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Nachricht vom 06.04.2017    

Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bereitet auf Schüler-Landtag vor

Am Donnerstagmorgen, den 6. April, kam die rheinland-pfälzische Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, an die Berufsbildende Schule Betzdorf-Kirchen, um die 11. Klasse des beruflichen Gymnasiums Technik auf den diesjährigen Schüler-Landtag am 9. Mai vorzubereiten.

Ministerin Bätzing-Lichtenthäler gibt den Schülern der 11. Klasse Tipps für den Schüler-Landtag am 9. Mai Foto: jkh

Kirchen. Seit 32 Jahren gibt es nun den Schüler-Landtag in Rheinland-Pfalz. Vier Schulklassen aus verschiedenen Schularten und unterschiedlichen Regionen des Landes werden auch dieses Jahr wieder am 9. Mai vier "Fraktionen" bilden und über vier Anträge zu landespolitischen Themen, die sie zuvor in ihren Schulen intensiv vorbereitet und selbst ausgearbeitet haben, diskutieren. Dafür wählt jede Klasse einen Fraktionsvorsitzenden, einen Präsidenten und einen Pressesprecher, sowie ihre Stellvertreter. Zum Schluss stimmen die „Fraktionen“ über die einzelnen Anträge ab. Die Beschlüsse des Schüler-Landtags werden anschließend an die zuständigen Fachausschüsse zur weiteren Behandlung überwiesen.

Die Klasse 11 des beruflichen Gymnasiums Technik ist eine der vier Teilnehmer, die dieses Jahr eine Plenarsitzung leiten werden. Sie hat sich seit Dezember letzten Jahres im Gemeinschaftskundeunterricht auf den Schüler-Landtag Rheinland-Pfalz vorbereitet und wird einen Antrag zu der Thematik „Infrastruktur – Mehr Güter auf Schienen statt im Straßenverkehr“ stellen. Nach einer fünf minütigen Vorstellung des Themas im Landtag vom gewählten Fraktionsvorsitzenden und Pressesprecher Jonas Gelhausen, findet eine 45 minütige Diskussion zwischen allen Fraktionen statt. Der Präsident wird diese moderieren. Danach wird über den Antrag abgestimmt. Erhält er eine Mehrheit, wird der Antrag an den zuständigen Fachausschuss weitergeleitet. Dies wird an dem Tag auch mit den anderen Anträgen geschehen.

Die Anträge der anderen drei Klassen beinhalten das Fach Gemeinschaftskunde wieder in seine Bestandteile Geschichte, Sozialkunde und Geografie zu teilen, Jugendbusse in abgelegenen und ländlichen Räumen einzuführen und, dass die Fächer Sport und Kunst nicht mehr versetzungsrelevant sind.

Jonas Gelhausen lud als gewählter Pressereferent am Donnerstagmorgen, den 6. April, Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler an die Berufsbildende Schule Betzdorf-Kirchen (BBS) ein, um der Klasse 11 zu helfen sich auf den bevorstehenden Schüler-Landtag vorzubereiten und Fragen zu beantworten. Schließlich hat die Ministerin bereits einige Erfahrung im Landtag gesammelt und kennt den Ablauf einer Plenarsitzung.

Zuerst gab Bätzing-Lichtenthäler der Klasse einen Eindruck von ihrer Arbeit als Politikerin und beschrieb eine typische Woche in ihrem Leben. Den Schülern fiel auf, dass die Ministerin sehr wenig Freizeit hat. Dies bestätigte sie. Vor allem die Spontanität sei bei den vielen Terminen verloren gegangen, aber die Familie steht hinter ihr.
Die Schüler wollten wissen, welche Voraussetzungen man als Politiker benötigt. „Gar keine“, erwiderte Bätzing-Lichtenthäler, jedoch hilft es, wenn man einige Eigenschaften mitbringt, wie Interesse an Menschen, Kompromissfähigkeit und die Affinität zur Einarbeitung in immer wieder neue Themenfelder.

Zum Antrag der 11. Klasse sagte Bätzing-Lichtenthäler, dass der Ansatz mehr Güter auf die Schienen zu bringen sehr gut sei, dies jedoch nur einher mit der Dämpfung des Schienenverkehrslärms gehen kann. Die Einführung von Flüsterbremsen sei die beste Lösung für die Problematik. Bis 2020 sollen alle Wagen mit dieser Technologie ausgestattet sein. Zudem muss um mehr Güter auf die Schienen zu bringen das bestehende Netz ausgebaut und erweitert werden. Ein weiteres Ziel ist außerdem die Elektrifizierung des Schienenverkehrs, um den CO2 Ausstoß zu verringern. Bis 2025 sollen alle Züge rein elektrisch angetrieben werden.
Auch die Schüler hatten sich bereits Gedanken in diese Richtungen gemacht. Sie schlagen vor, dass einige Güterwagen an Personenzüge gehängt werden können, wie es bereits in der Schweiz gehandhabt wird. Dies spart Zeit und Netzkapazität ein.
Die Schüler unterhielten sich auch mit Sabine Bätzing-Lichtenthäler über die Vor- und Nachteile der anderen Anträge.

Anschließend gab die Ministerin noch einige Tipps, wie sich die Schüler bei der Plenarsitzung verhalten sollten, wie sie ihre Redezeit am besten nutzen können und welche Strategien es gibt, um die anderen Fraktionen besser von ihrem Antrag überzeugen zu können. Diese nahmen die Schüler gerne an.

Zum Schluss sagte Bätzing-Lichtenthäler noch, dass man sie jederzeit ansprechen oder ihr eine E-Mail schreiben könnte, wenn es ein Problem gibt. „Kommen Sie zu den Abgeordneten, die helfen Ihnen kostenlos bei Problemen oder Fragen weiter.“ Darüber hinaus bot sie den Schülern an, sie einen Tag bei ihrer Arbeit in Mainz begleiten zu können, wenn sie gerne mal einen Einblick in die politische Arbeit bekommen möchten. Vielleicht möchte jemand nach der tollen Erfahrung im Schüler-Landtag sogar Landtagsabgeordneter werden, sagte sie abschließend. (jkh)


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