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Nachricht vom 23.07.2017 - 09:31 Uhr    

Kann die Region Betzdorf auf 400 Arbeitsplätze verzichten?

Die Montaplast GmbH, mit dem Stammsitz Morsbach, will in den ehemaligen Wolf-Hallen einen Produktionsstandart aufbauen, wo im Zwei-Schichtbetrieb etwa 400 Arbeitsplätze entstehen sollen. Der AK-Kurier stellte aufgrund der kontroversen Diskussion dem Unternehmen einige Fragen, die nun beantwortet wurden.

So präsentiert sich das 1958 gegründete Montaplast-Werk in Morsbach, Erweiterungsflächen gibt es nicht. Foto: privat/hws

Betzdorf/Morsbach. Das Montaplast-Werk Morsbach, 1958 von Albert Stulz sr. gegründet, gehört zur 1947 in Hamburg gegründeten Stulz-Gruppe und wird heute als Familienunternehmen von Albert und Jürgen Stulz geführt. Mit den Tochtergesellschaften ist das Unternehmen in 14 Ländern aktiv, und betreibt sieben Produktionsstandorte in Europa.

Für Morsbach wurde die Ansiedlung vor 60 Jahren zum Glücksfall, denn es wurden dringend Arbeitsplätze gebraucht. Zuerst waren es Kleinteile für Haushaltsgeräte, die hier produziert wurden, als Partner für die Automobilindustrie entwickelte sich Montaplast stetig. Es erfolgten Erweiterungsbauten in Morsbach, aber nun ist dort kein Platz mehr. In Lichtenberg, an der Landstraße 324 kaufte Montaplast das das rund 14 Hektar große Grundstück und im Bau befindet sich ein Produktionswerk mit Hochregallager und soll nach Berichten 2018 fertig sein.

Betzdorf kam hinzu, aber hier lief es nicht rund. War man anfänglich froh, dass es keine weitere Industriebrache in Betzdorf gab, gab es schnell Proteste zum LKW-Verkehr der Tag und Nacht rollte. Ab 1. August gilt das Nachfahrverbot.

Der AK-Kurier stellte dem Unternehmen zum Standort Betzdorf Fragen, die aus Sicht der Firma beantwortet wurden.
Frage: Gehört Montaplast das ehemalige Wolf-Areal oder ist es nur gemietet?

Antwort: Das besagte Areal ist angemietet.

Frage: Gibt es tatsächlich die Absicht, hier rund 400 Produktionsarbeitsplätze
zu schaffen?

Antwort: Der geplante Produktionsstandort in Betzdorf, für dessen Umsetzung in der vergangenen Woche eine Bauvoranfrage bei den zuständigen Behörden eingereicht worden ist, sieht einen Betrieb in zwei Schichten zu jeweils ca. 200 Mitarbeitern vor. Diese rund 400 Mitarbeiter werden in der Ersatzteil- und Kleinserienproduktion zum Einsatz kommen. Mit diesem Vorhaben wollen wir uns langfristig zum Standort Betzdorf bekennen.

Frage: Was geschieht mit dem Produktionsstandort Morsbach? Montaplast baut in Lichtenberg ebenfalls, wird Morsbach aufgegeben?

Antwort: Beide Produktionsstandorte, sowohl Morsbach als auch Lichtenberg, wird es weiter geben. Am Hauptsitz in Morsbach befinden sich neben der Hauptverwaltung zwei Produktionswerke. Ein zusätzliches Produktionswerk entsteht in Lichtenberg. Daneben ist die Umstrukturierung des Standorts Betzdorf von der Lagernutzung zur Produktion für die Ersatzteil- und Kleinserienproduktion vorgesehen.

Frage: Ab 1. August greift das Nachtfahrverbot, bitte erläutern Sie die
Konsequenzen für das Unternehmen, Kosten etc.

Antwort: Ab August wird am Standort Betzdorf auf den LKW-Verkehr in den Nachtruhezeiten zwischen 22 Uhr und 6 Uhr verzichtet. Die zuvor erfolgten Nachtfahrten werden entsprechend umorganisiert. (Zu den Kosten gab es keine Antwort)

Frage: Warum klammert sich Montaplast an Betzdorf, augenscheinlich ist das Unternehmen dort nicht erwünscht. Die Politik, die unterschiedlichen Parteien, schlachten das Thema aus. Die Bürgerschaft ist gegen das Unternehmen mit dem Verkehrsaufkommen. Aber das wusste man doch vorher, dass dort Wohnbebauung ist. Also: Warum dieser Standort und warum hält man daran fest?

