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Nachricht vom 10.04.2017 - 13:58 Uhr    

Sportgemeinschaft Westerwald wünscht sich mehr Mitarbeit

Die Sportgemeinschaft Westerwald mit mehr als 1500 Mitgliedern hatte zur Jahresversammlung mit Vorstandswahlen, Ehrungen und den Berichten eingeladen. Da gab es eine enttäuschende Resonanz, gerade mal 43 Personen waren der Einladung gefolgt. Willi Philipp bleibt Vorsitzender, es gab einige Veränderungen im Vorstand. Aber auch Kritik wurde laut, da niemand bereit sei, sich ehrenamtlich im Verein zu engagieren.

Der Vorstand: Willi Philipp, Karin Karl, Günter Schneider, Ruth Schnell, Hans-Martin Lindlohr, Manuela Reichert-Brenner und Niklas Ehlgen (v. links). Foto: anna

Steinebach. Zur Mitgliederversammlung der Sportgemeinschaft Westerwald (SGW) trafen die Sportlerinnen und Sportler sich diesmal im Steinebacher Hof. Im neugewählten Vorstand gab es einige personelle Veränderungen, Willi Philipp wurde ein weiteres Mal zum ersten Vorsitzenden wiedergewählt. Philipp selbst bezeichnete sich allerdings als „Auslaufmodell“ und kündigte an, in den kommenden zwei Jahren einen Nachfolger für sich suchen zu wollen. Er selbst hat den Vereinsvorsitz nun seit immerhin 32 Jahren inne und empfand dies nach eigenen Worten für einen Nachfolger „abschreckend“. Daher kündigte er außerdem an, ein neues Konzept hinsichtlich des gesamten Vorstandes mit seinen Kolleginnen und Kollegen ausarbeiten zu wollen.

Als stellvertretende Vorsitzende wurde Ruth Schnell ebenso wiedergewählt, gleichzeitig übernimmt sie auch noch den Posten der Sozialwartin. Einen zweiten Stellvertretenden Vorsitzenden fand die Versammlung nicht in ihren Reihen, der bisherige Amtsinhaber Jürgen Diedershagen stand nach 10 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl. Auch der bisherige ehrenamtliche Geschäftsführer Hans-Martin Lindlohr stellte sich nach 39 Jahren nicht erneut zur Wahl und auch für ihn konnte kein Nachfolger gefunden werden. Dies war allerdings kein großes Problem, da die SGW seit 17 Jahren Markus Solbach als hauptamtlichen Geschäftsführer beschäftigt.

Wiedergewählt wurden auch die Schatzmeisterin Manuela Reichert-Brenner und deren Stellvertreterin Karin Karl. Der Seniorenbeauftragte Bernd Fieberg kandierte ebenfalls nicht erneut für dieses Amt und somit blieb auch der Posten vakant. Als Beisitzer stehen dem Vorstand künftig Hans-Martin Lindlohr, Jürgen Mockenhaupt, Edith Fischer, Bernd Mockenhaupt, Dietmar Roes und Christoph Diederich (kommissarisch) zur Seite. Niklas Ehlgen wurde in das neue Amt des Netzwerkkoordinators gewählt, der die künftige die Kooperation der SGW mit der DJK Betzdorf unterstützen soll. Die beiden neuen Jugendleiter/in Jonah Hassel (Gebhardshain) und Julia Klein (Steineroth) wurden von der Versammlung als solche bestätigt.

Der Neuwahl vorausgegangen waren einige Kurzberichte zu den zehn einzelnen Abteilungen des Vereins. Dabei wurde auch einiges an Kritik laut. So fand Philipp es beschämend, dass an der Jugendausschusssitzung nur eine Jugendabteilung teilgenommen hatte, obwohl Neuwahlen anstanden. Dass trotzdem zwei neue Jugendleiter gefunden werden konnten, rechnete der Vorstand den beiden jungen Leuten hoch an. Großes Interesse sei am Basketballsport vorhanden, auch bei den Mädchen, so der Vorsitzende, leider verlässt der Trainer den Verein. Abteilungsintern fand sich Simon Weber, der künftig das Training leiten wird. Sehr populär ist die Fitness-Abteilung, die immerhin rund 500 Mitglieder zählt, 27 Übungsleiter und deren Abteilungsvorstand eine professionelle Arbeit abliefert. Ganz ähnlich sieht es bei der Gymnastik-Abteilung aus, die auf immerhin 24 Übungsleiter zählen kann.

