während die Masse der Kleinbauern kein eigenes Land besitzt. Die Wurzeln dieser Ungleichheit gehen zurück bis in die 330jährige spanische Kolonialzeit. Wer sich heute für Menschenrechte, Umweltschutz, Landreformen oder die Rechte der indigenen Bevölkerung engagiert, lebt oft gefährlich.

Auf der Suche nach Perspektiven zieht es viele Filipinas und Filipinos in die 17-Millionen-Metropolregion Manila. Rund 1,6 Millionen wandern Jahr für Jahr ins Ausland ab und schuften als Hausangestellte, Krankenpfleger oder Schiffspersonal in Saudi-Arabien, den USA, Europa, Hongkong oder Singapur. Ihre Überweisungen sichern den Familien das Überleben, doch viele der Frauen zahlen einen hohen Preis: ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, körperliche und sexuelle Gewalt.

Die Philippinen sind das bevölkerungsreichste christliche Land Asiens, über 80 Prozent der Bevölkerung sind katholisch. Glaube und Spiritualität prägen die philippinische Kultur. Rosenkränze und Marienfiguren schmücken Wohnungen und Autos. War die römisch-katholische Kirche zu Kolonialzeiten eng mit den Mächtigen verbunden, so setzen sich viele Priester und Ordensfrauen heute für die Armen und Entrechteten ein. Auch Vertreter der protestantischen Kirchen sind stark gesellschaftlich engagiert. Neben einer buddhistischen Minderheit, sind rund fünf Prozent der Bevölkerung muslimisch. Der Großteil von ihnen lebt von jeher im südlichen Mindanao.

Mit Merlyn, Celia und Editha kommen beim Weltgebetstag drei fiktive Frauen zu Wort, deren Geschichten auf wahren Fakten beruhen. Sie laden ein, den eigenen Kreis zu öffnen. „Im Reformationsjahr 2017 kann das heißen, dass wir andere nach ihren Geschichten fragen: zum Beispiel Frauen aus christlichen Glaubensgemeinschaften, die noch nie beim Weltgebetstag mitgemacht haben, oder geflüchtete Menschen in unserer Nachbarschaft“, unterstreichen die Macherinnen der Liturgie.

„Wenn wir diesen bisher ungehörten Geschichten von den Philippinen und von Nebenan Raum geben, dann wird unsere Welt ein bisschen bunter, so wie im diesjährigen Titelbild von Rowena Apol Laxamana-Sta Rosa. Wir werden uns zugleich die Frage stellen, die unsere philippinischen Schwestern uns zumuten: „Was ist denn fair?“ Die Verfasserinnen setzen die Geschichten von Merlyn, Celia und Editha in Kontrast zum biblischen Gleichnis der Arbeiter im Weinberg (Mt 20, 1-16). Als Gegenmodell zur profit-orientierten Konsumgesellschaft sehen sie auch die indigene Tradition des Dagyaw oder Bayanihan: Alle arbeiten gemeinsam und teilen die Ernte.

Der Weltgebetstag der philippinischen Christinnen soll zum Einsatz für eine gerechte Welt ermutigen. Ein Zeichen dafür sind die Kollekten der Gottesdienste in Deutschland, die Frauen- und Mädchenprojekte weltweit unterstützen. Darunter sind acht Partnerorganisationen auf den Philippinen, die sich u.a. für politische und gesellschaftliche Beteiligung sowie die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder engagieren.



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