Werbung

Nachricht vom 18.09.2017    

Bundesteilhabegesetz im Fokus der Diskussion

Thema auf der jüngsten öffentlichen Kreismitgliederversammlung von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Altenkirchen war das Bundesteilhabegesetz (BTHG). Als Gast und Referent an diesem Tag konnte der inklusionspolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion Daniel Köbler begrüßt werden.

Anna Neuhof und Daniel Köbler zu Gast bei der Kreismitgliederversammlung von B´90/Die Grünen. Foto: Partei

Kreisgebiet. Ziel eines Bundesteilhabegesetzes sollte eigentlich sein, Menschen mit Behinderungen die gleichen Rechte und realen Möglichkeiten zu geben, wie nichtbehinderte Menschen sie selbstverständlich wahrnehmen. „Das Gesetz wird von uns eher kritisch gesehen, denn es ist weit davon entfernt, Menschen mit Behinderungen umfassende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu garantieren. Auch seine Umsetzung ist noch längst nicht geklärt“, sagte Katrin Donath, Kreisvorstandssprecherin.

Der Abgeordnete Daniel Köbler: „Menschen mit Behinderungen und deren Verbände wurden von Beginn an bei der Erarbeitung des BTHG von der Regierung einbezogen. Jedoch fanden ihre Vorschläge im Gesetz kaum Berücksichtigung. Wir müssen uns endlich konsequent darum kümmern, unsere Gesellschaft inklusiv zu gestalten.“
Die Grünen kritisieren, dass ganze Personengruppen außen vor bleiben und vom Teilhabegesetz nicht profitieren. Das sind Personen, beispielweise, mit einem besonders hohen Unterstützungsbedarf, Ausländerinnen und Ausländer mit Behinderungen sowie behinderte Asylsuchende, denn diese haben keinen Anspruch auf Leistungen der Eingliederungshilfe.

Nachdem das Bundesteilhabegesetz beschlossen wurde, steht nun in den Ländern eine Reihe wichtiger Entscheidungen an, wie etwa wer künftig Träger der Eingliederungshilfe ist. Bislang war die Zuständigkeit in Rheinland-Pfalz geteilt – das Land für teil- und vollstationäre Leistungen, die Kommunen für ambulante.
„Im Gesetz steht zumindest schon einmal, was sich für behinderte Menschen künftig verändert: Sie sollen individuell auswählen können, wie sie ihr Leben gestalten und auf welche Unterstützung sie dabei zurückgreifen“, bilanziert Anna Neuhof, Direktkandidatin für die Wahlkreise Altenkirchen und Neuwied.



"Positiv zu bewerten ist, dass die Menschen selbst bestimmen können, wo, wie und mit wem sie leben möchten oder wen sie mit ihrer Unterstützung beauftragen. Das ist ein Menschenrecht“, so Neuhof weiter.

Neuhof und Köbler: "Um einheitliche, gute Lebensverhältnisse zu schaffen, können wir uns vorstellen, dass das Land alleiniger Träger der Eingliederungshilfe ist, allerdings fehlt ihm das Personal und das Knowhow.“ Einigkeit besteht darin, dass dies eine große Herausforderung werden wird, der man sich stellen muss. „Wir müssen alles dafür tun, das es keinen Stillstand im Bereich der Inklusion gibt. Daher wollen wir ein Landesinklusionsgesetz und ein Landesbehindertengleichstellungsgesetz für Rheinland-Pfalz schaffen“, so Neuhof und Köbler abschließend. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Politik


Politiker laden zur Bürgersprechstunde nach Wissen ein

Am 18. September 2026 haben alle Bürger die Gelegenheit, ihre Anliegen direkt mit der Bundestagsabgeordneten ...

Landwirtschaft im Westerwald: Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen

In Hachenburg trafen sich Vertreter der Westerwälder Bauernverbände mit Bundestagsabgeordneten, um die ...

Land Rheinland-Pfalz fördert Kita-Ausbau mit über 4,4 Millionen Euro

Rheinland-Pfalz investiert in die Zukunft seiner Kinder. Mit mehr als 4,4 Millionen Euro unterstützt ...

Praktikum in Berlin: Schüler aus Mudersbach blickt hinter Bundestagskulissen

Ein Schüler aus dem Kreis Altenkirchen begleitete eine Bundestagsabgeordnete zwei Wochen lang durch den ...

Ebling treibt Netzausbau für erneuerbare Energien in Rheinland-Pfalz voran

Um die ambitionierten Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen, setzt Klimaschutzminister ...

Antifeminismus in Rheinland-Pfalz auf dem Vormarsch - Ministerin setzt Zeichen für Frauen

Die dokumentierten antifeministischen Vorfälle in Rheinland-Pfalz haben zugenommen. Dies veranlasst Ministerin ...

Weitere Artikel


Sperrung der K 114 zwischen Rosenheim und Nauroth

Die Kreisstraße 114 zwischen Rosenheim und Nauroth wird auf einer Länge von rund 350 Meter saniert. Dazu ...

Sparkasse startet neue Spendenaktion „Heimatliebe“

Die Sparkasse Westerwald-Sieg hat eine neue Spendenaktion ins Leben gerufen. Das Ziel der Aktion ist ...

Michael Graben belegt Platz 7 bei der Zeitfahr-WM in Österreich

Michael Graben, vom Team Schäfer-Shop des RSC Betzdorf, ist in in diesem Jahr auf Erfolg programmiert. ...

Neues von der JSG Lautzert/Oberdreis/Berod/Wahlrod

Die Jugendspielgemeinschaft (JSG) Lauzert/Oberdreis/Berod/Wahlrod startete mit den Jugendmannschaften ...

Fest zum Weltkindertag des Kinderschutzbundes Altenkirchen

Unter dem diesjährigen Motto „Kindern eine Stimme geben – Spielen verbindet uns!“ findet das große Spielefest ...

Warnwesten für Erstklässler an der Grundschule Hamm/Sieg

Die Kinder der neuen ersten Klassen an der Raiffeisen-Grundschule in Hamm bekamen Besuch vom Ehrenpräsidenten ...

Werbung