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Nachricht vom 25.03.2017 - 19:24 Uhr    

Wissener Kaufmannsessen: Die Marke Westerwald muss gefördert werden

Das Wissener Kaufmannsessen ist schon zur Tradition geworden. Mittlerweile zum 23. Mal trafen sich auch in diesem Jahr wieder mehr als 100 Wissener Kaufleute, um sich in geselliger Runde auszutauschen und neue Perspektiven zu entwickeln. Thomas Kölschbach vom Treffpunkt Wissen eröffnete den Abend und begrüßte die zahlreichen Gäste.

Thomas Kölschbach vom Treffpunkt Wissen, Maike Sankjohanser (Geschäftsführerin der PETZ REWE GmbH) und Christoph Hoopmann (Geschäftsführer Westerwald Touristik-Service). Fotos: Regina Steinhauer

Wissen. Wieder einmal kamen viele Vertreter aus den verschiedensten Bereichen am Freitag, 24. März, in der neuen Petz-Zentrale in Wissen zusammen. Aus diesem Grund begann die „Hausherrin“ und Geschäftsführerin der PETZ REWE GmbH, Maike Sanktjohanser, mit einem kleinen Rückblick auf die Geschichte des Unternehmens, die 1925 mit einem kleinen Kramladen begann. Paula Brücher unterhielt in der Nisterstraße einen Lebensmittelladen und mehr als 90 Jahre später ist die Petz Rewe GmbH mit 32 Filialen in vier Bundesländern vertreten. Der Generationenwechsel im Jahr 2012 verlief reibungslos und nachdem im Jahr 2006 aus dem Wissener Petz-Markt ein Rewe XL wurde, fand das Unternehmen im Jahr 2016 doch wieder zu seinen Wurzeln zurück und heißt seitdem wieder Petz. Dem Unternehmen liegt es am Herzen, die jeweiligen Standorte in der Region zu stärken und sich sozial zu engagieren. Kooperationen mit regionalen Herstellern laufen bereits sehr erfolgreich.

Aber natürlich ging es am Abend nicht nur um das Unternehmen. Das Thema in diesem Jahr lautete: Die Zukunft des ländlichen Lebensraums Westerwald-Sieg. Hierzu referierte Christoph Hoopmann, Geschäftsführer des Westerwald Touristik-Service, der mit knapp 10 Mitarbeitern für die touristische Vermarktung der gesamten Region zuständig ist.

Im Fokus des Vortrags standen der Westerwaldtourismus und die Marke Westerwald. Die Trends seien ganz klar, so Hoopmann: Qualität gewinnt an Bedeutung, Nachhaltigkeit wird dem Gast immer wichtiger und der demographische Wandel bedingt auch einen Wandel des Tourismus-Angebots.
Der Westerwald hat seinen Reiz und viele Werte werden besonders geschätzt, darunter Natur, Genuss, Tradition und Geborgenheit – denn all das hat der Westerwald zu bieten.
Dennoch muss sich in der Region noch einiges tun, damit sie noch attraktiver wird. Sowohl für die Menschen, die hier leben als auch für jene, die zur Erholung hierherkommen. Hoopmann machte deutlich: Ohne Einzelhandel keine lebendigen Innenstädte. Ohne lebendige Innenstädte kein Tourismus. Auch wenn die Westerwälder Landschaft einiges zu bieten hat, darf man die Orts- und Stadtkerne nicht vergessen. Ein Konzept, wie man die Innenstädte, darunter auch die Wissener, wiederbeleben könnte, gibt es aber offenbar noch nicht.
Ein erweitertes Angebot für Tagestouristen, Digitalisierung und der Ausbau des Sieg-Radweges wären vielleicht ein Anfang, jedoch wahrscheinlich nicht die Lösung des Problems.

Generell muss es im Westerwald eine nachhaltige Entwicklung geben. Und zwar ökonomisch, ökologisch und sozio-kulturell. Hoopmann sprach von Fachkräftesicherung, der Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe, sanfter Mobilität und Kundenzufriedenheit. Es müsse eine Identifikation mit der Marke Westerwald stattfinden. Regionale Produkte müssen gestärkt und kulinarische Vielfalt muss gefördert werden.

Kooperation und Netzwerke müssen geschaffen werden, sagte Christoph Hoopmann. Die Werbegemeinschaften müssten eine gemeinsame Vermarktung anstreben. Hier wurde bereits einiges erreicht. Markttermine in der Region werden untereinander abgesprochen und mit dem Flyer "Weihnachten im Westerwald" brachten die Werbegemeinschaften eine gemeinsame Infobroschüre in Umlauf, die über die Weihnachtsmärkte in der Region informierte.

Bei allem Enthusiasmus über die Pläne, es wurden auch kritische Stimmen aus den Reihen der Gäste laut. Hierzu diente die anschließende Diskussionsrunde. So sei der Eindruck entstanden, dass es im Westerwald zwar viele selbsthergestellte Produkte gebe, diese jedoch nicht in den Handel kämen. Es gibt viele Unternehmen im Westerwald, die niemand wirklich kennt, darunter auch einige Weltmarktführer. Ein anderer Gast bemängelte die Rahmenbedingungen für den Fahrrad-Tourismus bzw. die Fahrrad-Nutzung im Allgemeinen. Es fehlt an Unterständen und Fahrradständern, an denen man, beispielsweise während eines Einkaufs, sein Fahrrad sicher unterstellen und abschließen kann.

Das Fazit fiel jedoch positiv aus. Der Westerwald bietet viele kleine Sensationen, die entdeckt werden können. Da davon auszugehen ist, dass der innerdeutsche Tourismus in den kommenden Jahren aufgrund des demographischen Wandels wachsen wird, muss sich der Westerwald diesen Gegebenheiten anpassen und aus seinen Ressourcen das Beste herausholen.

Im Anschluss an den Vortrag wurde, wie es sich für ein Kaufmannsessen gehört, gemeinsam gegessen und weiter lebhaft diskutiert. (rst)



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