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Nachricht vom 28.04.2017    

Die erste Siegtaler Spasssnacht sorgte für erstklassige Unterhaltung

Die erste Siegtaler Spasssnacht (mit drei „s“, wegen der drei auftretenden Künstler) sorgte am Donnerstagabend, den 27. April für erstklassige Unterhaltung. Die großartigen Künstler Mirja Boes, Edno Bommel und Sascha Thamm brachten das Publikum nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Mitmachen. Die Gäste hatten die Chance hautnah und in gemütlicher Atmosphäre bekannte Künstler zu erleben. Ein Geheimtipp, der wohl bald keiner mehr sein wird.

v.l. Mirja Boes, Sascha Thamm und Edno Bommel freuen sich, dass die erste Siegtaler Spasssnacht so gut beim Publikum ankam Foto: jkh

Betzdorf. Langsam und dann immer schneller füllte sich am Donnerstagabend, der 27. April die Betzdorfer Stadthalle. Weiter vorne, entlang der Bühne waren Rundtische mit Stühlen aufgestellt, die dem Ganzen ein Varieté-Charakter verliehen. Nur rund 120 Gäste nahmen Platz. Dies sollte der Veranstaltung jedoch keinen Abbruch tun. Die Premiere der ersten Siegtaler Spasssnacht wurde so zu einer einzigartigen, gemütlichen Atmosphäre verholfen, die ebenfalls zur großartigen Unterhaltung beitrug.

Olaf Bürger alias Edno Bommel war nicht nur als Comedian auf der Bühne, sondern führte auch durch den Abend. Der „Tiger von Glauchau“ räumte mit den Klischees zwischen Ost- und Westdeutschland auf und beschrieb witzige Erlebnisse mit seiner Frau Trude. „Hier zarappel ich mir die Stoßdämpfer. Kommt mal in den Osten, da gibt es Straßen.“, erklärte Bommel. Er machte sich auch über die derzeitige Verkehrssituation in der Region lustig. „Hier ist verkehrsmäßig ein Tohuwabohu. Ich bin letzte Woche Mittwoch losgefahren, um rechtzeitig anzukommen. Überall sind Baustellen.“, sagte Bommel. Zwischendurch ging er mal ins Publikum und sprach die Gäste an. Dies fand Anklang beim Publikum. Am Schluss performte Bommel noch zu dem Lied „You sexy thing (I believe in miracles)“ von Hot Chocolate und sang „Alle Frauen wollen mich, weil ich so sächsisch bin, ich sexy Ding“. Das vorher von ihm unter den weiblichen Gästen verteilte Kuscheltier und ein roter BH, wurden während des amüsanten Auftritts auf die Bühne geworfen. Das Publikum konnte sich kaum noch halten.

Besonders gut kamen die Auftritte vom Remscheider Künstlers Sascha Thamm beim Publikum an. Der Vollblut Poetry-Slamer las sarkastische und geistreiche Texte ernst, aber dann doch zwischendurch schmunzelnd, aus seinem Buch „Dynamitfischen in Venedig“ vor. Mit seinen Übertreibungen brachte er das Publikum zum Lachen. Aus der Geschichte „Specht Maske“ rund um den Vater und seinen Sohn im Baumarkt, lernten die Gäste, dass ein Mann immer Silikon und Dachlatten braucht, aber nie eine Specht Maske sowie, dass ein 40 Kilogramm Zementsack 40 Kilo wiegt und drei Meter lange Dachlatten schwer im Auto zu verstauen sind, auch wenn man die Rücksitze umklappt. Seine Inspiration holt Thamm aus dem Leben. Man müsse nur mit offenen Augen durch die Welt gehen. Es sind so viele „Wahnsinnige“ unterwegs, so Thamm.




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Als Mirja Boes auf die Bühne kam, wurde sie mit einem tosenden Applaus begrüßt. Sie überzeugte mit ihrer schamlosen und direkten Art. Ihr erster Auftritt handelte von Kindern und ihren gestressten Eltern. Besonders nervig findet sie es, wenn Erwachsene Kindersendungen mitschauen müssen - vor allem die Sendung „Caillou“. Ein Junge ohne Haare, der „rappel-blöd“ ist, da er alles nachfragen muss. „Das ist die Stelle, wo ich mir das erste Bier aufmache“, sagte sie verzweifelt. Ebenfalls mag Boes keine Indoorspielplätze. Dort ist es total laut und es riecht nach Fuß. Und wenn die eigenen Kinder etwas schüchtern sind, muss sie eben mit auf die Spielgeräte. Dabei beschrieb sie auf witzige Weise, wie sie einmal steckenblieb. „Menschen mit Brüsten können das nicht.“, sagte Boes.
Bei ihrem zweiten Auftritt erzählte sie, wie es ihr immer wieder passiere unnütze Dinge zu kaufen. „Ich bestelle was und nach 17,5 Sekunden bei mir zu Hause, merke ich, dass ich das gar nicht brauche.“, sagte Boes. Nun hat sie eine „Dauerausstellung für Sport- und Küchengeräte“ im Keller. Auch die Fitness-DVD, die sie sich anfangs mit Chips auf der Couch angeschaut hatte, sich dabei über den hüpfenden Sportler lustig machte und später zum Einschlafen nutzte, da der Trainer immer so beruhigend rückwärts zählte „und vier, und drei und zwei und eins“ wurde in den Keller verbannt.

Die erste Siegtaler Spasssnacht war dank hochkarätiger Gäste und der gemütlichen Atmosphäre ein Erfolg. Daher kann man sich bereits auf die zweite Siegtaler Spasssnacht freuen. Diese wird dann nächstes Jahr im Kulturwerk in Wissen stattfinden. Die beiden Standorte sollen jährlich wechseln. (jkh)


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