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Nachricht vom 24.05.2017 - 11:47 Uhr    

Gottesdienst mitten im Regio-Bahnhof Wissen mit Besucheransturm

Im Rahmen des Lutherjahres und der Aktion Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten gab es im Regio-Bahnhof Wissen einen Gottesdienst, der zahlreiche Menschen der evangelischen Kirchengemeine anlockte, und sogar Reisende zum Zwischenstopp animierten. Pfarrer Marcus Tesch hatte schweres Gepäck für die Lebensreise mitgebracht, das im Laufe des Gottesdienstes "umgepackt" wurde.

Schweres Gepäck hatte Pfarrer Marcus Tesch dabei. Doch braucht es wirklich alles, was der Mensch auf seiner Lebensreise als so unabdingbar mitschleppt? Im Austausch mit Jugendmitarbeiterin Svenja Spille und Pfarrerin Kirsten Galla wurde deutlich was wirklich zählt. Fotos: Petra Stroh

Wissen. Nicht nur gedanklich hieß es „Umpacken“ beim außergewöhnlichen Gottesdienst auf dem Wissener Regio-Bahnhof. Welches Gepäck ist letztlich dienlich bei der Lebensreise? Was ist Ballast und bedrückt nur?

Im wahrsten Sinne des Wortes „umpacken“ mussten die Aktiven der Evangelischen Kirchengemeinde Wissen aber auch, damit sie einen Gottesdienst an ungewöhnlicher Stelle anbieten konnten. Mitten im Getümmel des sonntäglichen Bahnhofs ließen sie den „RE 1517 – Der Zug zur Seligkeit?!“ starten und erreichten mit ihrem Angebot auf der Bahnhofsgalerie viele erwartungsfroh herbeigeströmten Gottesdienstbesucher, aber auch etliche andere Menschen, die sich zwischen den An- und Abfahrten auf den Gleisen für kurze Momente auf einen besonderen Zwischenstopp einließen.

Eifrig geplant und gewerkelt wurde im Vorfeld des Gottesdienstes außerhalb der gewohnten Kirchenmauern. Vorbereitet wurde der Gottesdienst mit ganz viel Musik vom Team rund um Gemeindepfarrer Marcus Tesch, Pfarrerin Kirsten Galla und Jugendmitarbeiterin Svenja Spille. Mitgestaltet wurde er vom Posaunenchor der Kirchengemeinde (Leitung: Sabine Roesner) und dem Gospelchor „Da capo – Living Gospel“ (Leitung Daniela Burbach). Sie sorgten dafür, dass die wunderbaren Töne nicht nur die Gottesdienstbesucher erfreuten, sondern auch weithin hörbar das frühlingshafte Siegstädtchen erfüllten.

Die Männergruppe der Kirchengemeinde, sowie die Herren Quast und Weber von der Stadt Wissen hatten schon am frühen Morgen feste zugepackt und Stühle geschleppt und das Galerien-Areal in eine besondere Gottesdienststätte verwandelt.

Braucht es für die „Lebensreise“ wirklich so schweres Gepäck? Pfarrer Marcus Tesch hatte schon einen extrem schweren Koffer auf dem Bahnhof stehen. Voll gefüllt mit allem, was der Mensch zu brauchen scheint. Alles eingepackt, damit er gesund, gelehrt, sportlich und leistungsfähig rüber kommt: einen schweren Brockhaus-Band, dicke Hanteln fürs Bodystylen, Terminkalender in Hülle und Fülle, aber auch Motoröl, damit es wie „geschmiert“ laufen kann und die Whiskeyflasche, damit Misslungenes „schön getrunken“ werden kann. Mit solcherlei Gepäck sah er sich gut gerüstet und stieß bei jeder Auspackaktion nur auf Kopfschütteln seiner Bahnhofsbegegnung Svenja Spille.

