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Nachricht vom 23.02.2017 - 16:47 Uhr    

Weiberfastnacht im Kreis Altenkirchen

Rund 200 Jahre gibt es den Brauch der Weiberfastnacht, Altweiber, Schwerdonnerstag oder Wieverfastelovend genannt. Es ist der Tag, wo der Sitzungskarneval in den Straßenkarneval übergeht. Die Rathäuser werden gestürmt, die Frauen übernehmen die Macht für einen Tag. Unser nicht vollständiger Blick auf das Weiberfastnachtgeschehen im AK-Land. Der amtierende oberste Chef des Kreises, Ritter Konrad, beugte sich der Übermacht.

Ritter Konrad wurde entmacht, hier mit Geesche Brennke. Foto: kkö

Kreisgebiet. Im Rheinland ist der Brauch, wo den Männern die Krawatte gekürzt wird, als Symbol der Degradierung und Machtenthebung überall Tradition. Die meisten Männer wissen das und haben für diesen Tag besonders „hübsche“ Schlipse“ umgebunden. Immerhin bekommen sie dafür ein Küsschen, wenn das Teil gekürzt wurde. Im AK-Land ist das an vielen Orten Brauch, vor allem dort wo Karneval eine lange Tradition hat. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kuriere waren unterwegs und es gibt einen bunten Querschnitt vom Weiberfastnachtstreiben.

Kreisverwaltung. Die Mitarbeiterinnen hatten sich, getreu dem Motto "Helden der Kindheit" kostümiert. Ritter Konrad (Schwan) Beigeordneter und Vertreter des Landrates konnte der Übermacht nicht lange widerstehen. Er verlor nur einen Teil der Krawatte: "Das Leben haben sie mir gelassen", so Schwan lachend. Geesche Brenncke und Monika Weller (Orgateam) hatte sich einiges einfallen lassen, um die jecken Weiber aber auch, ab 12 Uhr die Männer zu begeistern. So gab es eine Rede von Werner Ebach aus Wissen. Er nahm sich die Finanzsituation des Kreises zum Thema.

Stadt Altenkirchen. Wie immer wurde die "Machtübergabe" im Büro vollzogen. Die Mitarbeiterinnen hatten sich teilweise bunt kostümiert im Sitzungssaal eingefunden. Hier wie bereits in der Kreisverwaltung machte die KG Altenkirchen den Feiernden ihre Aufwartung. Stadtbürgermeister Heijo Höfer übergab den Stadtschlüssel, einen anderen hab ich nicht mehr an den Prinzen Jörg I. (Langenbach). Der Prinz wiederholte seine Frage aus der Prunksitzung, ob er nun Bürgermeister der VG sei. Höfer launisch dazu: Meinetwegen kannst Du das bis Karnevalsdienstag machen". Zur Unterhaltung tanzte das Prinzenmariechen Alina Tochenhagen.

Flammersfeld. Das Rathaus in Flammersfeld wurde, nachdem die "Rathaus Möhnen" die ortsansässigen Banken besucht hatten, durch sie und die Möhnen aus Burglahr übernommen. Hierbei wurden sie durch die KG Burggraf 48 mit dem Prinzen Holger I. nebst seiner liebreizenden Prinzessin Svenja und durch eine große Abordnung der KG unterstützt.

Herdorf. "Viele sind schon ausgereist, es spukt nur noch der Rathausgeist". Mit diesem Spruch an der Wand bewies die mittlerweile nur noch kleine Besatzung der städtischen Verwaltung, dass die Herdorfer durchaus den Humor haben auch über sich selbst zu lachen. Bürgermeister Uwe Erner und seine nur noch sieben Köpfe zählende Belegschaft hatten sich zum Altweiber als Geister gekleidet. Pünktlich um 11.11 Uhr betrat eine Schar buntgekleideter Frauen, angeführt von einem musikalischen Quartett des Bollnbacher Musikvereins, den Ratssaal und wurde dort freudig von Bürgermeister Erner empfangen. Mit einem dreifachen Herdorfer „Nadda Jöhh“ grüßte Erner die närrische Gesellschaft und lobte einmal mehr die beiden jungen Sitzungspräsidentinnen der KFD, Jana Schlosser und Verena Rink, die auch kürzlich erst wieder zwei tolle Frauensitzungen prima moderiert hatten. Den illustren Gästen erläuterte der Rathauschef, dass es aufgrund des stark dezimierten Personals in diesem Jahr keine Bedienung mit Getränken mehr gebe, sondern das Prinzip der Selbstbedienung gelte. Dies hatte auf die Feier keinerlei schmälernde Auswirkung.

Wissen. Der Wissener Kuppelsaal verwandelte sich in einen Märchenwald und die erste Amtshandlung der "Rathaus-Weiber" galt dem 1. Beigeordneten Friedhelm Steiger: Seine Krawatte musste direkt zu Beginn der Veranstaltung dran glauben und anschließend wurde er in Merlin, den großen Zauberer, verwandelt. Es folgten diverse Spiele, neu interpretierte Märchenaufführungen und auch die Schönsteiner Karnevalsfrauen präsentierten einen "Knietanz". Zum Abschluss stieg der Birken-Honigsessener Ortsbürgermeister Hubert Wagner in die Bütt und sorgte für gute Stimmung.

Pünktlich um 14.11 Uhr marschierten Prinz Michael II. und Kinderprinzessin Larice I. mitsamt Gefolge vor dem Rathaus auf, um nach dessen Schlüssel zu verlangen. Vertreter der Stadt und Verbandsgemeinde, angeführt von Friedhelm Steiger (1. Beigeordneter Verbandsgemeinde Wissen), erwarteten sie auf der Treppe des Rathauses in märchenhaften Kostümen. Jürgen Thielmann, Sitzungspräsident der KG Wissen, wandte sich in einer kurzen Rede an die anwesenden Karnevalisten und rief zu Ausgelassenheit und Frohsinn während der kommenden Tage auf. Daraufhin erfolgte die Übergabe des Schlüssels an den Prinzen. Die Mitglieder der Stadtverwaltung wurden bis auf weiteres in das leerstehende Katasteramt verbannt. Angesichts des stürmisch-regnerischen Wetters wurde rasch beschlossen, zu einem anschließenden Umtrunk in den Kuppelsaal zu wechseln.



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