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Nachricht vom 21.06.2009 - 16:35 Uhr    

"Natürliche Lebensräume erhalten"

Ein "Knabenkraut-Meer" in Obersteinebach - Heinz und Josefine Mentzen präsentierten ihre stattliche Orchideenwiese.

Obersteinebach. Auf ihre stattliche Orchideenwiese sind Heinz und Josefine Mentzen aus Obersteinebach besonders stolz. Auf dem mehrere Tausend Quadratmeter großen Wiesengelände am Ortsrand mit einem Bachlauf wachsen Hunderte von Orchideen. Dabei handelt es sich um das "gefleckte Knabenkraut", eine heimische Orchidee mit vielen Unterarten. Das gefleckte oder breitblättrige Knabenkraut bildet dort einen großen, allerdings lockeren Bestand. Das ändert nichts an der Tatsache, dass alle Orchideenarten streng geschützt sind und nicht gepflückt werden dürfen.
Nicht nur der Garten mit dem großen Wiesengelände, sondern auch das kleine Waldstück gegenüber dem Wohnhaus bietet einen hervorragenden Lebensraum für Fauna und Flora. Auch wegen der Vorbildfunktion der Anlage erhielten Heinz und Josefine Mentzen bereits vor etlichen Jahren den Umweltpreis des Landkreises Altenkirchen,
"Aktiver Umweltschutz kann nur sein, Pflanzen und Tiere durch Schaffung natürlicher Lebensräume zu erhalten. Der Mensch stellt sich über die Natur und vergisst leider, dass er selbst ein Teil der Natur ist", erklärte Heinz Mentzen im Gespräch.
Auf seinem Gelände in Obersteinebach von insgesamt rund 8000 Quadratmetern wird seit vielen Jahren aktiver Umweltschutz betrieben. Das Areal besteht zur Hälfte aus einer Hanglage mit Mischwald und zur anderen Hälfte aus Grünland mit einem Bachlauf.
Der größte Teil der Wiese wird erst nach der Versamung gemäht.
Die Wild- und Blumenwiese bietet nicht nur ein farbenprächtiges Bild. Dort finden auch viele Insekten und Kleintiere den so dringend notwendigen Lebensraum und Nahrung.
Mentzen hat sich sehr intensiv mit dem Thema Umwelt- und Naturschutz befasst. "Umweltschutz ist nicht nur eine Angelegenheit einzelner Industriebereiche, sondern jedermann ist hier gefragt. Umweltschutz kann im kleinsten Garten, ja sogar auf dem Balkon betrieben werden", unterstreicht er - "Pflanzen sind es, die uns Nahrung geben. Pflanzen sind es, die uns Medizin und Heilung bringen. Pflanzen liefern uns Sauerstoff, ohne Pflanzen wäre kein Leben möglich. Ohne unsere Tierwelt, bis zu den Kleinstlebewesen im Bodenbereich, ist Leben auf dieser Erde nicht möglich." (smh)
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Hintergrund:
Das Knabenkraut bevorzugt einen feuchten, humosen, sauren Boden in voller Sonne bis leichtem Schatten. In der Nähe des Bachlaufes ist der fast ideale Platz. Seinen Namen erhielt das Gefleckte Knabenkraut von den schwärzlichen Flecken auf seinen Blättern. Im Frühjahr entwickelt das einen ährenförmigen Blütenstand mit hellvioletten Blütenblättern. Daraus bilden sich die Fruchtkapseln mit weit über einhunderttausend Samen. Das Knabenkraut wurde fast ausgerottet, weil man ihm wundersame Kräfte zuschrieb. Schon im alten Griechenland hatte das Knabenkraut eine mystische Aura.
In alten Schriften und Überlieferungen findet man bis hin zum Mittelalter Empfehlungen für den Verzehr der Orchideenknolle. In der Volksheilkunde war das Gerücht verbreitet, dass derjenige, welcher die Knolle isst, Kräfte bekommt, Knaben zu zeugen. Aus der frischen Knolle mancher Arten gewann man ein Heilmittel, das bei Darmerkrankungen von Kindern angewandt wurde. Die starke Nachfrage nach den Knollen führte zur Entstehung des Wurzelgräber-Gewerbes. Auf der Suche nach den Knollen wurden ganze Regionen im wahrsten Sinne des Wortes umgegraben. Die Folge war ein Rückgang dieser Arten, der durch moderne Bewirtschaftungsmethoden noch verstärkt wurde. (smh)
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Heinz Mentzen hat sich sehr intensiv mit der Ökologie und den Belangen des Natur- und Umweltschutzes beschäftigt. Er ist sehr stolz auf seine prächtige Orchideenwiese. Auch Schmetterlinge, Bienen und Hummeln fühlen sich dort wohl. Foto: smh



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