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Nachricht vom 18.05.2017    

Kinderschutzdienst: Träger-Zukunft gesichert

Wenn Kinder und Jugendliche von Gewalt betroffen sind, leistet der Kinderschutzdienst Hilfe. Aber aufgrund einer fehlenden personellen Perspektive drohte dem Träger der Einrichtung das Aus. Dank dem Einsatz der Ehrenamtlichen wird nun ein neuer Vorstand weiterhin dafür sorgen, dass „Kinder in Not“ nicht alleine gelassen werden.

Das neue Vorstandsteam von "Kinder in Not" (von rechts): Christian Ferdinand (Vorsitzender), Martin Steinmann (2. stellv. Vorsitzender), Eva Schütz (Schriftführerin), Ingrid Schmidt (2. stellv. Vorsitzende) und Brigitte Utsch (Schatzmeisterin). Foto: ddp

Kirchen/ Kreisgebiet. „Wenn wir bis Ende des Jahres keine Nachfolger finden, müssen wir über andere Lösungen nachdenken“, hatte Dorothea Baldus vom Beirat des Trägervereins „Kinder in Not“ letzten Sommer noch nüchtern festgestellt. Mehrere Jahre hatten sich die Ehrenamtlichen auf die Suche gemacht, Nachfolger für wichtige Vorstandsposten anzuwerben. Denn seit längerer Zeit stand fest, dass sich die Vorsitzende des Vereins, Martina Wagner, und andere aus ihren Ämtern zurückziehen werden. Und die „anderen Lösungen“, von denen Baldus damals noch gesprochen hatte, hätten für den Kinderschutzdienst riskante Folgen mit sich bringen können.

Hätte sich der Verein mit seinen momentan 128 Mitgliedern aufgrund unbesetzter Vorstandsposten auflösen müssen, hätten andere Träger einspringen müssen. Im Westerwald-Kreis hat dies zum Beispiel vor längerer Zeit das Rote Kreuz übernommen. Doch bei solch größeren Trägern wäre der Kinderschutzdienst nur eine Aufgabe von vielen, befürchteten die Aktiven damals. Zudem sei eine solche Option nicht im Sinne der Trägervielfalt, stellte der kommissarische Leiter des Kreisjugendamts, Mark Schneider, fest.

Eine regelrechte Werbetour hatten die Verantwortlichen auf sich genommen: im Kreisausschuss, den Fraktionen der Parteien oder bei den Bürgermeistern. Im letzten Jahr fand sich nun ein Nachfolger für Wagner: Christian Ferdinand erklärte sich nicht nur bereit, als Vorsitzender zu kandidieren – er absolvierte auch ein „Praktikum“, wie er mit einem Schmunzeln auf der jüngsten Mitgliederversammlung im Kirchener Küchenschlösschen erklärte. Dort wurde er von den anwesenden 28 Stimmberechtigten einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Und auch für die anderen Posten fanden sich Nachfolger.

Zukünftig stehen dem 40jährigen Referenten beim Dekanat Kirchen Marin Steinmann und Ingrid Schmidt als Stellvertreter zur Seite. Schmidt setzt damit ihre Arbeit fort und bleibt auf ihrem Posten. Steinmann hatte vorher die Funktion des Schriftführers inne. Diese Funktion übernimmt nun die 55jährige Eva Schulz aus Hövels. Über das Vermögen des Vereins wacht nun die 65jährige Brigitte Utsch, die vielen in der Verbandsgemeinde Kirchen als sozialdemokratische Kommunalpolitikern bekannt sein dürfte. Die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Wagner, Andrea Jung und Marlene Eckel bleiben dem Träger im Beirat erhalten.




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Nach dem lange erfolglosen Bemühen um Vorstandsnachfolger war die Stimmung spürbar gelöst im Kuchenschlösschen. Die nun ehemalige Vorsitzende Wagner betonte, wie schwierig die Anwerbeversuche gewesen seien. Doch am Ende stellte sie fest mit Blick auf interessierte Ehrenamtliche: „Es gibt sie.“ Man müsse sie nur ansprechen. Nach zehn Jahren als Vorsitzende blickt sie auf eine „tolle Zeit“ zurück, wie sie betonte. Dank sprach sie dem Kreisjugendamt für die faire Zusammenarbeit aus. Der Verein stehe auf festen Füßen. Seit rund 24 Jahren kümmern sich die Psychologinnen, Pädagoginnen und Sozialarbeiterinnen des Kinderschutzdiensts nun schon um Kinder und Jugendliche, die Gewalt ausgesetzt waren, körperlicher, psychischer oder sexueller.

Und der Trägerverein scheint dabei wichtige Unterstützung geliefert zu haben, wie auch in dem Jahresbericht von Wagner deutlich wurde – seien es diverse Aufsichten, Sitzungen, der Austausch mit Kooperationspartnern, Spendenübergaben und mehr. Jetzt steht offiziell fest: Die Mitarbeiterin des Schutzdienstes müssen sich nicht über einen Trägerwechsel sorgen, die Aktivitäten werden fortgeführt. Nur mit teils neuen Gesichtern an der Spitze. (ddp)


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