Antwort: Als 1958 in Morsbach gegründetes und seit Jahrzehnten ansässiges Familienunternehmen hat Montaplast dort bis heute seinen Hauptsitz und seinen größten Produktionsstandort. Heute arbeiten in Morsbach viele hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aufgrund der speziellen Tallage können am Morsbacher Hauptstandort mittlerweile keine neuen Areale mehr erschlossen werden. Um dringend benötigte neue Produktionsflächen zu gewinnen, müssen deshalb neue Standorte nahe Morsbach aufgebaut werden. Deshalb kam es zum Aufbau der neuen Standorte in Betzdorf und Lichtenberg.

Das Interview wurde mit der Pressestelle der Montaplast GmbH und Helga Wienand-Schmidt geführt.

Am 12. Juli wurde die Bauvoranfrage in der Verwaltung Betzdorf eingereicht. Dort wird entschieden. (hws)



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Kommentare zu: Kann die Region Betzdorf auf 400 Arbeitsplätze verzichten?

3 Kommentare

Ich kann es bald nicht mehr lesen oder hören! Was denken sich eigentlich meine Parteigenossen von der SPD, allen voran Herr Brato selbst, sich derart unprofessionell zu verhalten? Gut, dass ich nicht mehr in Betzdorf lebe, ich wäre vom ersten Tag an g e g e n die "Bürgerinitiative" auf die Strasse geganggen. Was in der jüngsten Vergangenheit von Herrn Brato kam, war leider Gottes alles andere als bürgerfreundlich und zeigt, um was es ihm wirklich geht. Er will seine (Nachbar-) Wähler nicht vergraulen und hängt sich sehr wider politischer Verantwortung mit leider auch unqualifizierten Bemerkungen gegen die Firma Montaplast zu sehr ins Zeug. Dabei müsste gerade er als Mitbetroffener in dieser Angelegenheit Ruhe geben, weil er nach meiner Überzeugung als befangen anzusehen ist. Ich kann Montaplast nur sagen: wenn Betzdorf keine neuen Arbeitsplätze will, geht in die Nachbarverbandsgemeinden. Dort werden sie gerne aufgenommen und nicht beschimpft. Herr Pfeifer und Herr Eichling: ich stimme ihren Kommentaren voll und ganz zu. Herr Brato: überlegen Sie einmal, was Sie vor der Wahl als eines Ihrer Primärziele dem Wähler souffliert haben: Wir brauchen mehr Arbeitsplätze! Ich versichere ihnen, Arbeitsplätze zu schaffen! - kein weiterer Kommentar! -
#3 von Willi Schneider, am 24.07.2017 um 17:17 Uhr
Danke Herr Pfeifer für diesen Kommentar, als ehemaliger "Wolfer" der verantwortlich den Standort Bruche von dem damals bestehenden Status eines reinen Zentrallagers zu einem Produktions- und Lagerstandort ausgebaut hat kann ich über die politischen Reaktionen nur den Kopf schütteln. 2004 wird Herr Dieter Wolf von der Stadt Betzdorf für seine besonderen Verdienste, die er sich um Betzdorf erworben hat zum ersten Ehrenbürger gewürdigt. Kurz danach wird das Herzstück der industriellen Arbeit eines Standortes, die Dieter Wolf geschaffen hatte, die Ausbildungswerkstatt und der Sitz der IHK von Betzdorf nach Altenkirchen verlagert. Im November 2010 kamen dann die Nachrichten "Heuschrecken haben Wolf Garten gefressen". Wo waren da die lautstarken Politiker und die Ehrenbürger?
Heute stellt sich mir das Ganze als ein typisches Dorfpolitikerdrama dar.- egal was passiert Hauptsache vor meiner eigenen Haustüre ist Ruhe.- Die Kommentare von Udo Pieske und Sandra Weeser zu diesem Thema waren meines Erachtens sehr passend. Ich wünsche Betzdorf für die Zukunft Viel Glück, (Ich bin seit 1.Juli kein Betzdorfer Bürger mehr)
#2 von Ulrich Eichling, am 24.07.2017 um 06:30 Uhr
Die Bürgerschaft in Betzdorf ist nicht gegen Montaplast!!!
Es sind einzelne Personen und im speziellen wohl die direkten Anwohner.
Auch zu den Hochzeiten von Wolf-Garten, Schäfer-Werke, Schäfer-Shop, Hymag
und weiteren Firmen war hier LKW-Verkehr. Damals war aber fast jeder Betzdorfer
dort direkt oder indirekt beschäftigt. Heute so einen Terz zu veranstalten und Betzdorf
als Investitionsstandort so runter zu ziehen halte ich pers. für völlig falsch.
Da haben einige Wenige, auch von der politischen und öffentlichen Seite, Betzdorf einen
Bärendienst erwiesen.
#1 von Uwe Pfeifer, am 23.07.2017 um 18:05 Uhr

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