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Nachricht vom 04.03.2017    

"Besser Arm ab als arm dran" - Martin Fromme kommt nach Alsdorf

Beim Kleinkunstverein Die Eule Betzdorf gastiert am Samstag, dem 11. März im Haus Hellertal in Alsdorf um 20 Uhr Martin Fromme. Er ist Deutschlands einziger asymmetrischer Komiker. Der Mann mit dem "appen" Arm inkludiert in seinem ersten und brandneuen Solo-Programm "Besser Arm ab als arm dran" wie bekloppt.

Martin Fromme mit seinem Programm "Besser Arm ab als arm dran" Foto: Veranstalter

Alsdorf. Das letzte Tabu wird gebrochen. Nicht-Behinderte werden auf die vorhandenen Arme genommen, Behinderte aber auch. Ein Blick auf Anomalitäten jeden Couleurs, die man so noch nie gesehen hat … auch für Blinde. Es werden Fragen gestellt und nicht beantwortet. Gibt es Ermäßigung für Stotterer bei der Sex-Hotline? Muss ein Behinderter ein Gutmensch sein? Stimmt das Sprichwort "Lügen haben kurze Beine" beim Blade Gunner Oscar Pistorius? Kann eine Prostituierte im Rollstuhl eine Wanderhure sein? Kann Martin Fromme beten? Und wenn ja, sind das lange oder kurze Gebete?

Der Abend wird toll. Denn keine Randgruppe wird ausgelassen: Zeugen Jehovas, Nudisten, Frauen, Hundebesitzer, Lokaljournalisten, Vorwerk-Vertreter und anonyme Frühstücker.

Zwischendurch wird immer wieder während der Show Geld gespendet, für einen guten Zweck, für den Komiker, weil es ja so schade ist. Deswegen wird der Abend toll, weil Martin Fromme nach der Vorstellung mit einem Batzen Geld nach Hause gehen kann, mit dem er Hilfsmittel für sich kaufen kann … linke Unterarme mit Swarowski-Steinchen zum Beispiel.

Der Mann, der seit 1986 die Bühnen Deutschlands für sich entdeckt hat, der regelmäßig beim MDR die TV-Sendung "Selbstbestimmt!" moderiert und unter anderem bei der famosen Fernsehunterhaltung "Stromberg“" als Gernot Graf mitmachte, hat Anfang des Jahres das Buch "Besser Arm ab als arm dran" geschrieben, ein Umgangsratgeber, für den ihm die Teerung und Federung garantiert gewesen wäre, hätte er nicht selbst eine Körperbehinderung. Mit seinem politisch unkorrekten Bühnenprogramm macht Fromme, der mitunter behauptet, dass ihm sein Arm von strengen katholischen Nonnen wegen Linksschreibens abgehackt wurde, selbstverständlich Station an den schönsten barrierefreien Orten Deutschlands.

Es gibt Gestanduptes, Gesungenes, Gelesenes, Improvisation, szenische Comedy, Multimedia und Inklusion für alle. Er hinterfragt ironisch Vorurteile und provoziert mit seinen Statements, zum Beispiel den klaren Verhaltensregeln im Umgang mit Menschen mit Behinderung, und baut gleichzeitig eine Brücke: einfach mal über die eigenen Unzulänglichkeiten lachen und so zur Normalität finden.

Viele Schwerbehinderte werden im alltäglichen Leben kaum wahrgenommen, Fromme zwingt uns hinzuschauen. Er konfrontiert uns, spricht laut aus, was wir nicht zu fragen wagen. Sein Witz changiert zwischen bissig und brutal. Sein Humor baut Berührungsängste ab und bricht mit den Tabus, über Grenzen hinweg. Indem man über etwas lacht, wo eigentlich ein Tabu drauf ist, wird sofort das Thema entmystifiziert, und das ist natürlich. Man lacht über ein Tabu - und das ist das Hervorragende dabei.

Karten für Samstag, den 11. März im Haus Hellertal in Alsdorf um 20 Uhr gibt es an den gewohnten Vorverkaufsstellen, über die Homepage (www.kkv-eule.de) für 12 Euro oder über die Eule-App. An der Abendkasse kosten die Tickets 15 Euro.



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