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Nachricht vom 05.05.2017    

Das 18. Forum zum Tag der Arbeit in Betzdorf stellte Konzept vor

Das Bistum Trier ist seit rund 30 Jahren mit der unabhängigen "Aktion Arbeit" aktiv. Beim 18. Forum zum Tag der Arbeit ging es um Langzeitarbeitslose. Diese hohe Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, findet in der Diskussion kaum statt. In Betzdorf stand das neue Konzept des Bistums im Mittelpunkt, das Langzeitarbeitslosen neue Chancen eröffnen soll.

Domvikar Dr. Hans Günther Ullrich (links) und Tim Obermeier beim 18. Forum für Arbeit. Foto: Pressestelle Bistum

Betzdorf. Derzeit herrscht das Gefühl einer Vollbeschäftigung in Deutschland, doch es gibt rund eine Millionen Menschen, die seit mehr als einem Jahr ohne Arbeit sind – Langzeitarbeitslose. „Das Thema findet kaum Beachtung in der Gesellschaft, aber für jeden Betroffenen ist es eine Tragödie, die uns als Kirche auch berührt“, betont der Bischöfliche Beauftragte für die Aktion Arbeit im Bistum Trier Domvikar Dr. Hans Günther Ullrich anlässlich des 18. Forums zum Tag der Arbeit der Caritas und der Katholischen Erwachsenenbildung in Betzdorf.

Die Aktion Arbeit engagiert sich seit mehr als 30 Jahren für Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind und sieht sich als Anwalt für diese Menschen. Sie stünden oftmals im Abseits, erklärte Ullrich. „Die Betroffenen fallen regelrecht in ein Loch, ohne Hilfe kommen sie da nicht mehr heraus.“ Die bestehenden Fördermaßnahmen, meist auf ein Jahr beschränkt, zeigten keine messbaren Ergebnisse, sondern wirkten demotivierend. „Doch das Arbeiten gehört zur Kultur des Menschen. Er will sich sinnvoll einbringen.“ Daher sei es wichtig, die Langzeitarbeitslosen in den Blick zu nehmen.

Die unabhängige und durch Spenden finanzierte Aktion Arbeit hat aus diesem Grund ein Konzept zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit erarbeitet, das bereits den Ministerpräsidentinnen Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz) und Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarland) vorgestellt wurde. Es zielt auf einen integrierten Arbeitsmarkt, weg von Maßnahmenteilnehmern zu Arbeitnehmern, die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Langzeitarbeitslose seien aufgrund ihrer Situation destabilisiert und nur eingeschränkt leistungsfähig. Der Grundgedanke des Konzeptes ist, diesen Wettbewerbsnachteil durch einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent des Mindestlohns in der jeweiligen Branche auszugleichen. „Eine Modellrechnung vergleicht die entstehenden Kosten für 800.000 Langzeitarbeitslose nach dem geltenden System mit den finanziellen Konsequenzen des neuen Konzepts und zeigt auf, dass für die betroffenen Kostenträger – Bund, Kommunen und Sozialversicherungsträger – eine jährliche Kostenersparnis von viereinhalb Milliarden Euro möglich ist“, verdeutlicht Ullrich, der selbst 16 Jahre in der Industrie tätig war und 5000 Mitarbeiter leitete, bevor er Priester wurde. Er mahnt, dass die Unternehmen nur auf die Stärksten in einer Gesellschaft setzen: „Langzeitarbeitslose stellen für diese Unternehmen ein Kostenproblem dar, weil sie vielleicht nicht die volle Leistung bringen können.“ Eine mögliche Lösung wären mehr Einfacharbeitsplätze. „Die wären in vielen Fällen ein guter erster Schritt in den Arbeitsmarkt.“




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Tim Obermeier, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung der Hochschule Koblenz, ordnete das Modell ein und bewertete es. „Das Konzept sollte nicht nur Langzeitarbeitslose, sondern auch HartzIV-Empfänger miteinbeziehen.“ Ein großer Kritikpunkt sei für ihn die selbstständige Suche nach Arbeitsplätzen, da es bislang kaum Interesse von Arbeitgebern gebe, Langzeitarbeitslose einzustellen. „Trotz einiger Kritikpunkte finde ich das Konzept wirklich wichtig.“

Eberhard Köhler, Caritasdirektor des Caritasverbandes Rhein-Wied-Sieg, sieht im Konzept eine echte Chance. „Wir sind selbst ein großer Arbeitgeber und für mich scheint das praktikabel.“

Weitere Informationen gibt es auf www.aktion-arbeit.de und auf www.caritas-betzdorf.de .


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