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Nachricht vom 23.01.2017    

Else: Bitte keine Krankheits-, sondern Gesundheitstage

Das ganze Jahr über finden Gesundheitstage in der Region statt, bei denen man sich jedoch nicht vor allem über eine gesunde Lebensweise, sondern über die neusten Krankheiten informieren kann. Vorwiegend ältere Menschen nehmen dieses Angebot wahr. Dies brachte Else zum Nachdenken.

Grafik: Rosemarie Moldrickx

Die Gesundheitstage sind momentan ein Trend in der Region, ob in Altenkirchen, Kirchen, Hachenburg, Bad Marienberg, Daaden, Waldbreitbach oder vielen anderen Orten, finden sie statt und erleben einen großen Andrang, besonders bei älteren Menschen. Doch eigentlich sollten sie lieber Krankheitstage heißen, da man sich dort nicht über Gesundheit, sondern über die neusten Krankheiten informieren kann und unterhält.

Auf den Krankheitstagen werden dann unter den alten Menschen inoffizielle Wettbewerbe veranstaltet. Wer überzeugend darstellen kann, dass er die meisten und größten alltäglichen „Wehwehchen“ hat, gewinnt. Zudem kann man sich in Vorträgen über weitere Krankheiten informieren, die man potentiell haben könnte und bei den nächsten Krankheitstagen damit punkten.

Besonders beliebt sind Zivilisationskrankheiten. In einer Zeit in der die meisten viralen und bakteriellen Krankheiten durch Medikamente heilbar, und daher wohl zu langweilig geworden sind, fokussieren sich die Ärzte, die Pharmazie-Lobbyisten und die Bevölkerung immer mehr auf Zivilisationskrankheiten. Übergewicht, Burnout, Bluthochdruck, ADHS oder Cholesterin sind nur einige Beispiele. Die Zahl der Zivilisationskrankheiten sowie derer, die sie haben, steigt stetig an.

Neue Zivilisationskrankheiten werden täglich erfunden und benamt. Bei den Krankheitstagen kann man sich dann über die neusten Trends informieren und beim nächsten Arztbesuch testen lassen, ob man diese oder jene Krankheit hat. Dies scheint ein riesiger Spaß für viele alte Menschen zu sein, wenn man den großen Andrang bei den Gesundheitstagen und den Ärzten beobachtet.

Ein gutes Beispiel für eine erfundene Zivilisationskrankheit stellt die Cholesterin-Lüge dar. Zwar weist die Forschung noch einige Lücken über Cholesterin auf, aber Stand der Dinge ist, dass es für den Aufbau der Zellmembran benötigt wird und somit ein lebenswichtiger Bestandteil der menschlichen Zellen und des Gewebes ist. Zudem ist es notwendig für den Fett-Transport und unentbehrlich für die Hormonbildung.




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Eine wissenswerte Tatsache ist, dass der Cholesteringehalt des Blutes unabhängig vom Cholesteringehalt der zugeführten Nahrung ist, obwohl generell das Gegenteil behauptet wird. Er wird von zahlreichen anderen Faktoren bestimmt. Darüber hinaus stellt der Organismus Cholesterin selbst her, wenn es nicht mit der Nahrung zugeführt wurde. Wird dagegen zu viel Cholesterin zugeführt, produziert der Körper entsprechend weniger.

Doch mit diesen Erkenntnissen lässt sich kein Geld verdienen. Viel effektiver ist es, den Menschen Angst zu machen. Doch weil sich aufgrund des Lobbyismus immer mehr Menschen gesünder ernährten und damit einen geringeren Cholesterinspiegel im Blut aufwiesen, konnte man wieder kein Geld mit der Cholesterin-Lüge verdienen. So musste eine andere Maßnahme ergriffen werden. In den vergangenen 50 Jahren wurde der Grenzwert für Cholesterin einfach immer weiter abgesenkt. Bei 260 einst begonnen, wurde der Wert inzwischen auf 200 Milligramm pro Deziliter Blut verringert. Experten sind sich einig, dass, wenn der Grenzwert noch weiter gesenkt wird, dies lebensgefährlich wird. (vgl. „Die Cholesterin-Lüge“ von Prof. Dr. med. Walter Hartenbach, Kopp Verlag)

Liebe Menschen, die ihr die Gesundheitstage als Krankheitstage nutzt, beschäftigt euch doch nicht immer nur mit euren „Wehwehchen“, sondern versucht eine positivere Einstellung zum Leben zu haben, findet Else. Zudem muss man wissen, dass viele Zivilisationskrankheiten durch den Pharmazie-Lobbyismus gepusht worden sind, um mehr Geld verdienen zu können. Medikamente sind nicht die Lösung für alles und können sogar manchmal mehr schaden als nutzen.

In diesem Sinne wünscht Else viel Gesundheit.


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