Beider Gedanken rund um die Kofferfülle wurden von Pfarrerin Kirsten Galla aufgegriffen, die ihrerseits im Jubiläumsjahr noch einmal deutlich machte, was die reformatorischen Gedanken den Christenmenschen an „Erleichterung“ bescherten. Das deutliche Wort Gottes an die Menschen, dass sie nicht allein unterwegs sein brauchen, dass er ihnen „Seilschaft“ anbietet, ihnen seinen Sohn Jesus Christus als besonderen „Schaffner“ auf der Lebensreise zur Seite stellte, ihnen die Liebe schenkt und dass der „Schatz der Bibel“ auf vielen Lebensstationen als „Kursbuch“ helfen kann, hob sie heraus und hatte symbolträchtig dieses Gepäck für den Lebenskoffer parat.

„Immer noch schwer, aber viel leichter als das alte Gepäck“ empfand Pfarrer Marcus Tesch am Ende des Gottesdienstes schließlich seinen umgepackten Koffer. „Der Druck ist genommen: statt ‚ich muss’ habe ich jetzt ‚ich kann/ich darf’ vor Augen – das erleichtert mich!“
Vielleicht ebenfalls ‚leichter’, vielleicht sogar beschwingt, gingen die Gottesdienstbesucher/innen, die trotz der schon 150 gestellten Stühle in großer Zahl nur stehend dabei sein konnten, nach rund 60 Minuten weiter auf ihre unterschiedlichsten Lebensreisen.

Dankesworte und Beifall gab es für die vielen Mitwirkenden – insbesondere auch die Bläserinnen und Bläser und den Gospelchor. Die Kollekte des Gottesdienstes (über 360 Euro) kommen der Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinde Wissen und der Landeskirche zugute.

Übrigens: Nur rund zehn Minuten dauerte es, bis aus dem „Gottesdienstort Bahnhof“ wieder ein „Alltagsort“ wurde. Kräftig packten viele Engagierte mit an! (PES)

Am Rande:
Selbstverständlich gab es inmitten des Bahnhofs – dort wo so allerlei angepriesen wird – auch einen „kirchlichen Werbeblock“:

Eine herzliche Einladung zum Christusfest am Pfingstmontag auf der Festung Ehrenbreitstein

Den Hinweis, dass noch bis zum Reformationstag 2017 die neue Luther-Bibel als kostenlose App aufs Handy geladen werden kann

Hinweise auf weitere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr der Reformation – so gibt es den nächsten „Gottesdienst an außergewöhnlichem Ort“ am 25. Juni am Barbaraturm in Malberg; ein besonderes Theaterstück zu Luther am 14. September in Betzdorf für dessen Chorwerk noch Mitsänger/innen gesucht werden und vieles mehr. Alle Infos und Termine unter: www.kirchenkreis-altenkirchen.de

Außergewöhnlich auch manche Gottesdienst-Zaungäste:
Mäuse – die sogenannten „armen Kirchenmäuse“ hat mancher Kirchenbesucher vielleicht schon mal erblickt, denn die kleinen Nager finden in den großen Kirchengebäuden so manches Löchlein zum Einschlupfe. Aber eine Ratte im Gottesdienst? So was kann nur erleben, wer sich raustraut aus den Kirchenmauern und in die Öffentlichkeit geht. Da spaziert dann halt mal ein Passant mit Ratte auf dem Kopf zwischen den Gottesdienstbesuchern umher. Es war dem Nagetier dann aber offenbar doch zuviel der Aufmerksamkeit und es verzog sich lieber im Hemdkragen seines Besitzers und ließ die Gottesdienst-Momente nur noch „unterhemdisch“ an sich heran.
Übrigens:
Der Gospelchor „Da capo – Living Gospel“ (Leitung Daniela Burbach) begeisterte nicht nur beim Bahnhofs-Gottesdienst in Wissen, sondern wird seine mitreißende Musik auch in den nächsten Tagen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und beim ökumenischen Christusfest auf der Festung Ehrenbreitstein am Pfingstmontag erklingen lassen.



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Kommentare zu: Gottesdienst mitten im Regio-Bahnhof Wissen mit Besucheransturm

1 Kommentar

Ich war dabei! Es war sehr schön! Mitten aus dem Leben gegriffen. In manchen Szenen fand ich mich sich selbst wieder...
Und was wir so alles "mitschleppen" auf unserer Lebensreise, schon erstaunlich!
Eine Super Idee an so einem außergewöhnlichen Ort einen Gottesdienst zu halten! Danke für diese Erfahrung
#1 von Christina, am 27.05.2017 um 21:06 Uhr

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