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Nachricht vom 23.02.2017    

Polizeidirektion Neuwied gibt die Unfallzahlen 2016 bekannt

Im Jahr 2016 ereigneten sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion (PD) Neuwied, der die Landkreise Neuwied und Altenkirchen umfasst, insgesamt 10.046 Verkehrsunfälle. Damit ist die Gesamtzahl gegenüber dem Vorjahr nochmals um 161 Verkehrsunfälle angestiegen und erreicht erstmals in diesem Jahrtausend einen Wert über 10.000.

Symbolfoto

Altenkirchen/Neuwied. Der Anstieg der Anzahl der Unfälle kommt aus dem Bereich der Polizeiinspektion (PI) Neuwied mit 131 und Wissen mit 62. Leichte Steigerungen gab es in Betzdorf und Linz. Allein die PI Straßenhaus kann einen Rückgang von 79 Unfälle verzeichnen.

Verkehrsunfälle mit Personenschäden
Die Verkehrsunfälle mit Personenschaden sind im Vergleich zum Vorjahr um 31 Unfälle auf 1.113 Unfälle zurückgegangen. Dies entspricht einem Anteil von 11,1 Prozent aller Unfälle 13 Menschen verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben (Vorjahr: 8), 268 Personen wurden schwer (Vorjahr: 280) und 1.196 (Vorjahr: 1.209) leicht verletzt. Damit hat sich die Zahl der Verletzten um 20 von 1.497 auf 1.477, trotz deutlich gestiegener Gesamtunfallzahl, abermals leicht reduziert.

Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen von der Unfallstelle

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort stieg um 114 Unfälle auf 1.961 Unfälle an und liegt damit auf dem Höchststand der vergangenen fünf Jahre. Sie entspricht einem Anteil von 19,5 Prozent aller Verkehrsunfälle, mit anderen Worten: fast jeder fünfte Unfallbeteiligte entfernt sich unerlaubt vom Unfallort. Dem steht eine um 1,9 Prozent gestiegene Aufklärungsquote von 42,7 Prozent gegenüber, was 838 ermittelten Unfallflüchtigen entspricht. In diesem Bereich ist die Polizei bei ihren Ermittlungen regelmäßig auf Zeugenhinweise aus der Bevölkerung – insbesondere bei sogenannten Bagatellunfällen beim Ein- und Ausparken mit oftmals geringen Anhaltspunkten zur Täterermittlung – angewiesen.

Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung
Im Berichtszeitraum ereigneten sich 116 Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung (bis 14 Jahre), damit ist ein Anstieg um elf Fälle im Vergleich zum Vorjahr zu konstatieren. Tödliche Unfallfolgen für Kinder waren nicht zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der verletzten Kinder im Vergleich zum Vorjahr um fünf auf 114 (17 schwer und 97 leicht verletzte Kinder) gestiegen. Bei über der Hälfte der Unfälle waren die Kinder mitfahrende in Fahrzeugen. Hier sind daher weitere Anstrengungen der Polizei im Hinblick auf die Kontrolle der Insassensicherung durch die Eltern erforderlich.

Die Kinder selbst werden dank intensiver Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei in Schulen und Kindergärten gut für die Teilnahme am Straßenverkehr geschult und für Gefahren sensibilisiert. Dies erklärt auch die seit Jahren kontinuierlich sehr niedrige Anzahl der Kinderunfälle mit Personenschaden, die sich auf dem Schulweg ereignen. So kam es 2016 zu insgesamt nur drei Schulwegunfällen mit Verletzten, wobei fünf Kinder leicht verletzt wurden. Hierbei waren die Kinder, alle im Alter von sechs bis neun Jahren, wiederum in drei Fällen als Mitfahrer in einem Fahrzeug unterwegs, nur in einem Fall als Fußgänger und in einem weiteren Fall mit einem Tretroller.

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren (ab 65 Jahre)

Im Jahr 2016 ereigneten sich 2.055 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren, nochmals 218 Unfälle mehr als im Vorjahr; eine Steigerung von 11.9 Prozent. Damit werden in dieser Risikogruppe seit Aufnahme in die Betrachtung stetig steigende Unfallzahlen registriert. In Folge dieser Unfälle kamen 2016 zwei Personen über 65 Jahre zu Tode, 56 Senioren wurden schwer und 107 leicht verletzt. Insgesamt sind Senioren an 20,4 Prozent (+ 1,8) aller Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeidirektion Neuwied beteiligt und im Falle ihrer Beteiligung zu 62,4 Prozent Hauptunfallverursacher.

Verkehrsunfälle unter Beteiligung junger Fahrer (15 – 24 Jahre alt)
Im Jahr 2016 waren an insgesamt 2.651 (+ 112) Verkehrsunfällen Verkehrsteilnehmer im Alter von 15 bis 24 Jahren beteiligt, das entspricht einem Anteil von 26,4 Prozent aller Unfälle (bei nur rund 11,7 Prozent Bevölkerungsanteil). Dabei handelt es sich in 444 (- 3) Fällen um Unfälle mit Personenschaden, von denen die jungen Fahrer in 310 Fällen – also in etwa 70 Prozent der Fälle – die Hauptunfallverursacher waren.

