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Nachricht vom 01.07.2017    

Grandiose Show der Gruppe „Gankino Circus“ in Hachenburg

Petrus muss ein Hachenburger sein, denn pünktlich zum Beginn der Musik-Show der fränkischen Gruppe „Gankino Circus“ am Donnerstagabend, den 29. Juni in Hachenburg stellten die Regenwolken ihre Aktivität ein und der Alte Markt füllte sich mit Zuschauern, die sich freuten, bei einem kabarettistischen, weltmusikalischen Spektakel live dabei zu sein. Die Veranstaltung wurde von den Kurieren präsentiert.

Fotos: Helmi Tischler-Venter
Video: Wolfgang Tischler

Hachenburg. Der Auftritt der vier Musiker mit Show-Talent brachte das Publikum zum Swingen und Rocken. Mit schwungvollen Liedern aus ihrer Heimat Diedenhofen, zum Beispiel vom Bürgermeister, der früher ein Räuber war und Liedern aus der „Heimat von anderen Leuten“ wie dem Song aus Deutsch-Rasselwitz mit der gemeinsamen „Dande“, einer Art zweiter Oma, zeigten die Künstler ihre Virtuosität auf Saxophon, Schlagzeug, Xylophon und Akkordeon. Besonders Schlagzeuger Johannes Sens, „Sohn des Bäckers aus Diedenhofen“ begeisterte mit unbändiger Spielfreude und vollem Körpereinsatz. Seine One-Man-Show gipfelte in einem Striptease bei kontinuierlichem Trommelspiel, nach welchem er am Ende im Trikot des TV Diedenhofen gewandet weiterspielte.

„Aus landwirtschaftlicher Dynastie mit 70 Kühen“ stammt Maximilian Eder, der nicht nur Akkordeon und Xylophon manuell hervorragend zum Klingen bringt, sondern auch mit der Gesichtsbehaarung auf der Rahmentrommel Wehrwolf-Geräusche anstimmen kann.

„Arztsohn Simon“ Schorndammer, der elegant gekleidete Mann aus gutem Haus, brachte sich mit Stimme und Klarinette ein. Bei seinem Auftritt flogen auch schon einmal Mikrophonständer und Kleidung von der Bühne bei einer clownesken Attacke auf das Publikum.

Die schrägen, skurrilen und lustigen Ansagen zu den skurrilen und rasanten Konzertnummern machte Sänger und Gitarrist Ralf Wieland.


„Sexy Kerwa“, der Hit aus der Dorfdisco, war all „den schönen und jungen Damen im Publikum“ gewidmet. Mit dem Lied wollten die Franken ein Zeichen setzen gegen häusliche Gewalt gegen Männer, „die etwas spät aus dem Wirtshaus heimkommen“ und für die der Aufenthalt im Wirtshaus eine Kurzzeittherapie ist. Der Mann sei halt „zu emotional und empfindsam für die moderne Frau.“ Da half es dem Bauern Maximilian, an einer original Orchester-Triangel die Wut auszulassen.



Therapiewirkung für Künstler und Publikum hatte auch seine Eigenkomposition auf der Rahmentrommel mit dem bezeichnenden Titel „Holt die Wölfe aus dem Wald zurück“. Seit der Veröffentlichung der Komposition ist der Wehrwolf Ehrenbürger von Diedenhofen. Zur Steigerung der Milchproduktion seiner 70 Kühe spielt Maximilian Eder finnische Volkslieder, bei denen die Haustiere tiefenentspannt die dreifache Menge Milch geben. Bei den Zuhörern hatten die Lieder dagegen fördernde Auswirkungen auf Beine- und Händebewegungen.

Zweifellos ist „Diedenhofen das Schlagzeuger-Mekka“, das bewies Johannes mit seiner Action am Schlagzeug, die das Publikum mitriss. Zum Gankino-Rhythmus aus Bulgarien „Semmeln, Semmeln, Leberkäs!“ und „hej!“ zu „Americano“ rockte der Hachenburger Alte Markt mit. An die Grenzen der Belastbarkeit brachte den Schlagzeuger erst das „Lied für Mama“ mit integriertem Striptease.

Die tragische Polka aus ihrem Heimatort „Hat sich denn der Wirt erhängt, weil er uns kein Bier einschenkt?“ brachte den Musikern prompt eine Bierrunde von einem Hachenburger Marktplatzwirt ein.

„Heimweh“, ein Kindheitslied, war die bezeichnende Zugabe der Orchesterkabarettisten. „Gankino Circus“, darin waren sich die Zuschauer einig, ist ein Quartett zum Liebhaben und Wiedersehenwollen. htv

Video vom Auftritt „Gankino Circus“



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