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Nachricht vom 19.07.2017    

Natur am Straßenrand

So manche Straßen- und Wegränder präsentieren sich im Sommer in bunten Farben – und dienen mit ihren Kräutern und Wildblumen vielen Tierarten als Nahrungs- und Lebensräume. Mit dem Rückgang artenreicher Wildblumenwiesen und der Zunahme intensiv bewirtschafteten, artenarmen Grünlands haben sie deutlich an Bedeutung für mitunter gefährdete und spezialisierte Tier- und Pflanzenarten gewonnen, darauf weist der Naturschutzbund (NABU) Rhein-Westerwald hin.

Belebter Straßenrand. Foto: Peter Fasel

Region. An Straßen- und Wegrändern können sich teils artenreiche Wiesengesellschaften entwickeln. Blütenbesuchende Insekten wie Schmetterlinge, Hummeln und Wildbienen finden hier Nektar; auch Vögel und Niederwild finden hier ganzjährig Nahrung und Versteckmöglichkeiten. Damit können Straßen- und Wegränder einen wertvollen Beitrag zur Abmilderung des aktuell dramatischen Artenrückgangs in der Agrarlandschaft leisten, erklärt der NABU.

Voraussetzung hierfür sei jedoch eine angepasste, extensive Pflege. Hierzu gehört, dass nicht unnötig breit, unnötig häufig und nicht zu früh im Jahr gemäht wird. „Wenn Straßen- und Wegränder schon Ende Mai vor der Blüte gemäht werden, können viele Pflanzenarten keine Samen ausbilden. Über die Jahre verschwinden dann die Blütenpflanzen. Wir empfehlen, auch mit Rücksicht auf bodenbrütende Vogelarten, mit der ersten Mahd möglichst bis Juli oder noch später zu warten und nur ein- bis zweimal im Jahr zu mähen“, so der NABU.



Werden in einem Gebiet die meisten Straßen- und Wegränder und viele Wiesen gleichzeitig gemäht, geht den Tieren schlagartig ein Großteil ihrer Lebensräume und Rückzugsgebiete verloren, sodass viele von ihnen abwandern oder verhungern müssen. „Für die Verkehrssicherungspflicht reicht in vielen Fällen das Mähen eines vergleichsweise schmalen Streifens aus. Insbesondere dort, wo kein Straßenverkehr herrscht, zum Beispiel an Feldwegen, macht eine frühe Mahd am Sommeranfang aus reiner Ordnungsliebe wenig Sinn“, so der NABU weiter. Durch eine angepasste Weg- und Straßenrandpflege hingegen könne ein Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und letztlich unserer aller Lebensqualität geleistet werden. (PM Jonas Krause-Heiber)


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