Verkehrsunfälle mit Personenschaden unter Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern
Im Jahr 2016 ereigneten sich insgesamt 302 Verkehrsunfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer, wovon es sich bei fast zwei Dritteln (66 Prozent) der Fälle (192 Unfälle) um Personenschadensunfälle handelte. Damit ist sowohl hinsichtlich der Gesamtunfallzahl (- 54) als auch hinsichtlich der Personenschadensunfälle (- 43) ein erheblicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Auffällig ist dass,
• die motorisierten Zweiradfahrer in der überwiegenden Zahl der Unfälle (179 Unfälle, also knapp 60 Prozent) die Hauptunfallverursacher waren,
• 37,5 Prozent der Zweiradunfälle mit Verletzten (72 von 192) sogenannt „Alleinunfälle“ sind, das heißt ohne Einwirkung weiterer Unfallbeteiligter passieren und
• dass nicht angepasste Geschwindigkeit die weit überwiegende Unfallursache ist



Alkoholunfälle
Die Anzahl der Alkoholunfälle beläuft sich im Jahr 2016 auf 134. Bei 50 dieser 134 Unfälle kam es zu Personenschäden, dabei wurden drei Personen tödlich verletzt, 16 Personen schwer verletzt und 37 Personen leicht verletzt. Es bleibt somit festzustellen, dass der Anteil der Personenschäden bei Alkoholunfällen mehr als dreimal so hoch ist, wie bei anderen Unfällen. Im Rahmen anlassbezogener Kontrollmaßnahmen wurden zusätzlich 200 Straf- und 65 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen des Fahrens unter Alkoholeinfluss, ohne Unfallzusammenhang, erstattet. Eine Ordnungswidrigkeit liegt hier im Bereich von 0,5 bis 1,09 Promille ohne Ausfallerscheinungen vor, ab 1,10 Promille sowie bei einer Alkoholisierung unter Hinzutreten von Ausfallerscheinungen liegt grundsätzlich der Verdacht des Straftatbestandes der Trunkenheit im Verkehr vor.

Drogenunfälle
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 28 auf 22 nochmals reduziert. Auch die Zahl der Verletzten hat sich von zuletzt noch neun auf nur noch sieben Verletzte in 2016 abermals leicht verringert, wobei niemand tödlich verletzt wurde. Im Rahmen anlassbezogener Kontrollmaßnahmen wurden zusätzlich 178 Anzeigen (- 38) wegen des Fahrens unter Drogeneinfluss ohne Unfallzusammenhang erstattet

Geschwindigkeit und weitere Hauptunfallursachen
Bei den Hauptunfallursachen – so wie sie bei der Unfallaufnahme vor Ort erkennbar ermittelt werden können – liegt der unzureichende Sicherheitsabstand mit einem Anteil von 25,7 Prozent an erster Stelle, dicht gefolgt von fehlerhaftem Verhalten beim Wenden und Rückwärtsfahren mit 22,4 Prozent. Diese Ursachen dürften überwiegend für die vielen leichten Blechschäden verantwortlich zeichnen. An dritter Stelle der Hauptunfallursachen folgt allerdings bereits die überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit mit einem Anteil von elf Prozent und den zumeist aus diesen Unfällen resultierenden, schweren Unfallfolgen.

So sind zehn der 13 tödlich Verletzten und 93 der 268 Schwerverletzten auf Unfälle durch Geschwindigkeitsfehlverhalten zurück zu führen. Die Anzahl der Geschwindigkeitsunfälle stieg von 1.067 um sieben Unfälle auf 1.074 Unfälle. Damit liegt die Zahl dieser Unfälle nach einem Tiefststand im Jahr 2014 für das vergangene Jahr deutlich über dem Mittel der vergangenen fünf Jahre (1.051 Geschwindigkeitsunfälle). Angesichts der gravierenden Unfallfolgen sind anlassbezogene Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen zu allen Tages- und Nachtzeiten – insbesondere außerorts, wo sich über 70 Prozent dieser schweren Personenschadensunfälle ereignen – weiterhin fest in der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit verankert.

Maßnahmen

Die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizeidirektion Neuwied ist nach wie vor auf zwei Säulen aufgebaut. Zum einen werden weiterhin Aufklärungs-, Schulungs- und Präventionsmaßnahmen für besonders gefährdete Zielgruppen („junge Fahrer“, Zweiradfahrer) sowie sogenannte „verkehrsschwache Personen“ wie Kinder und Senioren durchgeführt. Hierzu zählen seit 2015 auch speziell auf Zuwanderer zugeschnittene Beschulungsmaßnahmen wie beispielsweise ein Fahrrad-Training, in welchem das Verkehrsverhalten mit Fahrrädern vermittelt wird. Zum anderen wird natürlich auch die Überwachung der Hauptursachen für schwere Personenschadensunfälle – Geschwindigkeit und Fahruntüchtigkeit – orientiert an den unfallbelasteten Örtlichkeiten und zu unfallrelevanten Zeiten fortgeführt.

So wurden im Jahr 2016 im Bereich der Polizeidirektion Neuwied rund 1.180 Stunden in Radarkontrollen investiert. Dabei wurden an 213 Kontrollstellen insgesamt 191.629 Fahrzeuge gemessen, von denen 22.427 beanstandet wurden. Dies entspricht einer Beanstandungsquote rund 11,7 Prozent. Der Großteil der Fahrzeugführer kam mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung davon (20.064), gegen 2.193 Personen wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet und 170 Verkehrsteilnehmer wurden mit einem Fahrverbot belegt. Zusätzlich wurden 335 Stunden Lasermessungen – vielfach nach entsprechenden Bürgereingaben – durchgeführt, wobei nochmals 1.017 Verkehrsteilnehmer wegen Geschwindigkeitsverstößen beanstandet wurden. Insgesamt wurden so über 1.500 Stunden Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen durchgeführt.

Nachstehend die Grafiken zu dem Bericht


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