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Nachricht vom 25.05.2009 - 14:34 Uhr    

Grüne fühlen sich von Brato beleidigt

Die Bündnisgrünen im Betzdorfer Rat liegen im "Clinch" mit Bürgermeister Bernd Brato (SPD). Dessen Antworten auf Anfragen der Bündnisgrünen zum Abriss der Struthofbrücke seien inakzeptabel, ja würden die Menschen auf dem Struthof für dumm verkaufen.

Betzdorf. Befremden und Verwunderung bei den Betzdorfer Bündnisgrünen über die Antworten von Bürgermeister Brato auf ihre Anfragen zum geplanten Abriss der Fußgängerbrücke am Struthof. Besonders beleidigend finden es die Grünen, dass Brato wohl glaube, die Grünen ermahnen zu müssen, "keine falschen Eindrücke zu erwecken und mit einem solch sensiblen Thema ernst umzugehen." Diese Ernsthaftigkeit vermissten die Grünen aber gerade bei Brato, wenn er behaupte, sie hätten die Struthof-Anwohner falsch informiert, dass die Brücke aus Kostengründen abgerissen werden sollte, heißt es in einer Presseerklärung. "Ja, aus was für Gründen denn sonst?", wundert sich Marion Pfeiffer, Grünen-Vertreterin im Stadtrat. "Will der Bürgermeister den Struthöfern verkaufen, dass durch den Abriss der Brücke der Fußgängerverkehr in 'eine verkehrssichere und barrierefreie` Unterführung verlagert und damit den Schulkindern ein sichererer Schulweg beschert wird?" "Das ist eine Verhöhnung der Intelligenz der Menschen", empört sich laut Pressemitteilung auch Vorstandssprecher Horst Vetter. Jeder wisse, dass der schmale Bürgersteig entlang der B 62 bei Unterrichtsbeginn und -ende schon jetzt so überfüllt, dass ein Vorwärtskommen gegen den Schülerstrom für andere Fußgänger kaum möglich sei. Warum sonst habe man auf dem Weg zum Struthof mit einem Zaun die Menschenmassen zu kanalisieren versucht?, fragt Vetter. "Ist dem Stadtrat bewusst gewesen, dass der Weg durch die Unterführung zudem einen Umweg von etwa 800 Metern bedeutet? Offensichtlich haben weder Bürgermeister noch die Mitglieder des Stadtrates eine Ahnung, was sich jeden Morgen hier am Struthof abspielt."
Auch dass der Stadtrat in einer nicht-öffentlichen Sitzung über den Abriss abgestimmt habe, konnte nach Ansicht der Grünen von Brato nicht befriedigend erklärt werden. Nachdem er dies anfangs mit "Grundstücks-Angelegenheiten" habe begründen wollen, rede er jetzt davon, dass, die "schutzwürdigen Interessen" des Landesbetriebs Mobiltät Vorrang vor dem Recht der Betroffenen auf Information hätten und eine Informationspflicht seitens der Verwaltung nicht gegeben sei. Das hieße doch, dass man die Brücke klammheimlich abreißen wollte, weil man den Protest der Anwohner fürchtete. Eine mehr als merkwürdige Auffassung von Bürgernähe und Transparenz, so die Grünen. Ob dieser Ausschluss der Öffentlichkeit im Einklang mit der Gemeindeordnung erfolgt sei, müsse jetzt die Kommunalaufsicht klären. Auf jeden Fall würden sich die Wählerinnen und Wähler auf dem Struthof am 7. Juni für die Nichtbeachtung ihrer Interessen bedanken.



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