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Nachricht vom 25.07.2017    

Musiker und Dirigent Christian Böhmer holte Silber

Die Weltmeisterschaft der Blasmusik im niederländischen Kerkrade ist der größte Wettbewerb weltweit. Mit dem Musikverein Lichtenberg holte Dirigent Christian Böhmer aus Wissen die Silbermedaille. Als Trompeter und langjähriger Korpsführer bei der Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen kennt man in der Region das Talent des 34-Jährigen. Seit 2013 ist er Dirigent des Musikvereins Lichtenberg.

Noch im Foyer des Theaters in Heerlen wurde Dirigent Christian Böhmer von seinen Musikern gefeiert. Fotos: Christoph Buchen

Wissen/Lichtenberg. Begleitet von La-Ola-Wellen schallten am 22. Juli abends laute Jubelrufe durch das ehrwürdige Theater von Heerlen, als verkündet wurde, dass der Musikverein Lichtenberg bei der Weltmeisterschaft der Blasmusik in seiner Disziplin die Silbermedaille errungen hatte. Dabei hatte Dirigent Christian Böhmer am Morgen das Abschneiden der Lichtenberger noch eher bescheiden prognostiziert. „Der Musikverein Lichtenberg nimmt an der Weltmeisterschaft der Blasmusik teil, wie Island 2016 an der Fußball-Europameisterschaft.“, meinte er.

Der „World Music Contest 2017“ (WMC) ist der größte Blasmusikwettbewerb der Welt und wird seit 1951 alle vier Jahre im Juli im holländischen Kerkrade und benachbarten Heerlen ausgetragen. Der Contest gilt als Weltmeisterschaft der Blasmusik. In diesem Jahr haben 260 Musikvereine, Marschkapellen und Showbands mit 21.000 Musikern aus 30 Ländern an dem vierwöchigen Wettbewerb teilgenommen. 100.000 Besucher werden zum 18. WMC 2017 insgesamt erwartet, der noch bis Ende Juli geht.

Der Musikverein Lichtenberg mit 55 Musikerinnen und Musiker, darunter 20 Jugendliche, ging, so Böhmer, als absoluter Außenseiter ins Rennen. „Wir sind noch ein sehr junger Verein und haben keinerlei Wettbewerbserfahrung. Die Konkurrenten sind dagegen spezielle Projektorchester, die nur für diesen Wettbewerb gebildet wurden“, stellte er bescheiden fest.

Die Lichtenberger spielten in der Sektion „Blasorchester“. Daneben gab es noch die Sektionen „Brass Bands“, „Fanfaren-Orchester“, „Schlagwerk-Ensembles“ sowie „Marsch- und Showformationen“. Die Sektion „Blasorchester“ unterteilte sich wiederum in vier Schwierigkeitsklassen. Die Lichtenberger traten dabei in der 3. Division in Konkurrenz mit 23 anderen Musikgruppen aus fünf Kontinenten auf, darunter aus Malaysia, England, Italien und China. Nur vier Gruppen kamen davon aus Deutschland.

Zum Einspielen intonierten die Musiker aus dem Bergischen Land „As the moon whispers“ von Benjamin Yeo. Alle Musikgruppen musste je ein Pflichtstück spielen. Dieses Mal war „The Land of Zarathustra“ von Amir Molookpour vorgegeben. Als Selbstwahlstück zur Wertung hatten die Lichtenberger „Magic Child“ von Thomas Trachsel einstudiert. „Ein sehr anspruchsvolles Stück“, sagte Böhmer. Die Musikgruppen wurden von einer internationalen Jury, die sich aus professionellen Musikern, Dirigenten und Komponisten zusammensetzte, bewertet. Kriterien waren dabei Rhythmus, Technik, Intonation und Ensemblespiel. Maximal 100 Punkte waren zu vergeben. Der Musikvereine mit den meisten Punkten der höchsten Schwierigkeitsklassen werden nächste Woche Weltmeister.

Seit 2013 ist der 34jährige Christian Böhmer Dirigent des 1952 gegründeten Musikvereins Lichtenberg. „Unser Ziel war es, bei dem Wettbewerb die Gemeinschaft zu stärken und neue Erfahrungen zu sammeln“, meinte der Diplom-Wirtschaftsingenieur und frischgebackene Familienvater, während die Lichtenberger auf ihr Punktergebnis warteten. Schließlich dann der Moment, an dem die Veranstalter die Tageswertungen verkündeten: Mit 76 Punkten konnten Dirigent und Vorsitzender Oliver Schumacher Silber in Empfang nehmen. Damit hatten sie nur um vier Punkte die Goldmedaille verpasst, zählen aber jetzt schon zu den „Top Ten“ der Blasmusikorchester.

Schumacher (32) ist seit 2016 Vorsitzender des Musikvereins. Von Beruf Projektleiter war er sichtlich erleichtert, als das Ergebnis bekannt wurde. „Ich bin stolz auf meinen Verein und besonders auf die Leistung der Musiker. Das ist vor allem auch der Verdienst unseres Dirigenten. Er hat die Gruppe punktgenau vorbereitet“, meinte Schumacher.

Und wie war es zu der Teilnahme gekommen? Christian Böhmer erzählte: „Seit 20 Jahren fährt eine kleine Gruppe Lichtenberger Musiker regelmäßig als Besucher zum WMC nach Kerkrade. Schon lange bestand die Idee, dort einmal selbst teilzunehmen. 2015 wurde ein Bewerbungsschreiben verfasst und ein Video sowie eine CD beigefügt. Im Februar 2016 kam dann die Zusage.“ Seit Januar hatte sich der Musikverein Lichtenberg auf die Weltmeisterschaft intensiv vorbereitet und dabei auch das traditionelle Frühjahrskonzert ausfallen lassen.

Über 60 „Schlachtenbummler“ und Fans hatten den Musikverein Lichtenberg in einem Sonderbus nach Heerlen begleitet und lautstark unterstützt. Am Rande war es noch zu einer interessanten Begegnung gekommen. Christian Böhmer wurde im Foyer des Theaters von dem Komponisten des Pflichtstücks „Land of Zarathustra“, dem Iraner Amir Molookpour, angesprochen und gefragt: „Wie war mein Stück?“. Böhmer daraufhin: „Schwierig!“. Worauf der Komponist verschmitzt erwiderte: „Entschuldigen Sie bitte“.

Am Sonntagmorgen trafen sich die Musiker dann zum Frühschoppen im „Lichtenberger Hof“, um die erfolgreiche Teilnahme an der Weltmeisterschaft mit Ortsvereinen und Freunden zu feiern. Unter den Gästen waren auch Bürgermeister Jörg Bukowski und der Vorsitzende des Gemeindekulturverbandes Morsbach, Werner Puhl.

Für den Musikverein Lichtenberg stehen noch stramme Wochen bevor. Am 12. August richtet der Verein wieder den Bayerischen Biergarten bei der „Langen Nacht der Republik“ aus. Ende August nimmt er an vier Tagen am bekannten Schützenfest in Neuss teil, und Anfang September gestalten die Musiker das Erntedankfest in Lichtenberg mit. (CB)


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