Erfreuliches gab es auch von der Hockey-Abteilung zu vermelden, diese möchte künftig für Kinder ab 6 Jahren eine Bambini Mannschaft auf die Beine stellen, ein Training für die Kleinen gibt es schon. Dieser Abteilung kündigte Philipp an, dass sie bald auch unter freiem Himmel trainieren kann, denn der Rat der VG Betzdorf-Gebhardshain habe den Bau eines Kleinspielfeldes an der Westerwaldschule beschlossen. Sportliche Erfolge konnte die Lauf/Walk-Abteilung vermelden und auch bei den Leichtathleten sind vor allem in den Kindergruppen große Zuwächse zu verbuchen. Die Abteilung Taekwondo hat Kooperationen mit dem VfB Wissen und Sportlern aus Nistertal getätigt, zudem kommt bei der Abteilung auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Die Tennisabteilung musste einen komplett neuen Vorstand wählen, nachdem der vorherige Vorstand aufgrund von Querelen mit dem Hauptvorstand zurückgetreten war. Für die neue Saison stehen sogar gleich drei neue Teams auf dem Platz. Auch die Tischtennis-Abteilung hat eine Kooperation getätigt, mit der TTF Oberwesterwald. Innerhalb der SGW stehen Sportlerinnen und Sportler vom Kindesalter bis zum 87 jährigen Senior an der Platte. Die Volleyball-Abteilung baut derzeit mit dem Nachwuchs eine neue Mannschaft auf, die bisherigen Mannschaftsspieler hätten die Lust am Sport verloren. Neben den verschiedenen Abteilungen bietet die SGW zudem noch 18 Kurse in acht unterschiedlichen Sportarten an, die im vergangenen Jahr von etwa 400 Teilnehmern besucht wurden.

Die SGW hat ein Kontingent von 27 lizensierten Übungsleitern und 25 Übungsleitern ohne Lizenz. Der Vorstand hat kürzlich eine neue Finanzordnung für den Verein erstellt und alle Übungsleiter neue aktualisierte Verträge unterzeichnen lassen. Dies sei auf Hinweis des Sportbundes dringend angeraten gewesen, erklärte Philipp. Dem Kassenbericht von Reichert-Brenner war zu entnehmen, dass die SGW im vergangenen Jahr Zuschüsse von etwas mehr als 11.000 Euro erhalten hat. Denen gegenüber stehen Zahlungen an die Verbände von 5.000 Euro, der Instandsetzung des Tennishauses mit mehr als 4.000 Euro und den Ausgaben für neue Sportgeräte in Höhe von über 2.000 Euro.

Bei den Aussprachen zu den Berichten wurde deutlich, dass viele der im Verein engagierten Personen über das Verhalten zahlreicher Vereinsmitglieder sehr enttäuscht sind. Viele sähen in dem Verein ein „Dienstleistungsunternehmen“. Es werde ein Beitrag gezahlt und dafür werde eine Leistung erwartet. Die Zugehörigkeit zum Verein an sich bedeute nichts mehr, ehrenamtliches Engagement sei bei vielen überhaupt kein Thema. Daher sprach der Vorsitzende ganz besonders all denen seinen Dank aus, die sich noch für den Verein einsetzten.

Auch Ehrungen für 25 jährige Vereinsmitgliedschaft standen noch auf der Tagesordnung. Ausgezeichnet wurden Karl-Josef Büdenhölzer, Karin Karl und Michael Eckel, der seit seiner Geburt Mitglied der SGW ist. Ebenfalls seit 25 Jahren dabei sind Andreas Heidrich, Jens Kipping, Martina Oest, Anne Märzheuser, Bernd Schultheis, Marietta Solbach und Jutta Zissner, denen die Auszeichnung nachgereicht wird, da sie zur Versammlung nicht gekommen waren. (anna)

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